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Die „Spiegel“-Affäre: Jetzt ist Corona schuld!

Berlin – Zugegeben, auf die Tränendrüse drücken kann sie: Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat sich für ihr Verhalten nach der Flutkatastrophe im letzten Jahr emotionsreich entschuldigt. In einer Erklärung packte sie am Sonntagabend ungewöhnlich private Details aus, sprach vor Journalisten von der Krankheit ihres Mannes und der Belastung der Familie durch Corona. „Deshalb haben wir uns als Familie entschieden, am Sonntag, dem 25. Juli in den Urlaub zu fahren. Das war 10 Tage nach der Flutkatastrophe und das war ein Fehler.“ Am Ende ihres bemerkenswerten Statements wendet sie sich überraschend zur Seite, legt die zitternde Stimme ab und sagt: „Jetzt muss ich es noch irgendwie abbinden“ – und entschuldigt sich anschließend noch einmal. Viele Journalisten kommentierten, sie hätten so etwas noch nie erlebt.

Menschlich müsse man durchaus Mitgefühl mit Frau Spiegel haben, als Ministerin sei sie aber nicht mehr tragbar.

Allerdings. Denn sie ist mit Sicherheit nicht die einzige Bürgerin, die durch die Pandemie Probleme bekommen hat. Nur, dass sich die meisten keinen vierwöchigen Urlaub leisten können – und eben keine solche politische Verantwortung zu tragen haben.

Nicolaus Doll kommentiert das in der „Welt“ wie folgt:

„Während Tausende im Sommer 2021 mit den Folgen der Flut kämpften, urlaubte die Ministerin in Frankreich. Spiegel sagte dazu, sie sei in ihrem Domizil „jederzeit erreichbar gewesen“. Dieser Satz offenbart eine Instinktlosigkeit, dass man sich nur fragen kann, wie sie es geschafft hat, von einer Landespolitikerin zur Bundesministerin zu werden.

Wenn Menschen in tiefster Not sind, wenn es Tote gab und eine ganz Region verwüstet ist, ist man nicht einfach „erreichbar“. Man ist vor Ort. Man ist bei den Menschen. Das ist eine Selbstverständlichkeit.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: Jetzt heißt es, sich liebevoll um die Familie zu kümmern und die Politik an den Nagel zu hängen.(Mit Material von dts)

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