Mit Schnupfen auf die Intensivstation?

Berlin – Das Kartenhaus des Corona-Regimes fällt immer mehr und immer schneller in sich zusammen. Das gewollte oder ungewollte Zahlenchaos aber sorgt weiterhin für großes Leid in der Bevölkerung. Doch die kritischen Stimmen mehren sich:

Die Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hält die Hospitalisierungsrate für ungeeignet zur Beurteilung der Belastung der Gesundheitssysteme. „Der Zusammenhang zwischen der Hospitalisierungsrate von Sars-Covid-2 Infektionen und der tatsächlichen Erkrankung geht zunehmend auseinander“, sagte DGKH-Vorstandsmitglied Peter Walger der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Der Maßstab zeige „kein realistisches Bild der Zahl der Corona-Erkrankten“ in den Kliniken: „Omikron ist kein Grund, um von einer Überlastung des medizinischen Systems zu sprechen.“

Nach Schätzungen der DGKH kämen inzwischen mindestens die Hälfte der Covid-infizierten Menschen nicht wegen, sondern mit einer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus. Die positiven Folgen dieses Rückgangs an schweren Verläufen mache sich auch auf den Intensivstationen bemerkbar. Dort gebe es praktisch keine Omikron-Pneumonien mehr: „Die heutigen Corona-Patienten der Normalstationen sind nicht mehr die Intensivpatienten von morgen.“

Durch die steigende Zahl an Infektionen und somit Covid-Zufallsbefunden in den Kliniken bei milden Verläufen vergrößere sich nicht der medizinische Aufwand, sondern der organisatorische: „Der Hygiene-Aufwand ist immens, wenn man jeden Infizierten nach strengen Vorschriften isoliert. Das bedeutet eine extreme Belastung für Ärzte und Personal.“ Die DGKH fordert eine Statistik, wie viele Menschen mit schweren Covid-Verläufen im Krankenhaus liegen.

Auch der FDP-Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki drängt auf belastbare Zahlen: „Wir brauchen einen verlässlichen Indikator, wie sehr das Virus unser Gesundheitssystem belastet. Mit Fortschreiten der Omikron-Welle wird diese Unterscheidung noch wichtiger.“ Je höher die Gesamtinzidenz in der Bevölkerung, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass auch Menschen in den Krankenhäusern sind, die zwar infiziert, aber wegen etwas anderem behandelt werden: „Da die Krankenhäuser natürlich sehr genau wissen, weswegen sie behandeln, sollte die Meldung der Unterscheidung auch kein Problem sein.“

Eine Anfrage der „Welt“ bei allen Gesundheitsministerien der Bundesländer ergab, dass die überwiegende Zahl der Länder die sogenannte 7-Tage-Hospitalisierungsrate nicht differenziert berechnet. Es wird nicht zwischen Haupt- und Nebendiagnose unterschieden. Die Hospitalisierungsrate wiederum dient als maßgeblicher Faktor, mit dem die Landesregierungen ihre Corona-Maßnahmen begründen.

Warum ist das wohl so? Weil die Krankenhäuser bei jeden so genannten Corona-Patienten mehr Kohle abgreifen können?

Politik, Talk-Show-Wissenschaftler und die Medien haben dafür gesorgt, dass immer mehr Bürger Todesangst bekommen, wenn bei ihnen mal die Nase läuft. Sie stürmen dann – durch Hausärzte zusätzlich animiert – die Krankenhäuser – und nehmen den tatsächlich Kranken die Plätze weg. (Mit Material von dts)

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