Schnelltest-Gomorrha Deutschland: Jetzt auch noch Betrug mit gefälschten PCR-Tests

Foto: Covid-19- Antigen-Schnelltest (über dts Nachrichtenagentur)

„Anything goes“, das ist die inoffizielle Devise für Absahner, Trittbrettfahrer und bandenmäßige Betrüger, denen in Deutschland dank der wohl unfähigsten Bundesregierung aller Zeiten ihr Tagewerk so einfach wie noch nie gemacht wird. Gerade erst steht die Aufklärung des von Gesundheitsminister Jens Spahn zu verantwortenden Abrechnungsbetrug ganz am Anfang, da wird aus Hessen eine weitere Betrugsmasche bekannt: Mit gefälschten PCR-Testergebnissen hat dort eine Corona-Teststation Kasse gemacht.

Im vorliegenden Fall aus Gießen sollen gewerbsmäßige Betrüger getesteten Bürgern für angebliche PCR-Tests rund 80 Euro abgerechnet und dann später gefälschte Ergebnisse an die Behörden übermittelt haben. Nachdem eine Zeugin stutzig geworden war, weil auf dem ihr per Whatsapp mitgeteilten Testergebnis eine falsche Uhrzeit stand, und ihren Verdacht anschließend der Kripo mitgeteilt hatte, ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt gegen zwei Männern in nicht weniger als 177 Verdachtsfällen.

Der potenzielle Schaden liegt laut „n-tv“ bei rund 14.000 Euro. Inzwischen hat einer der Beschuldigten – ein angestellter Mitarbeiter des Testzentrums – zugegeben, tatsächlich gefälschte Laborbefunde verschickt zu haben. Unklar ist, was der Inhaber des Zentrums wusste, ob er an dem Betrug beteiligt war oder dieser ohne sein Wissen stattfand.

Spahns Saustall: Null Kontrollen, einfachste Abzocke

Verdächtig schien vielen Bürgern auch, dass die Tests in bar bezahlt werden mussten; kein Wunder: die angeblichen „Laborbefunde“ waren allesamt gefälscht, trotzdem zockten die Betrüger für die Tests noch bei den Gesundheitsämtern die Kostenerstattungen ab. Der Fall ist ein weiteres erschüttertes Beispiel dafür, wie leicht sich die Behörden in Spahns Verantwortungsbereich abkassieren und übers Ohr hauen lassen. Wenn überhaupt, fliegen die Schummeleien und kriminellen Maschen erst auf, wenn sich betroffene Bürger an die Polizei wenden – aber fast nie infolge funktionierender interner Kontrollmechanismen. Denn die scheint es 15 Monate nach Beginn der Pandemie noch immer nicht zu geben.

Ob es sich auch bei den PCR-Betrugsmaschen nur um ein punktuelles, lokales Ereignis oder die Spitze eines Eisbergs mit womöglich bundesweiten Dimensionen handelt, muss nun noch geprüft werden. Der Fall reiht sich jedenfalls nahtlos in die massenweisen Schnelltest-Abrechnungsungereimtheiten bei den „Bürgertests“ ein, die seit dem Wochenende die Schlagzeilen dominieren und in ganz Deutschland für Aufsehen und Fassungslosigkeit sorgten – spätestens seit bekannt wurde, dass die Betreiber von privaten Testzentren für Kostenerstattung nicht nur keine Kontrollen zu befürchten hatten, sondern noch nicht einmal nachweisen müssen, überhaupt Antigen-Schnelltests eingekauft zu haben. (DM)