Radoslaw "Radek" Sikorski - Foto: Imago

Nordstream-Sabotage: Herr Sikorski und Frau Applebaum – die Kriegserklärung an Deutschland

Über die offensichtliche Sprengung von Nordstream 1&2 freut sich einer ganz besonders. Der polnische Ex-Außenminister und MEP Radoslaw „Radek“ Sikorski. Gerade eben wurde eine Gas-Pipeline von Norwegen nach Polen fertiggestellt. Sie soll am 1. Oktober offiziell in Betrieb genommen werden.

von Max Erdinger

Radek Sikorski MEP
Bedankt sich artig: Herr Radek Sikorski – Screenshot Twitter

Wer ist Radek Sikorski?

Der ehemalige polnische Außenminister und Sejmmarschall Radoslaw „Radek“ Sikorski ist verheiratet mit Frau Anne Applebaum. Frau Applebaum hat sowohl die polnische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sie lebt seit 2006 in Polen. Anne Applebaum ist Mitglied der privatwirtschaftlichen Denkfabrik „Council on Foreign Relations“. Es existiert eine denkwürdige Rede des Ex-STRATFOR-Chefs George Friedman beim „Council on Foreign Relations“ in Chicago 2015, in welcher er offenherzig die Geostrategie der USA erklärt. George Friedman betreibt seit 2015 die Firma „Geopolitical Futures“. Applebaum wiederum ist auch noch Mitglied im „Center for European Policy Analysis“, einem weiteren jener berüchtigten „Think Tanks“ in den USA.

Radek Sikorski MEP Applebaum
Das Ehepaar Sikorski-Applebaum – Foto: Google

Das CEPA hat seinen Sitz in Washington und beschäftigt sich seit 2006 mit der „transatlantischen Zusammenarbeit“ . Weiterhin ist Frau Applebaum Professor „of Practice“ an der London School of Economics und „senior fellow“ an der School of Advanced International Studies jener Johns Hopkins University, von deren „Medical School“ zu Beginn der „Pandemie“ sämtliche alarmistischen Daten kamen. Plötzlich dann nicht mehr. Größter Spender für die Johns Hopkins Universität war 2018 Michael Bloomberg mit 1,8 Mrd. Dollar. 2021 kamen erneut 150 Mio. von Bloomberg. Frau Applebaum, Herr Bloomberg, Herr Friedman, Herr Soros et al sind allesamt Trabanten im Clinton-Obama-Universum – und auf dieses Universum wiederum haben die sog. „Falken“ der US-Außenpolitik erheblichen Einfluß. Also der Kagan-Clan mit Frau Victoria – „F*ck the EU!“ – Nuland, Paul Krugman, Herr Wolfowitz und Konsorten. Der demente Joe ist offensichtlich bloß eine vorgeschobene Puppe. Wer glaubt, daß einer wie der tatterige Biden selbständig das Amt eines US-Präsidenten ausfüllen kann, der glaubt vermutlich auch, daß der verwirrte Joe einen Sprint gegen Usain Bolt gewinnen würde.  Der reale US-Entscheidungspräsident ist vermutlich immer noch oder wieder Herr Obama, möglicherweise in einem inoffiziellen Duumvirat mit Hillary Clinton. Es gibt ein sehr merkwürdiges Video, vor fünf Monaten aufgenommen im Weißen Haus, das diese These stützt.

Die „Baltic Pipe“

Der Bau der „Baltic Pipe“ als einem Abzweig der „Europipe II“ wurde 2001 beschlossen. Die entsprechenden Kooperationsverträge wurden 2007 unterzeichnet. Radoslaw „Radek“ Sikorski war von 1998 bis 2001 stellvertretender Außenminister in der Regierung von Jerzy Buzek. Am 27. September 2022, am Tag der Sprengstoff-Sabotagen an Nordstream 1 & 2 also, war Eröffnungsfeier. Die „Baltic Pipe“ soll am 1. Oktober 2022 in Betrieb gehen.

Maassen NS1 und 2
Hans-Georg Maaßen bei Twitter – Screenshot Twitter

Hans Georg Maaßen, ehemaliger Chef des Verfassungsschutzes, twitterte sarkastisch, die US-Navy wisse bestimmt, wer der Schurke mit dem Sprengstoff gewesen sei. Schließlich sei sie vor Ort gewesen. Außer der US-Navy weiß es anscheinend niemand, auch die Dänen und die Schweden nicht, obwohl es spätestens seit dem Beginn des Ukrainekrieges keinen Quadratzentimeter in der Ostsee geben dürfte, der nicht permanent von der NATO überwacht wird. Der Insel Bornholm, einer strategisch eminent wichtigen Insel, nähert sich seither vermutlich nicht einmal ein Paddelboot, ohne daß es bemerkt werden würde. Dennoch gibt man bei der EU die Ahnungslosen. Der Vorfall müsse genauestens untersucht werden. Gegen die Verantwortlichen müssen harte Sanktionen verhängt werden. Der Lieblingsverantwortliche? – Na klar: Russland. Sogar von einem Drohnenangriff auf Nordstream 1&2 war schon die Rede. Das ist natürlich völliger Blödsinn. Hätte Russland verhindern wollen, daß in den ohnehin lahmgelegten Rohren irgendwann wieder Gas fließt, hätte es ausgereicht, einfach den Hahn zuzudrehen. Sprengstoff komplett überflüssig.

Allerdings gibt es ein Video vom Kanzlerbesuch in Washington am 7. Februar 2022. Der vermeintliche US-Präsident erklärte bei der Pressekonferenz anläßlich des Treffens, die USA könnten Nordstream 2 auf alle Fälle schließen, wenn Russland in der Ukraine einmarschiert, ganz egal, was irgendwer sonst will. Fest steht: Seit dem 27. September ist Nordstream 2 geschlossen. Und zwar für lange Zeit. Naiv wäre, wer unterstellt, daß in den USA am 7. Februar nicht schon längst bekannt gewesen wäre, daß Russland in die Ukraine einmarschieren wird. Offiziell war es allerdings noch nicht, weswegen auch für Olaf Scholz die Möglichkeit bestanden hätte, dem dementen Joe in derselben Pressekonferenz zu erklären, daß ihn Nordstream 2 einen feuchten Kehrricht angeht und daß er besser die Finger davon läßt, da es sonst zu erheblichen Verwerfungen bei der „transatlantischen Zusammenarbeit“ kommen wird. Scholz jedoch zog es vor, strammzustehen wie ein Schulbub.

Polen: Der amerikanische Statthalter in Europa

Es ist nun kein Geheimnis, daß Polen seine eigene nationale Sicherheit in einer entsetzlichen Blauäugigkeit lieber bei den USA als bei Deutschland oder bei Russland sucht. Das hat mehrfach erneuerte historische Gründe und kommt einer amerikanischen Ursprungs-Doktrin aus dem Jahr 1912 sehr entgegen. Es geht dabei um einen Keil zwischen Russland und Westeuropa, sehr unterstützt von dem polnischen Marschall Józef Pilsudski (1867-1935). Dieser Keil hatte sogar eine Bezeichnung: „Miedzymorze“ – zu deutsch: „Zwischenmeer“. Das Konzept dieses politischen Großprojekts nach dem Ersten Weltkrieg favorisierte eine Konföderation der Staaten zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer, um das damals riesige Deutsche Reich mit seinem industriellen und militärischen Entwicklungspotential dauerhaft von Russland zu trennen. Aus polnischer Sicht erneuert hat sich die Berechtigung des „Miedzymorze“-Konzepts dann durch den Molotow-Ribbentrop-Pakt vom 23. August 1939. Es scheint allerweil eine Renaissance zu erfahren. Polen fürchtet sehr um seinen eigenen Bestand, nachdem das Land im Zweiten Weltkrieg erst einmal nicht mehr existierte, da Deutsche und Russen es sich geteilt hatten. Es ist nur logisch, daß die Polen lieber in den USA einen „Beschützer“ erkennen als in irgendeiner europäischen Nation. Weder England noch Frankreich waren nach dem deutschen Einmarsch am 1. September 1939 ihren Sicherheitsgarantien für Polen vom 31. März 1939 nachgekommen.

In jüngster Zeit wurde bekannt, daß sich Polen und die Ukraine darauf geeinigt hatten, die Grenzen zwischen ihren Ländern durchlässig zu machen und sogar, daß Polen in politische Ämter der Ukraine gewählt werden können. Außerdem entspräche ein zeitgemäß modifiziertes „Miedzymorze“-Konzept den Interessen der Amerikaner, die aus wirtschaftlichen Gründen seit jeher daran interessiert sind, daß Westeuropa – speziell Deutschland – nicht mit den russischen Ressourcen zusammenkommt. Im Jahr 1912 fürchtete man noch, dadurch von Deutschland wirtschaftlich in den Schatten gestellt zu werden. Inzwischen gibt es auch andere globale Player, aber grundsätzlich stimmt immer noch, daß ein geschlossener eurasischer Wirtschaftsraum ein extremer Konkurrent für die USA wäre. Daß heutige Staaten in Osteuropa, die sich als „Miedzymorze“- Keil zwischen Westeuropa und Russland instrumentalisieren lassen, ganz besonders von der amerikanischen Gunst profitieren, liegt auf der Hand. Umsonst ist auch für die USA nur der Tod.

Ein Affront

Ein Affront ist der „Thank you, USA“-Tweet des polnischen Ex-Außenministers und MEPs Radek Sikorski dennoch. Erstens hatte Polen nach seiner Aufkündigung der Gasverträge mit Russland wegen des Ukrainekrieges noch Gas aus Deutschland erhalten, obwohl die Versorgungslage in Deutschland selbst schon instabil geworden war. Zweitens handelt es sich bei dem Anschlag auf kritische deutsche Infrastruktur – mit fast 100-prozentiger Sicherheit durchgeführt von der US-Navy – um einen Anschlag von „Verbündeten & Freunden“ gegen „Verbündete & Freunde“. Sikorskis „Thank you, USA“ ist außerdem der Dank für einen Anschlag auf die vitalen Interessen eines westlichen Nachbarlandes, mit dem sich Polen gemeinsam in der EU befindet – und dieser Dank wiederum erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Polen von Deutschland Milliarden an Reparationszahlungen für die Folgen des Zweiten Weltkrieges fordert.

Bislang hat man von der deutschen Bundesregierung weder einen Kommentar zum Anschlag auf Nordstream 1&2 gehört, noch einen Kommentar zu Sikorskis „Thank you“- Tweet.

Hallo Bundesmarine!

Da stellt meinereiner die ketzerische Frage, ob die deutsche Bundesmarine schon einmal etwas von der „Baltic Pipe“ gehört hat. Wenn die in den nächsten Tagen ein Leck hätte und wenn es davon so schöne Fotos gäbe wie von dem sprudelnden „Treibhausgas“ Methan an der Meeresoberfläche bei Bornholm, könnte die deutsche Ex-Verteidungsministerin Ursula v.d. Leyen und derzeitige EU-Kommissionspräsidentin einen schönen Tweet samt Foto absetzen: „Thank you, Mr. Sikorski. Thank you, Poland. Thank you, Mrs. Applebaum. Thank you, Mr. Biden“. Leider ist es halt so, daß das in „Uschis Welt“ völlig undenkbar ist. Die Gute überlegt sich lieber, welche bauernschlaue Geschichte sich konstruieren läßt, um die Schuld an dem Nordstream 1&2-Sabotageakt den Russen in die Schuhe zu schieben. In Berlin derweilen dröhnendes Schweigen.

Dabei ist offensichtlich, warum er erfolgt ist: In den vergangenen Tagen hatten sich hunderttausende auf öffentlichen Straßen und Plätzen in Deutschland für die Öffnung von Nordstream 2 ausgesprochen. Da wollte die US-Regierung vermutlich sicherstellen, daß die Bundesregierung nicht aus Versehen aus den gemeinsamen Sanktionslatschen kippt, um dem Willen des deutschen Volks zu dienen.

Deutsche Gegenmaßnahmen wären dringend angezeigt. Tomasz Froelich bringt es bei Twitter jedoch wie folgt auf den Punkt.

Tomasz Froelich
Tomasz Froelich bei Twitter – Screenshot Facebook

 

 

 

 

 

 

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