Bauernprotest (Foto: Nancy Beijersbergen/Shutterstock)

Bauernproteste in den Niederlanden: Regierung nutzt Land für Migranten – „Bauern raus, Asylbewerber rein“

Die Bauernproteste in den Niederlanden gehen weiter. Mittlerweile haben sich ihnen auch Fischer und Seeleute angeschlossen. Auch deutsche Landwirte unterstützen aktiv ihre holländischen Kollegen. Und ein weiteres Mal bekommt die „Verschwörungstheorie vom Großen Austausch“ Nahrung: Die niederländische Regierung kauft sogenanntes Stickstoffland, um dort ein Asylzentrum zu bauen und Migranten anzusiedeln. Der Bauer muss gehen.

Für den Flevo-Abgeordnete Niek Beenen (JA21) ist klar: Das ist keine Verschwörungstheorie mehr. Holländische Bauern müssen Asylsuchenden Platz machen. Er teilte auf Twitter ein Dokument aus der Provinz Flevoland in den Niederlanden über den Kauf von „Stickstoffraum“ im Noordoostpolder. Die Regierung habe dort einen landwirtschaftlichen Betrieb gekauft. Sie will dort ein Registrierungszentrum für Asylsuchende einrichten, heißt es in dem Dokument.

„In diesem Land werden Bauernfamilien, die Lebensmittel produzieren, gegen Asylbewerber ausgetauscht“, twitterte Beenen laut Free West Media. PVV-Führer Geert Wilders stellt fest: „Hier ist der Beweis. Es sagt einfach alles. Der Bauer muss gehen, weil sie auf seinem Land ein Aufnahmezentrum für Asylbewerber bauen wollen. Sie zerstören die Niederlande vollständig. Unsere Bauern raus, die Glücksritter rein. Kein Wunder, dass die Leute wütend sind“, meint Wilders.

Die Gegenseite besteht angesichts der Veröffentlichung dieses Dokuments auf ihre Totschlagargument „Verschwörungstheorie und verfällt in Schnappatmung, weil hier so mancher eins und eins zusammenzählt. Der Slogan „Bauern raus, Asylbewerber rein“ sei eine „Unverschämtheit“, die jede Karikatur übertreffe, schimpft der Vorsitzende der FVD-Fraktion Brent Hadderingh. „Natürlich ist es eine Verschwörungstheorie, dass alle Bauern in den Niederlanden aufgekauft werden, weil viele Asylbewerber in die Niederlande kommen“, beharrt der Unternehmer Rutger van den Noort auf seiner Sichtweise. Die beiden Dinge in Zusammenhang zu bringen sei geradezu „lächerlich“, findet er.

„Laut Leuten […] verbreite ich ‚Verschwörungstheorien‘, wenn ich sage, dass Bauern Migranten weichen müssen. Hier steht eindeutig: „Die Regierung will am Standort des landwirtschaftlichen Betriebes eine Registrierungsstelle für Asylsuchende einrichten“. Was ist daran eine ‚Verschwörungstheorie‘?“, fragt sich die Rechtsphilosophin Raisa Blommestijn.

Und die „Strafe“ für alle „Bunte-Welt-Gegner“ folgt auf dem Fuß: Das Antragszentrum soll in Bant entstehen, wo etwa 1500 Menschen leben, die Asylbewerber nicht willkommen heißen.

Die Bauernproteste gehen unvermindert weiter. Mittlerweile kursieren im Internet unzählige Fotos und Videos vom Bauernstreik gegen Landenteignung in den Niederlanden, die von den Mainstream-Medien geflissentlich ignoriert werden. Anfang dieser Woche eskalierte die Situation. Zu den Bauern gesellen sich auch Fischer und Seeleute, die Häfen blockieren und damit die ohnehin fragilen Lieferketten gefährden. Die Regierung hat ihrerseits Schützenpanzer angefordert. Die Bauern reagieren ihrerseits – wie ihre Gegner behaupten – „gewaltbereit“: Mit Blockaden, Heuballen und Mist. Ein Ende ihrer Entschlossenheit scheint nicht in Sicht.

Die Behörden versuchen mit Hilfe der Polizei den Protest mit Tränengas und Schlagstöcken niederzuschlagen. Auf einen 16-Jahre alten Bauernsohn wurde sogar von hinten geschossen, als er versuchte, die Demo mit seinem Traktor zu verlassen. Die Polizei  nahm ihn auch noch wegen „versuchten Totschlags“ fest und behauptete wahrheitswidrig, er habe versucht seinen Schlepper auf die Polizisten zu lenken. Eine glatte Lüge, wie sich nach kurzer Zeit auf Grund von Videos herausstellte.

Seit vergangenem Montag stehen zunehmend Supermärkte und Häfen im Fokus der Proteste. Deutsche Landwirte haben an den Kundgebungen an den Grenzübergängen teilgenommen. Hunderte Bauern blockierten am Montag die Zufahrtsstraßen zu großen Supermarktlagern mit Heuballen. Betroffen waren mehr als 20 Verteilzentren der großen Supermarktketten, was vielerorts zu leeren Regalen führt. (MS)

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