Ferien auf Sylt: Geheimtip für Masochisten

Schöne Corona-Ferien an der Nordsee... (Foto: Von Maria Shipakina/Shutterstock)

Abenteuerurlaub der etwas anderen Sorte mitten in der Pandemie und im Dauer-Lockdown? Wer von so etwas träumt, für den ist Sylt das Paradies. Erholung und Entspannung kommt hier sicher keine auf: Abends gelten für die Urlauber schon wieder andere Regeln als morgens, und nach Ankunft auf der Inselt ist alle 48 Stunden ein neuer Schnelltest fällig – ungefragt, selbst zu beschaffen und bezahlen, versteht sich, der beim Gastgeber zu hinterlegen ist.

Die deutsche Verwaltungsbürokratie gibt sich alle Mühe, reisewilligen Bürgern das Leben so schikanös und schwer wie möglich zu machen. Wie die „Welt“ berichtet, hat der Urlauber oder private Feriengast dafür die freie Auswahl, mit dem welchem Test er seine Nicht-Infektiosität vor Ort nachweist: Möglich sind hier, nach den Vorgaben des Landkreises Nordfriesland, entweder PCR-Tests, Antigen-Schnelltests oder Selbsttests, wobei letztere jedoch zwingend „unter Aufsicht von geschultem Personal abgestrichen werden müssen.

Doch die Kostenfalle greift noch weiter, der besondere Kick liegt im Testresultat: Fällt dieses bei einem Urlauber nämlich positiv aus, so muss der Gastgeber den Gast „sofort auf dessen Kosten unter Quarantäne“ stellen – und die Insel verlassen darf er ausschließlich im eigenen Auto. Ansonsten muss er bis zur Genesung und behördlichen Quarantänebeendigung isoliert in seiner Unterkunft verharren, ans Freie darf er nicht. Da kommt Laune auf.

Strandurlaub mit Dauerhandicap

Diese selbstquälerischen Voraussetzungen sind wohl nur etwas für Liebhaber von Extremurlauben. Umso erstaunlicher, dass sich Sylt mit diesen Gruselkonditionen noch als Teil eines touristischen Modellprojekts selbst feiert, durch das der Kreis Nordfriesland und das Land Schleswig-Holstein „die Bedingungen austesten“ wollen, unter denen die Urlaubssaison 2021 „trotz anhaltender Corona-Pandemie einigermaßen erfolgreich verlaufen“ könnte.

Mit Urlaubsangeboten unter ähnlichen Handicap-Konditionen soll im Mai auch auf Amrum, Föhr, den Halligen und dem nordfriesischen Festland mit St. Peter-Ording eine „Normalitätssimulation“ getestet werden. Wer sich das antun will, dem sei von Herzen gewünscht: „Schöne“ und testreiche Ferien! (DM)