Immer mehr von der EU und den Grünen gegängelt: Deutsche Landwirtschaft (Foto: Von Subbotina Anna/Shutterstock)

EU gefährdet Lebensmittelversorgung: Auch bei uns drohen bald Bauernaufstände

Gestern stellte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir den Erntebericht seines Ministeriums für dieses Jahr vor. Daraus geht hervor, dass 2022 39,7 Millionen Tonnen Getreide geerntet wurden – 4,8 Prozent mehr als 2021 und 1,6 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten sechs Jahre. Die größten Erntezuwächse gab es in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, in Bayern war der Ernterückgang am höchsten. Auch der Bauernverband hatte diese Woche bereits eine größere Getreideernte als im Vorjahr bekanntgegeben, wobei die Zahlen allerdings deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2014-2021 (ohne das extreme Trockenjahr 2018) gelegen hätten.

Verbandpräsident Joachim Rukwied erklärte: „Schaut man sich die Erträge in den letzten Jahren an, wird deutlich, dass es keinen Spielraum für weitere flächendeckende Einschränkungen bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln geben darf. Die von der EU-Kommission geplanten pauschalen Anwendungsverbote von Pflanzenschutzmitteln sind unverantwortlich und würden die Lebensmittelversorgung in Europa gefährden.“ Damit bezog Rukwied sich auf die Pläne der Kommission, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren und in Schutzgebieten ganz zu verbieten.

Sinnlose Belastungen im Namen des Klimaschutzes

Der niedersächsische Landesbauernverband hatte bereits davor gewarnt, dass dadurch die Nahrungsmittelversorgung gefährdet und rund die Hälfe der Ackerbaufläche in Niedersachsen betroffen wäre. Dies ist jedoch nicht der einzige Punkt, mit dem die EU den Landwirten sinnlose Belastungen im Namen des Klimaschutzes aufbürdet. Wenn die Vorschrift, dass vier Prozent der Ackerflächen brachliegen müssen, angesichts des Ukraine-Krieges auch ausgesetzt wurde, hält man in Brüssel dennoch mittelfristig daran fest.

In Zeiten drohender Nahrungsmittelknappheit müssen sich deutsche und europäische Landwirte also bürokratischen Vorgaben unterwerfen, die ihre Existenzgrundlage und damit die Lebensmittelversorgung der Menschen, auch in anderen Teilen der Welt, gefährden. Die Landwirte stehen auch ohne Brüsseler Einmischungen vor erheblichen Herausforderungen. Zum einen sind sie mit der Zunahme von Dürren konfrontiert, zum anderen müssen sie die Konkurrenz von gentechnisch erzeugtem Saatgut fürchten, das in Deutschland verboten, in den USA und China aber massiv genutzt wird.

Bio-Planwirtschaft und Wettbewerbsnachteile

Zudem will die Bundesregierung auch noch auf Biegen und Brechen den Anteil der Bio-Landwirtschaft bis 2030 auf 30 Prozent erhöhen, obwohl es für die oft viel teureren Bio-Produkte nur einen vergleichsweise kleinen Markt gibt, der sich bei den heutigen Preisexplosionen noch weiter verkleinert. Dennoch sollen Bio-Bauern bevorzugt werden. Der Ausbau der Bio-Landwirtschaft ginge nicht nur am Markt vorbei, sondern wiederum auf Kosten der konventionellen Landwirte. Dies könnte soweit führen, dass Deutschland auf dem Weltmarkt Getreide einkaufen muss, weil die bisher zur Selbstversorgung ausreichende heimische Produktion durch politische Einmischungen nicht mehr gewährleistet werden kann.

Wie immer erhält die Politik auch hier kräftige mediale Schützenhilfe: Der Arzt, Komiker sowie Klima-und Corona-Aktivist Eckard von Hirschhausen agitierte kürzlich in einer ARD-„Wissenssendung“ massiv gegen die angeblich klimaschädliche Kuhmilch, wobei er unter anderem das alte Märchen von den gefährlichen Methan-Ausdünstungen der Kühe wiederholte. Stattdessen empfahl er „leckere Pflanzendrinks aus Hafer und Erbsen vom Acker“.

Ukraine als Rechtfertigung grüner Weltrettungspläne

In diesem politisch-medialen Trommelfeuer drohen die deutschen Landwirte unterzugehen. Vom völlig fachfremden studierten Sozialpädagogen Özdemir ist hier jedenfalls keine Abhilfe zu erwarten. Dessen Reaktion auf den Erntebericht seines Ministerium war ebenso vorhersehbar wie banal. Natürlich sei der Bericht als „Zeugnis der Klimakrise“ zu verstehen. Es sei „essenziell und existenziell“, jetzt zu handeln, fabulierte er weiter. Dies bezog sich auf die angebliche Notwendigkeit, den „klimafreundlichen Umbau der Landwirtschaft“ noch massiver voranzutreiben. Darunter versteht er eine größere Unabhängigkeit von mineralischem Dünger, der energieintensiv hergestellt werde und nun auch noch die aktuelle Standardausrede liefert, von russischem Gas abhängig zu sein.

Auch hier muss also abermals der Ukraine-Krieg zur Rechtfertigung grüner Weltrettungspläne herhalten. Wer diese Vorhaben bremse, sei kein Freund, sondern „erklärter Gegner“ der deutschen Landwirte. Diese dürften dies mehrheitlich deutlich anders sehen. Wenn diese Politik gegen alle Vernunft fortgesetzt wird, drohen hier bald Zustände wie in den Niederlanden, wo die Bauern sich seit Monaten in einem teilweise fast schon bürgerkriegsähnlichen Aufstand gegen die Klimapolitik der Regierung befinden. (DM)

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