Verraten und verkauft? Forstwirtschaft will mehr Windkraft im Wald

O Du schöner Windkraft-Wald (Foto:Shutterstock)

Die Feinde von Natur und Umwelt, die Freunde von Dürre und Industrielandschaften scheinen sich zusammenzuschließen:

Die deutschen Waldbesitzer sprechen sich dafür aus, Windräder auch in Wäldern zu errichten. „Windkraft im Wald ist auf den durch Dürre und Borkenkäfer geschädigten Waldflächen geradezu geboten“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es sei vertretbar, für eine Generation auch im Wald Windstrom zu erzeugen.

„Die Einnahmen könnten die Waldbesitzer dann auch in den Umbau ihres Waldes stecken“, so Schirmbeck. Es sei technisch mittlerweile möglich, Windräder so zu errichten, dass dabei möglichst wenig Wald zerstört werde. Schirmbeck forderte: „Es ist an der Zeit, nicht nur auf die Bedenkenträger zu hören, sondern nach gangbaren Lösungen zu suchen.“

Durch die Verdichtung des Bodens und durch die Windzerstörung diese Anlagen wird dann auch noch der letzte Rest des ohnehin schon verratenen Waldes zerstört.

Waldbesitzer sind nicht automatisch Naturfreunde. Ihnen scheint es nur noch um Kohle zu gehen und sie scheinen nicht zu begreifen, dass diese Windräder erst die Dürrekatastrophen provozieren:

Die Westwind-Wetterlage, die seit Menschengedenken Nordwesteuropa und Mitteleuropa hinreichend mit Niederschlägen versorgt hat, ist künstlich abgeschaltet worden.“ sagt die Historikerin und Autorin Dagmar Jestrzemski. Sie ist dem Dürreproblem der letzten Jahre nachgegangen und hat dabei eine mögliche überraschende Ursache gefunden. Die Westwindwetterlagen, notwendig für Regen und Pflanzenwachstum, bleiben zunehmend aus. Verantwortlich sieht sie die hohe Windraddichte in Deutschland, die in der unteren Atmosphäre für zunehmende Probleme beim Feuchtigkeits-Transport sorgt.