Ende (Bild: shutterstock.com/mmaroznaya)

Aus für Nord Stream 2 – wer verliert sein Geld?

Die Erdgaspipeline Nord Stream 2 ist inzwischen zum politischen Spielball geworden. Aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts wird immer wieder über die Stilllegung der bereits fertig gebauten Pipeline spekuliert. Die Doppelröhre auf dem Grund der Ostsee könnte russisches Erdgas ohne Umwege über andere Länder direkt von Russland nach Deutschland bringen. Allerdings war sie auch von Anfang an den Amerikanern ein Dorn im Auge. Sie fördere die Abhängigkeit Deutschlands von Russland.

Ein Beitrag von Blackout News

Bekannt ist, dass Nord Stream 2 dem russischen Energiekonzern Gazprom zuzuordnen ist. Weniger bekannt ist aber, wer noch an der Finanzierung des Großprojekts beteiligt ist. Letztendlich ist auch nicht bekannt, wer Geld damit verdient, wenn die Pipeline in Betrieb geht. Oder aber wer eben Geld verliert, wenn doch nicht in Betrieb gehen sollte.

Wer sind die Geldgeber von Nord Stream 2?

Zum Bau der Pipeline hat der russische Energiekonzern Gazprom im Jahr 2015 die Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG gegründet. Der Sitz der Nord Stream 2 AG ist im Schweizerischen in Zug. Dabei waren fünf europäische Energiekonzerne beteiligt. Und zwar die französische Engie, Shell aus Großbritannien, die österreichische OMV, sowie die beiden deutschen Unternehmen Wintershall DEA und Uniper.

Diese Firmen stiegen zwar aufgrund einer Beschwerde Polens bei der EU aus dem Konsortium wieder aus, blieben aber nach wie vor Geldgeber für das Projekt. Die Gesamtkosten für Nord Stream 2 mit gut 10 Milliarden Euro teilen sich diese Unternehmen. Dabei fallen für Gazprom gut die Hälfte von 5 Milliarden an und auf die oben genannten Unternehmen je eine Milliarde.

Die dabei abgeschlossenen Verträge sind allerdings nicht öffentlich einsehbar. Experten gehen aber davon aus, dass die fünf Energiekonzerne gegenüber Gazprom wie Finanzinvestoren fungieren. Dabei muss Gazprom vermutlich den fünf Geldgebern Zinsen und Tilgung für das geliehene Geld bezahlen.

Gazprom trägt das größte Risiko

Risiken für zusätzliche Kosten, wie etwa durch Bauverzögerungen oder das langwierige Zertifizierungsverfahren durch die Bundesnetzagentur trägt demnach Gazprom alleine. Dabei muss der russische Konzern bereits Kredite bedienen, obwohl er noch keine Einnahmen durch den Betrieb der Pipeline hat.

Alle Geldgeber verlieren bei AUS ihr Geld

Bei einem Aus für den Betrieb der Pipeline gehen Experten davon aus, dass alle Beteiligten ihr eingebrachtes Geld im vollen Umfang abschreiben müssten. Die Finanzgeber sind allerdings finanzstarke Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Schadensersatzklagen ihre Verluste minimieren wollen. Die Chancen dafür stehen gut, wenn der Staat oder die EU den Betrieb verbietet.

Aus für Nord Stream 2 – Konzerne können Staat oder EU auf Schadensersatz verklagen

Bereits beim Atomausstieg haben Energiekonzerne Schadensersatzansprüche gestellt. RWE, Vattenfall, Eon und EnBW erhielten nach einem jahrelangen Rechtsstreit Ausgleichszahlung in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Die Gerichte sprachen den Konzernen diesen Schadensersatz für entgangene Gewinne und getätigte Investitionen aufgrund des vorzeitigen Ausstiegs aus der Kernenergie zu. Das Aus für Nord Stream 2 wird die Gerichte noch jahrelang beschäftigen. Am Ende wird, wie immer, der Steuerzahler die Kosten tragen.

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