Benzin aus dem Tank absaugen: Spritklau boomt derzeit in Deutschland (Foto:ScreenshotYoutube)

Energie-Not macht erfinderisch: Fälle von Tankbetrug und Spritdiebstahl sprunghaft angestiegen

Dass die derzeitige Politik viele Menschen in ihrer Verzweiflung in teilweise geradezu vorzivilisatorische Zustände treibt, zeigt der massive Anstieg von Tankbetrug
und Spritdiebstahl. Laut Zahlen der Landeskriminalämter von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es – fast überall in Mitteldeutschland – inzwischen eine Vervielfachung solcher Fälle. Oft bohren Täter nachts die Tanks abgestellter LKW, Wohnmobile, Baufahrzeuge oder Landmaschinen auf, um Kraftstoff abzuzapfen. Im ersten Quartal 2022 wurden in Sachsen 210 solcher Fälle registriert, was fast einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Summe des entstandenen Schadens hat sich mit 100.000 Euro sogar mehr als verdoppelt. Die Anzahl der Spritdiebstähle in Sachsen hat sich gegenüber dem ersten Quartal 2021 sogar mehr als verdreifacht. Im zweiten Quartal diesen Jahres gab 201 weitere Fälle. Hier liegt der Schaden bislang bei rund 360.000 Euro. In Thüringen liegt die Zahl der Spritdiebstähle mit 72 im ersten Quartal zwar erheblich niedriger, dies ist jedoch trotzdem eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote dieser Delikte liegt bei knapp zehn Prozent, wobei ohnehin nur Sachsen überhaupt entsprechende Zahlen mitteilt.

Hohe Dunkelziffer, kaum Aufklärungsquote

Unter der Bezeichnung „Tankbetrug“ subsummiert die Polizei Fälle, in denen die Täter ihre Wagen betanken und dann davonfahren, ohne zu bezahlen. Dazu ist es in Sachsen-Anhalt während des ersten Quartals 839 Mal gekommen, ein Anstieg von 60 Prozent zu 2021. Der Schaden lag bei rund 55.000 Euro. Die Aufklärungsquote liegt hier bei immerhin 43 Prozent, in Sachsen bei 33 Prozent. In Sachsen drückt man sich um die Erkenntnis, dass diese Fälle mit den explodierenden Spritpreisen zusammenhängen. Dies könne „von hier nicht beurteilt werden“, sagte LKA-Sprecherin Kathleen Zink.

Ihr Kollege aus Sachsen-Anhalt, Michael Klocke, wurde wesentlich deutlicher: „Natürlich steht das im engen Zusammenhang mit steigenden Preisen an den Tankstellen. Das anders zu begründen oder darzustellen, wäre schlichtweg falsch“, erklärte er. Sandra Frankenhäuser vom LKA Thüringen, bringt auch noch Versicherungsbetrug als zusätzliches Tatmotiv ins Spiel, weil Fahrzeuge oft an abgelegenen Orten angegriffen würden.
Auch in Bayern wurde bereits ein erheblicher Anstieg dieser Straftaten
registriert: Die Polizei in Mittelfranken sprach schon für Januar von einer „rund 100-prozentigen Steigerung knapp im dreistelligen Bereich“ bei Tankbetrug im Vergleich zum gleichen Zeitraum – ebenso im März. Im Februar 2022 lag die Steigerung bei rund 50 Prozent. Fast alle bayerischen Regierungsbezirke sind von dieser Entwicklung betroffen.

Vorboten einer noch schlimmeren Entwicklung

Auch aus Schleswig-Holstein wird ein Anstieg dieser Form der Kriminalität gemeldet. Bei alledem handelt es sich vermutlich nur um Vorboten noch wesentlich schlimmerer Entwicklungen. Anhaltende Preissteigerungen, Inflation, explodierende Heizkosten, die normale steuerliche Belastung und die Ungewissheit, wie lange all das anhalten wird, dazu noch der im Herbst vermutlich wieder beginnende Corona-Wahnsinn – die deutsche Politik hat jede mögliche Voraussetzungen geschaffen, um immer mehr Menschen in Armut, Verzweiflung und Kriminalität zu treiben.

Das Phänomen von „Tankdelikten“ korreliert nicht nur mit der zunehmenden Wahrscheinlichkeit von weiteren Energiepreisexplosionen sowie Gas- und Stromausfällen, sondern auch mit einer zunehmenden Zahl an Privatinsolvenzen, Firmenaufgaben, Produktionsstillegungen und -verlagerungen ins Ausland und einer zunehmenden Neigung der Deutschen zu Verbraucherschulden, um ihre Lebenshaltungskosten überhaupt noch finanziell stemmen zu können. Die Folgen dieser Entwicklung mag man sich noch gar nicht ausmalen. (DM)

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