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Erst Corona, jetzt Inflation: Unser Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps!

Ungesunde Nachrichten aus dem Gesundheitssektor:

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen warnt vor einer Verschlechterung der ärztlichen Versorgung in Folge der aktuellen Energiekrise. „Wenn die Heizkosten für die Praxisräume massiv steigen, wenn sich Stromkosten etwa für Radiologen verfünffachen oder sogar verzehnfachen, dann stellt sich die Frage, ob zum Beispiel MRT-Untersuchungen noch wirtschaftlich durchführbar sind“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Wenn die Politik nicht helfe, werde man „deshalb erleben, dass im Zuge dieser Krise Praxen schließen oder ihr Angebot massiv einschränken müssen“.

Das habe erhebliche Folgen für die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Konkret sei etwa zu erwarten, dass diejenigen, die ohnehin am Ende ihrer Berufslaufbahn seien, jetzt früher als geplant ihre Mietverträge nicht mehr verlängerten und aufhörten, so Gassen. Bei den Hausärzten sei ein Drittel über 60 Jahre alt.

Man werde diese krisenbedingten Praxisschließungen spätestens im nächsten oder übernächsten Jahr mit voller Wucht spüren. „Und das in einer Lage, wo wir jetzt schon viele Praxen nicht nachbesetzen können. Die wohnortnahe Versorgung ist dann noch stärker gefährdet“, mahnte der Ärzte-Vertreter.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt wegen der hohen Inflation und der gestiegenen Energiepreise vor der Schließung von Kliniken. „Wir laufen auf einen dramatischen Liquiditätsengpass in den Krankenhäusern zu“, schrieb DKG-Chef Gerald Gaß in einem Brandbrief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), über den das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet. Durch den Engpass werde es „in den kommenden Monaten unweigerlich zu Standortschließungen und Leistungseinschränkungen in der Patientenversorgung kommen“, so Gaß.

Schon in diesem Jahr könnten nicht mehr alle Krankenhäuser fristgerecht die Weihnachtsgelder bezahlen. „Die Verantwortung dafür tragen weder die Krankenhausträger noch die Krankenhausleitungen, sondern die politisch Verantwortlichen“, schrieb Gaß. Der DKG-Chef kritisierte, dass Lauterbach die Berechnungen der Krankenhausgesellschaft zum Defizit der Kliniken bei einem Gespräch Anfang Oktober erst akzeptiert, sie dann aber bei der Fragestunde im Bundestag am vergangenen Mittwoch öffentlich in Zweifel gezogen habe.

Gaß nannte das Verhalten des Ministers „irritierend“ und forderte Lauterbach auf, das versprochene Hilfspaket für die Krankenhäuser endlich auf den Weg zu bringen. Nach den Berechnungen der DKG summieren sich die inflations- und energiebedingten Mehrkosten der Kliniken, die nicht durch die Krankenkassen ausgeglichen werden, in den Jahren 2021 bis 2023 auf insgesamt 15,5 Milliarden Euro.

Lauterbach wird mit dem nötigen Geld wohl eher nicht so schnell rausrücken. Er benötigt das für den Impfstoff, den keiner braucht und den keiner haben will. (Mit Material von dts)

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