Max Otte will Ausschluss aus CDU akzeptieren

BLANKENHEIM (22.10.2016).- Professor Dr. Max Otte, aufgenommen in Blankenheim am 22.10.2016.

Max Otte, Ex-Chef der Werteunion, soll aus der CDU ausgeschlossen werden. Der Grund: Auf Vorschlag der AfD kandidierte er für das Amt des Bundespräsidenten. Otte will den geplanten Rauswurf aus der CDU akzeptieren.

Max Otte ist Unternehmer, Publizist, Philanthrop und politischer Aktivist ist seit 1991 CDU-Mitglied. Otte, zudem frühere Vorsitzender der Werte-Union, erklärte, seinen geplanten Rauswurf aus der CDU akzeptieren. „Ich werde mich nicht gegen einen Ausschluss wehren“, so der 57-jährige Ökonom am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Es zeichne sich nach der ersten Verhandlung vor dem Kreisschiedsgericht in Köln ab, dass er ausgeschlossen werden solle, so Otte weiter.

Gegen Otte läuft ein Ausschlussverfahren. Sein Vergehen: Er hatte Mitte Februar auf Vorschlag der AfD für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert. Er ist seit über 30 Jahren in der CDU. «Den Eintritt in eine andere Partei schließe ich kategorisch aus», erklärte er.

Otte begründete den finalen Abschied aus dem Trümmerhaufen CDU mit dem „maßgeblich von der Union betriebenen Antrag zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine“.

Otte schreibt auf Twitter:

„Ich akzeptiere meinen Ausschluss aus der #CDU und werde mich nicht dagegen wehren. Mit dem von der Union maßgeblich betriebenen Antrag zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine kann Deutschland als Kriegspartei wahrgenommen werden. Das Risiko eines Atomkriegs steigt erheblich (Olaf Scholz). Ich sehe mich als Christdemokrat der Partei Helmut Kohls, die für eine gesamteuropäische Friedensordnung unter Einbeziehung Russlands und unter Federführung der OSZE stand. Russland darf diesen völkerrechtswidrigen Krieg nicht gewinnen. Russland darf den Krieg aber auch nicht verlieren. Es ist brandgefährlich, eine Atommacht zu demütigen. Es wird nur mit Verhandlungen gehen. Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber der Kriegskurs macht mir Angst“.

Otte hatte bereits nach der Kandidatur als Bundespräsident erklärt, sich aus der aktiven Politik zurückziehen zu wollen. Den Vorsitz bei der Werte-Union hatte er schon Ende Januar niedergelegt. Am Freitag sagte Otte, er wolle aber einfaches Mitglied der Werte-Union , eine inoffizielle, konservative Graswurzelbewegung CDU , bleiben.

Otte erhält für seinen Entschluss, den CDU-Ausschluss zu akzeptieren, sowie seine Sorge um die kriegstreiberische Rhetorik breiten Zuspruch:

Lieber Max Otte, dieser CDU ist nicht mehr zu helfen. Betrachten Sie Ihren Rauswurf als Ehre. Sie sind sich immer treu geblieben. Politiker wie Sie, Herr Sarazin, Herr Burschkowski und viele andere stehen für unsere Werte.“

„Sehe ich ganz genauso!!! Prof Otte hat sich so auch eine Menge Nervenkraft usw. mit „Austrittsverhandlungen“ erspart. Es ist müßig darüber nachzudenken.“

„Ein guter Schritt. Überlegen Sie Deutschland wegen eines drohenden Atomschlags zu verlassen? Sie haben doch auch die US-Staatsbürgerschaft. Meine Frau und ich sind sehr besorgt, haben eine solche Option jedoch nicht.“

„Die CDU wird den Umbruch nach der Ära Merkel nicht schaffen. Dieser gärige Haufen verhält sich unberechenbar, wie das jüngste Abstimmungsverhalten im hohen Haus gezeigt hat. Es wurde Zeit, ihren Hut zu nehmen. Ich persönlich wäre noch früher gegangen.“

„Ich würde mich geadelt fühlen wenn diese zur Kriegshetzer mutierte Partei meinen Ausschluss beschließen würde. Diese Leute manövrieren uns in den Abgrund und werden sich im Ernstfall rechtzeitig in Sicherheit bringen, während wir die Konsequenzen zu tragen haben“ (SB)