Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Reden wir lieber nicht darüber

+++ Allerweil gibt es viele kluge Köpfe von Broder über Tichy bis Villiger, die sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sich der Westen gegen den Autokraten aus Moskau zur Wehr setzen könnte, der auf einmal wie aus heiterem Himmel so völlig unvorhersehbar zur Bedrohung für die Freiheit, die Demokratie und die westlichen Werte geworden ist. Es sind hochinteressante Luftschlösser, die da kunstvoll vor des Lesers Augen aufgebaut werden, zuletzt von dem Schweizer-Ex-Nationarat Villiger in der „Neuen Züricher Zeitung“ (NZZ). Mit Dank an Joachim Haack, der mich auf das folgende Zitat von Arundhati Roy aus dem Jahr 2003 (!) hingewiesen hat: „Die Demokratie, die Heilige Kuh der modernen Welt, befindet sich in der Krise. Und es ist eine tiefgreifende Krise. Im Namen der Demokratie werden alle Arten von Verbrechen begangen. Aus ihr wurde wenig mehr als ein ausgehöhltes Wort, eine hübsche Schale, jeglichen Inhalts oder Sinns entleert. Sie ist so, wie man sie haben will. Die Demokratie ist die Hure der freien Welt, bereit, sich nach Wunsch an- und auszuziehen, bereit, die verschiedensten Geschmäcker zufriedenzustellen. Man nutzt und missbraucht sie nach Belieben.“ Ein inexistenter Experte für Überraschung & Realität merkt dazu an, daß – einmal abgesehen von der Schonungslosigkeit der luziden Analyse – es bezeichnend sei, wie wenig Berücksichtigung die Worte der indischen Schriftstellerin selbst knapp 20 Jahre später in der westlichen, der „demokratischen Welt“ gefunden hätten. Arundhati Roy würde heute ganz bestimmt zusätzlich noch von der Eitelkeit jener Schwätzer reden, für deren publizistischen Erfolg und deren gesellschaftliche Akzeptanz es essentiell geblieben ist, ihre Luftschlösser auch weiterhin auf falschen Prämissen zu bauen, weil sie instinktiv wissen, daß gar nichts anderes mehr geht, ohne daß sie sich mit ihren eigenen Texten aus der Gemeinschaft der selbstgerechten Meinerleins & Finderleins ausstoßen – und so zu Verfemten werden würden. Der heutige „Demokrat“ stelle prinzipiell alles in Frage, außer sich selbst. Putin tue im Grunde nichts anderes, als dem Westen einen Spiegel vorzuhalten. +++

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Merkel-„Demokratismus“ im SPIEGEL – Foto: Collage

+++ „Lebenshilfe vom russischen Außenminister Lawrow für die Verschreckten in Arundhati Roys „westlichen Demokratien“: „Wenn Sie nachts wegen des Russland-Ukraine-Konflikts nicht schlafen können, habe ich einige Vorschläge für Sie, um Sie zu beruhigen: Stellen Sie sich vor, das passiert in Afrika. Stellen Sie sich vor, das passiert im Nahen Osten. Stellen Sie sich vor, die Ukraine ist Palästina. Stellen Sie sich vor, Russland sind die USA.“ Ein inexistenter Experte für Beruhigungen & Prognosen aller Art sagte dazu, man könne Gift darauf nehmen, daß die vermeintlich schlauesten Köpfe im Westen „Whataboutismus!“ erwidern würden, und daß Whataboutismus Kindergartenniveau darstelle. Tatsächlich sei es jedoch, daß die empörtesten „Whataboutismus!“-Plärrer zuverlässig diejenigen seien, denen ein Whataboutismus am heftigsten auf die eigenen Füße gefallen sei. Das beste Mittel gegen dieses „Kindergartenniveau“ sei es, von vornherein auf solche Schuldzuweisungen zu verzichten, von denen man wissen kann, daß sie zu nichts anderem führen werden, als dazu, den Spiegel vorgehalten zu bekommen. +++

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Sergej Lawrow – Foto: Imago

+++ Henry Louis Mencken (1880-1956) war ein amerikanischer Journalist, Schriftsteller, Satiriker und Kunstkritiker deutscher Abstammung. Im Jahre 2022 beweisen sich seine prophetischen Fähigkeiten. H.L. Mencken: „Eines großen und glorreichen Tages wird sich der Herzenswunsch der einfachen Leute des Landes letztendlich erfüllen und das Weiße Haus mit einem wahren Idioten geschmückt sein.“ Ein inexistenter Experte für Wetter- & andere Vorhersagen kommentierte Menckens Zitat mit den Worten: Wenn Mencken noch leben würde, hätte er sich mit einem solchen Zitat sämtlicher PUblikationsmögliochkeiten im Medien-Mainstream beraubt. +++

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H.L.Mencken, 1921 – Foto: Imago

+++ Von Mencken zu einem anderen Amerikaner. Mark Zuckerberg würde heute ebenfalls gut ins Weiße Haus passen. Der Meta (Facebook)-Chef nimmt inzwischen hin, daß sogar nicht zu beanstandende Zeitungsmeldungen in seinem asozialen Despoten-Netzwerk gelöscht werden. Die „Berliner Zeitung“ hatte von einer Charité-Studie berichtet, derzufolge die Zahl schwerer Impfnebenwirkungen (Covid) 40-mal höher seien, als vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eingeräumt wird. Sie zitiert den Studienleiter, Prof. Harald Matthes: „Wir Ärzte müssen tätig werden„. Der Link zu diesem Artikel in der „Berliner Zeitung“ wurde von Facebook gelöscht. Der Hinweis dazu an den Facebook-Nutzer, der ihn gepostet hatte: „Dein Beitrag verstößt gegen die Gemeinschaftsstandards bezüglich Falschmeldungen, durch die anderen körperlicher Schaden zugefügt werden könnte.“ Ein inexistenter Experte für Wiederholungen & Indien verwies in diesem Zusammenhang auf ein Zitat der Schriftstellerin Arundhati Roy aus dem Jahr 2003 …. +++

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Kann sich hoffentlich bald warm anziehen: Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Foto:Imago/Xinhua)

+++ Wolfgang Hübner, PI-Lesern bekannt durch seine luziden Analysen: „Es herrscht in Deutschland ein multimedial gestütztes Desinteresse an den ukrainischen militärischen Opfern, obwohl diese sich doch angeblich für unsere „westlichen Werte“, für „Freiheit“ und „Demokratie“ tot oder invalide schießen lassen. Deshalb nach Möglichkeit kein Wort über das jüngste blutige Kiewer Desaster bei der misslungenen Wiedereroberung der strategisch wichtigen Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor Odessa. Oder die Tatsache, dass immer mehr völlig unzureichend militärisch ausgebildete wehrpflichtige Ukrainer als Kanonenfutter an die Ostfront geschickt werden, um die dort entstandenen großen Mannschaftsverluste auszugleichen. Die fehlende Empathie des „Wertewestens“ mit den real leidenden und sterbenden ukrainischen Soldaten ist nicht nur skandalös, sondern zutiefst unmenschlich.“ Ein inexistenter Experte, der für gewöhnlich auf ein Zitat der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy aus dem Jahr 2003 verweist, ergänzte: Wer sich schon hinsichtlich seiner vermeintlichen „Demokratie“ präferenzutilitaristisch in die eigene Tasche lüge, der tue das selbstverständlich auch hinsichtlich seiner ach-so „menschlichen Gesellschaft“ der „die Menschen“. +++

+++ Der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring („Handelsblatt“) weist in seinem Blog auf eine „sehr demokratische Entwicklung“ hin. Unter der Schlagzeile „Auf US-Initiative soll ein großer Schritt in die WHO-Pharma-Diktatur beschlossen werden“ schreibt er u.a.: „Derzeit verhandeln die Weltgesundheitsorganisation, die EU und die übrigen WHO-Mitgliedstaaten über einen globalen Pandemievertrag. Wo die Reise hingehen soll, zeigt ein Antrag Washingtons zur Entmachtung der nationalen Regierungen im Rahmen der Internationalen Gesundheitsregulierungen (IHR). Über diesen soll Ende Mai abgestimmt werden. Profiteure wären vor allem die Großkonzerne aus zwei Branchen. (…) Was den USA mit Unterstützung der EU und der Schweiz, die die meisten global agierenden Pharmakonzerne beherbergen, hier vorschwebt, ist eine Ermächtigung der WHO im Falle einer tatsächlichen oder behaupteten Gesundheitsgefahr durch einen Krankheitserreger umgehend den nationalen Regierungen das Heft aus der Hand nehmen zu können und die Lagebeurteilung sowie die Gegenmaßnahmen bestimmen zu können. Zwar behalten die Regierungen das Recht, nein zu sagen. Dies wird aber stark entwertet dadurch, dass sie dann sofort weltweit an den Pranger gestellt werden können, entweder von der WHO, oder auch nur von einer einzelnen, mächtigen Regierung, wie etwa derjenigen der USA.“ – Ein inexistenter Experte, der für gewöhnlich auf ein Zitat der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy aus dem Jahr 2003 verweist, ergänzte: Wer sich schon hinsichtlich seiner vermeintlichen „Demokratie“ präferenzutilitaristisch in die eigene Tasche lüge, der mache sich vollends zum Affen, wenn er behaupte, die Ukrainer würden einen heroischen Kampf um den Erhalt ihrer nationalen Souveränität führen. +++

+++ Der Absatz von E-Autos stockt. Gebrauchte Elektrokarren sind praktisch unverkäuflich resp. nur unter Hinnahme eines exorbitanten Wertverlustes überhaupt loszuwerden. Das ficht den Herrn Bundesverkehrsminister Wissing von der FDP („Fußpilz der Parlamente“) nicht an. Was der Markt nicht zur Zufriedenheit regelt, muß eben der Staat erledigen. Der Kauf eines gräßlichen E-Mobils soll nach Wissings Vorstellungen künftig mit bis zu 25 Prozent des Kaufpreises aus Steuerzahlers Tasche bezuschusst  werden. Das alles selbstverständlich nur, um den „CO2-Ausstoß in den Griff zu kriegen“. Ein inexistenter Experte für Liber & la-la-la regte an, Wissing solle am besten die „Fundamentalkommunistische Deppen Partei“ (FDP) gründen. +++

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Volker Wissing, Bundesverkehrsminister (FDP) – Foto: Imago

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