Die deutsche Schreibtischmilitanz

Volk, Opfer, Kampf bis zum Sieg, Helden, Schicksalsgemeinschaft, nationale Begeisterung – das alles und einige mehr sind Begriffe, die in Deutschland bis vor einigen Tagen verpönt und unter massivem „Rechtsverdacht“ gestanden haben.

Von Wolfgang Hübner für P.I.NEWS

Doch in der multimedial geschürten Ukraine-Begeisterung haben solche Vokabeln plötzlich Hochkonjunktur. Denn die ukrainische Führung in Kiew spart nicht mit diesen Termini im Krieg mit den Russen. Und da diese Führung ganz im Sinne des Westens ist und handelt, also auch ohne Rücksicht auf zivile, militärische und wirtschaftliche Verluste in der Ukraine, sind all diese vermeintlichen „Nazi“-Bezeichnungen jetzt auf einmal en vogue – jedenfalls soweit sie sich auf die Ukraine beschränken.

So lange die Schneeflöckchen-Generationen von der Wehrpflicht und der Gefahr eines möglichen Soldatentodes verschont bleiben, goutiert man hierzulande an Redaktionsschreibtischen und bei Solidaritätskundgebungen die Wiedergeburt einer verbalen Militanz, die seit dem 8. Mai 1945 verpönt war. Am Montag brachte die FAZ unter einem langen Feuilletontext, der sich mit dem hier behandelten Thema beschäftigte, das Foto einer jungen Frau, die auf einem Schild eine „Flugverbotszone“ über der Ukraine fordert. Auch wenn das vielleicht dieser jungen Frau nicht klar oder bewusst war: Wenn die Nato dieser Forderung nachkommen sollte, haben wir in Europa und wahrscheinlich ganz speziell in Deutschland kriegerische Folgehandlungen mit katastrophalen Folgen.

Es ist der jungen Frau, die sicher ehrlich über den Krieg empört ist, zugute zu halten, dass sie eine Maßnahme fordert, zu der sie in der deutschen Politik und den deutschen Medien geradezu ermuntert wurde. Und wenn selbst im kulturellen Bereich Sanktionen gegenüber der Kulturnation Russland ausgesprochen und durchgesetzt werden, wenn offen Putins Tod propagiert wird, dann darf sich niemand wundern, wenn es tätliche und diffamierende Angriffe gegen russischsprachige Menschen in Deutschland gibt.

Damit wollen die militanten Schreibtischtäter selbstverständlich nichts zu tun haben. Aber ihr Gift wirkt. Wer aus Putin, der seit 22 Jahren an der Spitze Russlands steht, mit allen Mitteln der demokratischen Propaganda ein Monster in Hitlerscher Dimension macht, setzt auf einen Ungeist, der nicht mehr zu kontrollieren ist.

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