Petrus, der beste Wahlhelfer der Grünen: Schamlose Ausbeutung der Flutkatastrophe für die Klima-Agenda

Überschwemmungen (hier bei Prüm/Eifel heute Mittag) (Foto:Imago/Eibner)

Schrecklich sind die Bilder aus Westdeutschland, aus der Eifel, dem Ruhrgebiet und all den Überschwemmungsgebieten zwischen Rhein und Ruhr. Doch fast noch schockierender ist die abstoßende, reflexartige Instrumentalisierung der Starkregenfolgen zu schnöden Wahlkampfzwecken und zur Durchsetzung der grünen Klima-Agenda. Passender hätte den Werbetrommlern des Wahnsinnspakets „Fit for 55“ und des wirtschaftsfeindlichen „Green Deals“ der EU-Kommissionen das Timing gar nicht geraten können: Eine Naturkatastrophe nur einen Tag nach Verkündung der Klima-Planziele.

Dass dieser Starkregen die Folge eines seit eineinhalb Wochen über Deutschland festsitzenden Tiefdruckgebiets „Bernd“ sein würde, das eingepfercht zwischen zwei Hochdruckzonen vor sich hin rotiert und die Niederschläge jetzt eben konzentriert über Deutschland abregnen lässt, die ansonsten über einer zwanzigmal größeren Fläche niedergegangen wären, ist kein Hexenwerk – und war übrigens für die marktschreierischen Katastrophenpredigern auch schon absehbar, bevor es zu den Überflutungen kam. Bloß redete davon die ganze Zeit keiner. „Klimawandel“ ist immer nur dann, wenn das akute Wetter zur großen Erzählung passt.

Dass es im Winter mal viel oder mal wenig Schnee gibt, im Frühjahr und Herbst mal viel und mal wenig stürmt und im Sommer mal stocktrocken ist oder gießt wie aus Kübeln, sind normale Schwankungen, die es immer gegeben hat. Und auch wenn – wie bei vielen früheren Wetterphänomenen – die Formulierungen „seit Beginn der Aufzeichnung“ oder „selbst Ältere haben so etwas noch nie erlebt“ Hochkonjunktur haben und Zweifel hieran als ketzerische Verharmlosung gelten: Ein Blick auf historische Hochwasserereignisse – wie auch andere Starkwetterextreme der Geschichte – zeigt, dass dem eben nicht so ist (alleine bei der Thüringer Sintflut von 1613 gab es 2.261 Tote zu beklagen; bei einer weitaus geringeren Bevölkerungsdichte etwa).

Grünes Wahlkampfhochwasser

Was es hingegen tatsächlich früher nicht gegeben hat, ist die Verirrung, in jedem dieser Wetterbilder einen Beweis für das unentrinnbare Schicksalsfanal „Klimawandel“ zu sehen. Ist es zu warm, liegt es am CO2, ist es zu kalt, dann ebenfalls. Dürresommer sind die Folge, weil wir zuviel fliegen; säuft dann ganz Deutschland ab, liegt es ebenfalls an unserer „Art zu leben“. Vor allem zwei Monate vor der Bundestagswahlen kommt den selbstverschuldet in allen Umfragen abgeschmierten Grünen die Sintflut im Westen wie gerufen.

Was immer grade ins Bild passt, immer dann, wenn es nach einer Naturkatastrophe oder auch nur einem Unwetter Opfer zu beklagen gibt, tauchen die Grünen auf, um die Toten für ihre Propaganda und Ideologie zu missbrauchen. War diese geistige Engführung beim Rekordsommer 2003, bei der Oderflut noch recht verhalten, so wurde es nach Fukushima (einer erdbeben- und nicht klimabedingten Flutkatastrophe übrigens) durch die stupide Reduzierung auf das Reaktorunglück erstmals Mode, langfristige politische Zielsetzungen mit (schamlos hierfür ausgeschlachteten) angstmachenden Akutereignissen zu begründen. Prompt machte Merkel damals die zweite Rolle rückwärts binnen weniger Jahre und verkündete den zuvor erst widerrufenen Atomausstieg in Deutschland. 10 Jahre ist das nun her – und seitdem haben die Grünen trefflich gelernt, alle anderen Parteien vor sich herzutreiben, indem sie die Natur und ihr angebliches Verrücktspielen zu Verbündeten der eigenen Agenda, des eigenen Mindsettings machten.

(Screenshot:Twitter)

So wird nun auch diese willkommene Gelegenheit skrupellos ausgeschlachtet, um ein verblödetes Wählerreservoir zum „Handeln“ – sprich: zum Grünen-Wählen – anzustiften. Im „n-tv„-Frühstücksfernsehen entblödete sich Katrin Göring-Eckart heute nicht, zu dozieren, die Klimakatastrophe sei „schon hier bei uns angekommen„. Und an die Adresse von CSU-Chef Markus Söder – seinerseits ein Klimaalarmist ersten Ranges, aber den Grünen noch nicht radikal genug – sagte sie: „Es gibt nämlich auch nicht mehr viel Zeit. Alle anderen sind gerade dabei, sich davon zu verabschieden, beherzt die Klimakrise anzugehen.“ „Beherzt angehen“ ist in diesem Zusammenhang zu verstehen als Aufruf zum null-emissiven Generalprogramm „zurück in die Steinzeit“.

Und natürlich erfolgt prompt erneut der lachhafte Rückgriff auf die von Grünen-Fraktionsvize Anfang Juli vorgebrachte Absurdität, die von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet verfolgte Klima- und Wirtschaftspolitik sei für die Hitzetoten in Nordamerika verantwortlich, indem nun die von der Union angeblich vertretene Zurückhaltung bei radikalen Klimaschutzmaßnahmen für die Überschwemmungen vor Laschets Haustür in NRW ursächlich sei. Die Natur spielt dabei gar nicht verrückt. Es sind die hysteriekonditionierten Deutschen, ein inzwischen hochinfantiles und wie stets ideologieanfälliges Volk, die voll auf die populärwissenschaftliche, per Kurzschluss einleuchtende Deutung beobachtbarer Wetterereignisse als untrügliche Beweise einer Klimakatastrophe abfahren. Die ungeheuerliche Komplexität von Klimamodellen wird dabei völlig unter den Tisch gekehrt, so wie kritischere, distanziertere und gemäßigtere Stimmen der Wissenschaft überhaupt kein Gehör mehr finden, bei soviel „Offensichtlichkeit“.

Die Verknüpfung „nützlicher“ Fluten mit politischen Zielen ist im konkreten Fall schon deshalb besonders verwerflich, weil die Zunahme der Schadefolgen durch Starkregenereignisse paradoxerweise auch eine Folge der grünen Energiewende ist: Die zunehmende Flächenversiegelung durch Windkraftwerke, Abholzungen und Landschaftsverbrauch fördern Erosion und beseitigen natürliche Sicker- und Überschwemmungsräume in mindestens einem vergleichbaren Umfang wie die großen Flussbegradigungen des 19. Jahrhunderts. Das will allerdings keiner hören. Viel „überzeugender“ mutet da doch die versimpelnde Scheinlogik an, je mehr Autos fahren und je mehr wir billigfliegen, desto weniger Eisbären am Nordpol – und desto mehr Dürre oder Regen bei uns. Was sich grade so anbietet.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Focus“ etwa liefert ein eindrucksvolles Beispiel für die Beliebigkeit des Klima-Alarmismus ab: Laut dem Blatt war eine „globale Hitzewelle“ (die in Julimonaten übrigens noch nie eine Seltenheit darstellte) verantwortlich für den Extremregen – und klare Folge des Klimawandels. Eigentlich sollte sich dieser jedoch, so hieß es noch im letzten Jahr beim dritten Dürresommer in Folge, durch zunehmende Sahara-Temperaturen und Niederschlagarmut offenbaren; doch die Faktenlage wird mal eben schnell gedreht und gewendet, bis es wieder passt: „Eigentlich tendieren die Sommer in Mitteleuropa eher dazu, trockener zu werden. Der Sommer 2021 ist sozusagen eine Ausnahme. Normalerweise erwarten wir Hochwasser im Frühjahr und nicht im Juli„, so das Magazin. „Ein Anstieg der globalen Temperatur, so wie wir ihn seit Jahrzehnten beobachten, führt also dazu, dass Wetterereignisse extremer werden. Eine ähnliche Wetterlage vor 30 Jahren hätte deutlich weniger Regen zur Folge gehabt.“ Es bleibe eine Tatsache, dass „bei Regenereignissen in Zukunft mehr Niederschlag vom Himmel kommt als früher„.

Und auch öffentlich-rechtliche Regen- bzw. Panikmacher wie der fürs ZDF tätige Video- und Filmproduzent Marius Sixtus – auch so ein von deutschen Gebühren indirekt mitfinanzierter Kunstschaffender – geben ihren Sermon ab, und nutzen die Katastrophe, die 43 Menschenleben gekostet hat, geschmack- und pietätlos für ihre salonsozialistische Systemkritik:

(Screenshot:Twitter)

Immer ist es eine Frage des herrschenden Werte- und Bezugssystems: Bis weit in die Neuzeit hinein wäre es völlig unmöglich gewesen, die Menschen davon zu überzeugen, Naturkatastrophen oder Wetterereignisse seien nicht von Gotteshand bestimmt und eine Reaktion auf vorheriges Fehlverhalten, auf Sünden und frevelhafte Lebensweise. Hohepriester und Schamanen aller Religionen haben für die jeweils opportunen Kausalitäten gesorgt und die entsprechende Gehirnwäsche gewährleistet, um Menschen zu beeinflussen, ihr Verhalten in gewünschte Richtungen zu lenken. Angst und Schuldgefühl sind die irrationalsten, aber auch stärksten Triebfedern menschlichen Handelns.

Nichts anderes erleben wir jetzt mit dem Dogma vom „menschgemachten Klimawandel“. So atheistisch und gottlos seine genuin sozialistisch gepolten Agitatoren auch sind, so wenig religiös oder spirituell die Mehrheit der von dieser Ideologie dauerberieselten Normalbürger heute auch sein mögen: Der Ersatzreligion Klima huldigen sie bedingungslos. Früher hätte man das Wetter als Zorn Gottes interpretiert, heute ist es die Rache der Erde. Dass sich die Erde aktuell erwärmt, ist eine Binse; die entscheidende Frage ist stets die nach dem Anteil des menschgemachten Einflusses hierbei. Und hier sind allerhöchste Zweifel angebracht, ob es sich wirklich um eine Folge von künstlicher Karbonisierung handelt, oder um zyklische Veränderungen – auch wenn Wissenschaftler, die hier alternative Meinungen vertreten, regelmäßig mundtot gemacht und medial vernichtet werden.

Irrationale Massenhysterie und Angstmacherei wie bei Corona

Wir erleben ein irrationales, an voraufklärerische Massenhysterien gemahnendes Hineinsteigern in politisch-medial unverantwortliche und schamlos heraufbeschworene Weltuntergangsphobien. Seit Jahrhunderten machen Regierende und agendagetriebene Eliten mit diesen erprobten Mechanismen Politik und setzen ihre Interessen durch – ob es Kriege sind, Pandemieregimes oder Klimadiktaturen.

Der Trick ist, die Aufmerksamkeit der Menschen gezielt und konzentriert auf immer schon dagewesene, zuvor jedoch gänzlich unaufgeregt rezipierte und nüchtern wahrgenommene Phänomene zu lenken, und sie mit einem Bedrohungsnarrativ zu verbinden. Dann kann die geschürte Angst maximale Wirkung entfalten; auf diese Weise sind wir zur Corona-Pandemie gekommen, mit all den Toten, überlasteten Intensivstationen und Massensterbelawinen im Ausland. All das gab es immer, wurde jedoch verdrängt, als Trivialität oder schlimmstenfalls einzelne Ausreißer eines unauffälligen Normalverlaufs eingeordnet. Erst durch die propagandistische Verknüpfung mit einer behaupteten neuen Ursache – einem Virus, der anthropogenen Erderwärmung als Folge eines kapitalistischen Wirtschaftssystems – wird daraus der Treibstoff für einen brandgefährlichen Krisenkult. (DM)