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Reicht das russische Gas jetzt nur noch zum Befüllen von Feuerzeugen?

Jetzt wird es doch noch eng in der selbstgebauten Falle der Ober-Boykotteure und Panzerlieferanten. Der Russe schlägt nun mal sehr gerne auch zurück:

Hier erstmal die Meldung, die der Grund für die neuerliche Gas-Panik sein könnte:

Die ersten drei Luftabwehrpanzer vom Typ „Gepard“ sind in der Ukraine eingetroffen. Das bestätigte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow in einer Sendung des ukrainischen Fernsehens. Auch mehrere zehntausend Patronen seien ausgeliefert worden.

12 weitere Gepard-Panzer werden nach Angaben des Ministers in Kürze in der Ukraine erwartet. Resnikow sagte in derselben Sendung, er hoffe, dass bald auch Leopard-Panzer in der Ukraine einträfen. Die Panzerbesatzungen würden höchstwahrscheinlich zudem in Kürze eine spezielle Einweisung in den baltischen Staaten bekommen.

Angeblich gebe es bereits Vereinbarungen über die Nutzung von Truppenübungsplätzen auf fremdem Boden durch das ukrainische Militär. Sobald die Besatzungen vorbereitet seien, würden die „Gespräche über die Lieferung moderner Panzer fortgesetzt“, so der Verteidigungsminister.

Und hier der russische Konter:

Der russische Energiekonzern Gazprom reduziert die Gas-Lieferung durch Nord Stream 1 auf 20 Prozent. Ab Dienstag würden nur noch 33 Millionen Kubikmeter durch die Ostsee-Pipeline fließen, weil weitere Reparaturen notwendig seien, hieß es. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die mit der aus Kanada gelieferten Gasturbine übersandten Dokumente „die zuvor genannten Risiken kaum ausschalten, sondern zusätzliche Fragen hervorrufen“.

Erst vor vier Tagen waren die Lieferungen durch die Pipeline nach einer geplanten, mehrtägigen Wartung wieder aufgenommen worden, allerdings nur mit 40 Prozent der Maximalleistung. Bereits auf diesem Niveau ist es laut Bundesnetzagentur kaum möglich, bis November in Deutschland den angestrebten Speicherstand von 95 Prozent zu erreichen.

Und hier nun die Folgen:

Zum Wochenstart hat der DAX eine Berg-und-Talfahrt hingelegt, am Ende mit einem für die meisten Anleger unerfreulichen Ausgang. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 13.210,32 Punkten berechnet, 0,33 Prozent unter Vortagesschluss. Dabei war der Handel zunächst mit Abschlägen gestartet, hatte sich aber ab dem Vormittag solide in den grünen Bereich gehievt und war dort bis zum Nachmittag geblieben, als Gazprom mitteilte, die Lieferungen durch Nord Stream 1 noch einmal auf 20 Prozent der Maximalleistung zu halbieren.

Der Gaspreis sprang zeitgleich nach oben und notierte am späten Nachmittag bei rund 176 Euro pro Megawattstunde, was zehn Prozent mehr sind als bei Freitagsschluss und einen Verbraucherpreis von mindestens rund 24 bis 28 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern impliziert, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben. Der Ölpreis stieg verglichen damit nur bescheiden: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 105,10 US-Dollar, das waren 1,8 Prozent mehr als am Freitag. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Montagnachmittag etwas schwächer.

Ein Euro kostete 1,0210 US-Dollar (-0,1 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9794 Euro zu haben.

Politik und Industrie entsetzt über verringerte Gas-Lieferungen

Führende Energie- und Wirtschaft-Politiker der Ampel-Koalition sowie Vertreter der Industrie haben sich wegen der erneuten Drosselung der Gasliefermenge durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 alarmiert gezeigt und mehr Tempo bei der Diversifizierung der Bezugsquellen gefordert. „Die erneute Drosselung der Liefermenge macht die weiter bestehende unsichere Lage deutlich. Es gilt, weiter alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Abhängigkeit von russischem Gas schnellstmöglich zu reduzieren und alle Alternativen zu heben“, sagte SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben).

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Michael Kruse übte scharfe Kritik an Russland. „Die deutsche Öffentlichkeit sollte sich schnellstmöglich daran gewöhnen, dass nun regelmäßig Nachrichten über vermeintliche Lieferprobleme durch Nord Stream 1 seitens Russlands angeführt werden“, sagte er dem RND. „Dank Wladimir Putin ist das einstmals so zuverlässige Russland zum unsicheren Kantonisten geworden“, so Kruse weiter. „Wir tun deshalb gut daran, uns von dieser Gasquelle unabhängig zu machen und sollten dafür schnellstmöglich die eigene Gasförderung in der Nordsee und an Land wieder hochfahren“, forderte er.

„Nur dann können wir Putins psychologische Kriegsführung gegen den Westen irgendwann als irrelevantes Getue beiseiteschieben.“ Die chemische Industrie warnte vor möglichen Folgen, falls die Liefermenge dauerhaft reduziert bleibe. „Für unsere Industrie ist jede Kilowattstunde wichtig, die durch die Pipeline fließt. Die weitere Reduzierung der Gaslieferungen auf 20 Prozent erhöht das Risiko, dass uns im Winter Gas fehlen wird, weil wir große Schwierigkeiten haben werden, unsere Speicher zu füllen“, sagte Jörg Rothermel, Energieexperte beim Verband der Chemischen Industrie dem RND. „Das ist die Unsicherheit, mit der wir derzeit leben müssen. Niemand weiß, wie sich die Situation entwickelt“, so Rothermel weiter. „Umso wichtiger ist es, dass wir schnellstmöglich die Maßnahmen umsetzen, die uns unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen. Das sind schwimmende LNG-Terminals, der Ersatz der Gasverstromung durch Kohle sowie das geplante Auktionsmodell“, fügte er hinzu.

Wirtschaftsministerium sieht keine technische Gründe für Drosselung

Das Bundeswirtschaftsministerium wirft Russland vor, die erneute Drosselung der Gaslieferungen mit falschen Behauptungen zu begründen. „Wir haben die Ankündigung zur Kenntnis genommen. Wir beobachten die Lage im engen Austausch mit der Bundesnetzagentur und dem Krisenteam Gas sehr genau“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag.

„Es gibt nach unseren Informationen keinen technischen Grund für eine Reduktion der Lieferungen.“ Die sanktionsrechtlichen Genehmigungsvoraussetzungen für die Auslieferung der in Rede stehenden Turbine lägen zudem vor. „Kanada hat die nach kanadischen Recht notwendige Ausnahmegenehmigung erteilt. Nach dem EU-Sanktionsrecht ist keine Ausnahmegenehmigung erforderlich“, sagte die Sprecherin. Gazprom hatte zuvor angekündigt, die Gas-Lieferung durch Nord Stream 1 auf 20 Prozent zu reduzieren. Ab Dienstag würden nur noch 33 Millionen Kubikmeter durch die Ostsee-Pipeline fließen.

Betreffend einer Gasturbine übersandte Dokumente würden „die zuvor genannten Risiken kaum ausschalten, sondern zusätzliche Fragen hervorrufen“, so das russische Unternehmen, das mehrheitlich in Staatsbesitz ist.

Union fordert Krisengipfel gegen „Energienotstand“

Angesichts der bedrohlichen Lage im Energiesektor fordert die Union zügig einen Krisengipfel im Bundeskanzleramt. Der Energieexperte und stellvertretende CDU-Vorsitzende Andreas Jung sagte der „Rheinischen Post“ (Dienstag): „Die Lage ist sehr ernst. Zur Abwendung eines Energienotstands muss getan werden was geht.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine beiden Vizekanzler müssten daher zu einem Gipfel mit den Ministerpräsidenten und den kommunalen Spitzenverbänden einladen. „Es ist höchste Zeit dafür“, betonte Jung. Darüber hinaus sei es notwendig, allen Ministerien der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiesparprogramm zu verordnen und das auch für alle Bundesgebäude im ganzen Land umzusetzen.

„Bislang ist das Energiesparprogramm der Bundesregierung ein einziger Flickenteppich“, kritisierte Jung.

Man darf gespannt sein, wie lange die Grünen das noch ohne Atomkraftwerke aushalten. (Mit Material von dts)

Hier ein Kommentar von Andreas Kühn auf Facebook:

Gedankensplitter zum Abend: Künftig kommen also nur noch 20 Prozent des Möglichen durch Nordstream 1. Der Aufschrei ist groß. Aber es ist gar nicht so lange her (9. März 2022), da forderte ein Friedrich Merz (CDU) alle Gasbezüge über Nordstream 1 SOFORT zu stoppen. Merz sagte damals, mit einem solchen Schritt gehe eine Einschränkung der Gasversorgung in Deutschland einher. „Wir sind der Meinung, dass wir das akzeptieren müssen angesichts der Lage, die in der Ukraine entstanden ist.“ Ich glaube kaum, dass eine Mehrheit das akzeptiert hätte, da sprach Merz wohl im Pluralis Majestatis!
Immerhin bewirken die Sanktionen eines: Bald sind wir wirklich unabhängig von russischem Gas. Nur wird es eben ein wenig kalt werden dadurch. Ärmlich dazu. Denn wer demnächst seine Gas- und/oder Stromrechnung nicht mehr bezahlen kann, dürfte kaum genügend Geld haben, sich auf dem Sofa vorm Fernseher eine wärmende Cashmere-Decke über den Kadaver zu legen.
Die Grünen führen sich in Sachen AKW-Laufzeitverlängerung noch immer auf wie die Jungfrau vorm Stich. Wie lange noch? Morgen dürfte der Traum von europäischer Energie-Solidarität ausgeträumt sein. Nicht nur von der Leyen und Habeck werden kommende Nacht schlecht schlafen. Die anderen Europäer werden morgen unverblümt kund tun, dass nur selber essen fett macht. Nur der Dämlack Deutschland hat fremde Gasspeicher gut gefüllt.
Übrigens kennt auch der Preis für Brennholz und Pellets nur eine Richtung – nach oben. Wohl dem, der an der Quelle sitzt oder jemanden kennt, der jemanden kennt. Den Wert eigenen Herdes erkennt so mancher erst fünf nach zwölf. Denn der Markt ist auch bei Öfchen fast leer gefegt.
PS: Ich werde am Wochenende Holz sägen, spalten und stapeln. Gut für die Muckis, gut zum Abnehmen. Im Schweiße meines Angesichts werde ich lächeln und gelegentlich wird mir ein „F**K you, Habeck“ entfahren. Schönen Abend @ all.

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