"Deutsche Souveränität" - Symbolbild Imago

Deutschland: Machtlos im Wertewesten

Ein wirtschaftlicher Gigant, politisch ein Zwerg. So wird Deutschland gern beschrieben. Der Trend geht jedoch zur wirtschaftlichen Verzwergung und in die völlige politische Bedeutungslosigkeit. Wer das verhindern wollte, müsste erst einmal mit ein paar Illusionen Schluß machen, die medial mit missionarischem Eifer am Leben erhalten werden. Neben einer Energie- und Wirtschaftskrise herrscht in Deutschland eine beispiellose Bewußtseinskrise, was das eigene Land betrifft. Ein paar Feststellungen.

von Max Erdinger

  1. Die Autorität eines Staates seinen Bürgern gegenüber beruht auf seiner Fähigkeit, diese Bürger vor schädlichen Einflußnahmen zu schützen, die von außen kommen. Krieg abzuwenden wäre z.B. eine solche Fähigkeit, Schutz vor politischer Erpressbarkeit der eigenen Regierung eine weitere  – und die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit eine dritte. Dazu käme die Fähigkeit, die eigene Verfassung resp. das Grundgesetz gegen die zersetzenden Anmaßungen von Ideologen zu verteidigen, mithin also, den eigenen Bürgern Rechtssicherheit zu garantieren.

Von alledem ist man in Deutschland weit entfernt. Eine schädliche Einflußnahme von außen war zweifellos die Sprengung der beiden Nordstream-Pipelines, die feige so behandelt wird, als hätte sie nicht stattgefunden und als fehlte ihr jegliche Relevanz bei der Beurteilung des tatsächlichen internationalen Status‘ Deutschlands. Die Machtlosigkeit soll offenbar nicht thematisiert werden. Ob Deutschland in einen Krieg hineingezogen wird oder nicht, entscheidet offensichtlich ebenfalls nicht die deutsche Bundesregierung, sondern der Zuchtmeister USA je nach dessen eigener Interessenslage. Die deutsche Bundeswehr selbst könnte das Land kaum länger als 5 Minuten verteidigen, was so viel bedeutet wie, daß sie es vornherein bleiben lassen kann. Das Grundgesetz dient nicht mehr der Rechtssicherheit aller Bürger in Deutschland, weil es in verschiedenen Zusammenhängen je nach ideologischer Interessenslage anders „interpretiert“ wird. Mit der Aufgabe der Kontrolle über die eigenen Landesgrenzen wurde auch die Innere Sicherheit so weit vernachlässigt, daß sie erodiert – und staatlicherseits wird so gut wie nichts dagegen unternommen. Ergänzt wird das Ganze durch die zielgerichtete Ausplünderung und Enteignung der Bürger durch Inflation und Besteuerung.  Daraus folgt, daß das „staatlich“ vor „Autorität“ in Deutschland eine Illusion ist – und daß deshalb die Phrase vom „demokratischen Souverän“ ebenfalls eine ist. Der Deutsche ist noch nicht eimal Untertan seiner eigenen Regierung, sondern nur noch „Unterspielball“ einer Regierung, die selbst machtloser Spielball geopolitischer Interessenslagen ist, von denen sie selbst wiederum nicht eine einzige definiert.

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„Nichts mehr zu holen“ – Symbolbild Imago
  1. Die Europäer. Daß Deutschland in Europa liegt, ist eine Binsenweisheit. Daß die deutsche Regierung ständig von „Europäern“ redet, zu welchen Deutsche an erster Stelle zu werden hätten, um Deutsche erst an zweiter oder letzter Stelle zu bleiben, hat seine Ursache vermutlich darin, nicht für verantwortlich gehalten werden zu wollen für etwas, für das man als deutsche Reguierung tatsächlich auch nicht verantwortlich sein darf. Der Äußerung der Vision vom Deutschen, der zum „Europäer“ wird, ist zweifellos bestens geeignet, die eigene Machtlosigkeit hinter einer „fortschrittlichen Geisteshaltung“ zu verstecken. Wie es tatsächlich ist, hat der ungarische Premier Viktor Orbán recht knackig in Worte gefasst: Es gibt Europa und es gibt europäische Völker. Den „unverwechselbaren, typischen Europäer“, der sich überall in Europa gleichermaßen finden ließe, gibt es hingegen nicht. Was die Deutschen ihren Ideologen zufolge „lieber sein zu wollen hätten“, ändert nichts an der Feststellung, daß sie sind, wer sie sind: Deutsche.

  2. Die Zeit rennt. Die wirtschaftliche Ausplünderung Deutschlands im Auftrag wäre notfalls zu korrigieren. Irreparabel ist jedoch der Verlust von Tugenden, Fähigkeiten und Wissen. Noch im Jahre 1920 erschien etwa die Hälfte aller wissenschaftlichen Neupublikationen weltweit in deutscher Sprache und wurde übersetzt. Aus der Zeit etwa stammt auch die amerikanische Furcht vor einer deutsch-russischen Allianz, bei der deutsche Fähigkeiten, deutsche Technologie und deutsche Tugenden wie Fleiß, Disziplin, Erfindungsreichtum und Ordnungsliebe mit unerschöpflichen russischen Ressourcen zusammenkämen. Eine solche Allianz hätte das Potential (gehabt), das geopolitische „Machtzentrum der Welt“ von den USA ins eurasische Herzland zu verschieben und die zwischen Atlantik und Pazifik geographisch isolierten USA auf die Plätze zu verweisen. Der Keil, der von amerikanischen Geostrategen zwischen Russland und Westeuropa – besonders Deutschlands – getrieben wird, dient einzig und allein amerikanischen Interessen. Das war solange gut zu bemänteln, wie Russland sowjetisch gewesen ist, da sich tatsächlich zwei fundamental unterschiedliche Weltanschauungen bis an die Zähne bewaffnet gegenüberstanden – und der Eiserne Vorhang mitten durch Deutschland verlaufen ist. Schier wahnsinig müsste man als Deutscher werden, wenn man sich überlegt, daß die energiewirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion besser funktioniert haben als die heutigen mit Russland, während sich neokommunistische Ideologen im sog. „Wertewesten“ breitmachen und sich die ideologische Rollenverteilung von damals allmählich in ihr geographisches Gegenteil verkehrt.

Langfristig gibt es für Deutsche kein wichtigeres Interesse, als sich einen internationalen Spitzenplatz bei Technologie, Wissenschaft und Erfindungsreichtum zu erhalten. Heute bedeutet das bereits, ihn unbedingt wiederzuerlangen, weil genau darin die deutsche Mitgift bei einer eurasischen Einigung zu sehen wäre. An der wiederum führt langfristig kein Weg vorbei. Das US-amerikanische Imperium selbst ist im Niedergang begriffen. Bildung ist Zukunft. Insofern rennt die Zeit. Der deutschen Allgemeinverblödung durch Hypermoralisten und ökosozialistische Untergangsideologen muß dringend ein Ende gesetzt werden. Der „Braindrain“ wirkt nämlich auf lange Sicht tödlich. Inzwischen ist es wahrscheinlich schon so, daß man die besten Köpfe tatsächlich überall auf der Welt zusammensuchen müsste, um sie mit paradiesischen Versprechungen hinsichtlich ihres je persönlichen Wohlstandes nach Deutschland zu locken, auf daß sie hier jene Fachkräfte ersetzen, die bereits das Weite gesucht haben oder eben sprichwörtlich ausgestorben sind. Langfristig schlimmer noch als der unmittelbare wirtschaftlich-materielle Aderlaß ist der Aderlaß bei den Fähigkeiten, sich sozusagen „an den eigenen Haaren“ wieder aus dem „Sumpf herauszuziehen“. Die „Letzte Generation“ wird in der Hnsicht überhaupt nichts reißen.  Die sitzt bloß gern jammernd herum und will von der Welt recht narzisstisch für ihre großartige Besorgtheit bewundert werden. Das ist nicht die letzte, sondern die mit Abstand dümmste, eingebildetste, medial verhetzteste, verzogenste und verängstigtste Generation seit mindestens 60 Jahren.

  1. Die Vereinigten Staaten. So sehr man sich wegen der Zurückdrängung der Kulturmarxisten in der westlichen Welt darüber freuen müsste, wenn sich die amerikanischen Konservativen endlich gegen sie durchsetzen würden, so realistisch sollte man allerdings auch bleiben, was den US-amerikanischen Weltführungsanspruch angeht. In der Hinsicht wird sich in einem konservativer werdenden Amerika nicht viel ändern. So sehr man einem Donald Trump viel Erfolg wünscht – über eines sollte man sich als Deutscher nicht hinwegtäuschen: Trumps Behauptung, jede Regierung eines jeden Landes sollte es ihm gleichtun und zuvörderst ihr eigenes Land „great again“ machen, ist höchstwahrscheinlich nicht wirklich ernstgemeint. In den USA gefällt man sich parteiübergreifend in der Rolle des „Ritters der Freiheit“, der überall auf der Welt „Werte verteidigt“. „Make America Great Again“ muß man nicht unbedingt als die Absicht interpretieren, sich auf die Vereinigten Staaten zu beschränken, sondern realistischer wäre vermutlich, daß „America Great Again“ zu machen durchaus so gedacht sein könnte, America so „great again“ zu machen, daß es den Rest der Welt noch länger nach seiner Pfeife tanzen lassen kann. Daß das allerweil nicht mehr so ohne weiterers möglich ist, dürften auch Republikaner als ziemlich „ungreat“ begreifen. Schließlich leben sie in „Gods Own Country“ und haben die Gerechtigkeit mit Baggerschaufeln gefressen.

Trotz des Mangels an guten Alternativen zu Trump, dessentwegen man für Trump sein muß, wenn man nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, sollte man nicht vergessen, was Donald Trump dem NATO-Generalsekretär bei einem Essen vorgeworfen hatte. Trump: Es gehe nicht an, daß die USA den Löwenanteil der Kosten für die NATO trügen und Europa verteidigten, während hauptsächlich Deutsche den Russen die Milliarden für billige Energie nur so in den Rachen stopften. Das zeigt auch ziemlich gut die Grenzen jenes Trump, zu dem es keine bessere Alternative gibt. Trump schien zu glauben, sein Gesprächspartner sei dämlich genug, eine zentrale Frage gar nicht mehr zu stellen, nämlich die danach, gegen wen denn die USA Europa angeblich verteidigen – und weshalb „In God We Trust“ ausgerechnet auf der Dollarnote zu finden ist. Verteidigung – schön und gut. Aber gegen wen? Das ist doch die Frage. Ohne Feind keine Notwendigkeit zur Verteidigung. Der „russische Feind“, gegen den sich zu verteidigen es „gemeinsam“ gelte,  ist im Grunde ein amerikanisch perpetuiertes Narrativ, das noch aus den Zeiten des Kalten Kriegs stammt, als es eine gute Berechtigung hatte. Heute jedoch ist die amerikanische Behauptung, Europa sei von Russland bedroht, nichts weiter als die von Eigeninteressen geleitete Wunschbehauptung, es gebe da etwas zu verteidigen. Tatsächlich geht es darum, sich Deutschland als gehorsamen Vasallen zu erhalten.  Wenn der „Wertewesten“ seiner behaupteten „Werte“ wegen gegen einen weltanschaulichen Feind kämpfen wollte, müsste er in Washington, in London, in Brüssel und Berlin damit anfangen, nicht in Moskau. Und in Budapest auch nicht.

  1. Freiheit, Demokratie und „westliche Werte“ werden in der Ukraine für ganz Europa verteidigt. Das ist die verlogenste Gegenwartserzählung überhaupt. Der heilige Wolodymyr hat in der Ukraine elf oppositionelle Sender verboten, den Führer der letzten verbliebenen Oppositionspartei verhaften und einsperren lassen sowie etliche Journalisten und Blogger. Von einem demokratischen Rechtsstaat und tatsächlicher Souveränität war die Ukraine schon vor der russischen Invasion so weit entfernt wie die Sonne vom Mond. Der US-Vizepräsident persönlich konnte dafür sorgen, daß binnen sechs Stunden ein Staatsanwalt in Kiew entlassen wurde, der im Zusammenhang mit dessen Geschäftsführungsposten beim ukrainischen Energieversorger „Burisma“ gegen seinen Sohn ermittelte, um ihm den Prozess zu machen. Sowohl der politische Werdegang der Klitschko-Brüder als auch der von Jazenjuk, Poroschenko und Selenskyj ist eine einzige Geschichte von Oligarchenkämpfen (Poroschenko via Verstaatlichung von Kolomoiskys „Privatbank“ gegen Kolomoisky und damit auch Selenskyj), organisierter Kriminalität, Vorteilsnahmen und Korruption. Im Fall der Klitschko-Brüder versuchte Deutschland, via CDU und Konrad-Adenauer-Stiftung einen Fuß bei der Festlegung der künftigen Ausrichtung in der Ukraine in die Tür zu bekommen, durchaus auch gegen die Klitschko-Verhinderer um Victoria Nuland und „die Falken“ in den USA – und trotz des Wissens um die Verflechtungen ihrer Box-Promoter mit der organisierten Kriminalität. Zwei der zwielichtigen Klitschko-Promoter wurden später erschossen aufgefunden. „Die Mohren“ hatten „ihre Schuldigkeit“ getan und „konnten gehen“.

Das ukrainische Volk und die Verteidigung von „westlichen Werten“ sind das absolut letzte, worum es beim Ukrainekrieg geht. Noch 5 Tage vor dem Einmarsch der Russen, am 19. Februar 2022, sprach Selenskyj davon, das Budapester Memorandum von 1994 nicht länger mehr berücksichtigen zu wollen. In der Praxis bedeutete das, daß er eine Stationierung von Atomwaffen in der Ukraine auf seine Agenda setzen wollte. Und dann das Gerede von „Putins Angriffskrieg“, der völlig unprovoziert gewesen sei. Auch in Deutschland gilt: An der Wahrheit führt auf Dauer kein Weg dabei. Mit ihrem Duckmäusertum vor den USA haben sich die EU und Deutschland am Ukrainekrieg und der Zerrüttung des Verhältnisses zu Russland selbst mitschuldig gemacht. Hätte die EU beizeiten klargemacht, daß sie die geopolitischen Absichten der USA in der Ukraine nicht unterstützt sondern ablehnt – der Ukrainekrieg wäre vermutlch gar nicht erst ausgebrochen. Die USA hätten nochmal neu kalkulieren müssen, ob sie es sich wirklich leisten wollen, ihre europäischen Verbündeten zu verprellen. Daß dieser entsetzliche Krieg stattfindet, dürfen sich EU und NATO durchaus auch selbst zurechnen lassen.

Wie wenig der angebliche „deutsche Souverän“ zu melden hat, verdeutlicht sich an der folgenden Meldung in der „FAZ“: Polen und die NATO wussten über AWACS-Aufklärer von Anfang an, dass es eine ukrainische Rakete gewesen war, die auf polnischem Gebiet eingeschlagen ist. Dennoch ließen sie Selenskyi erst einmal munter Lügen darüber verbreiten und spielten so wissentlich mit dem dritten Weltkrieg, während der angebliche US-Präsident in Bali noch schlief und nicht geweckt werden durfte. Die „BILD“ derweil im unbestechlichen Dienst an der Informiertheit des ach -so-demokratischen Souveräns: „Putin feuert Raketen auf Polen ab“ – Das schlägt dem Faß ja wohl den Boden aus.

Allgemein

Nein, der „Wertewesten“ – und damit auch Deutschland – hat sein größtes Problem nicht mit fremden Mächten, sondern in erster Linie mit sich selbst – und erst deswegen dann auch Probleme mit fremden Mächten. Dieses größte Problem ist, daß er seine eigene Degeneration, seine Verkrustung und den ganzen Filz partout nicht zur Kenntnis nehmen will – und nur, um sich selbst auch weiterhin als beispielhaft für die ganze Welt darstellen zu dürfen. Das nimmt allmählich groteske Züge an, wie sich beispielsweise an der Behauptung festmachen läßt, die „ganze Welt“ verurteile „Putins Angriffskrieg“ und unterstütze die Sanktionen gegen Russland. Tatsache ist etwas ganz anderes: Von derzeit 8 Milliarden Menschen auf dem Planeten „unterstützt“ – und das per Androhung der Ausgrenzung erzwungenermaßen – nur eine einzige Milliarde den Kurs des „Wertewestens“. Und das ist die eine Milliarde, aus welcher der „Wertewesten“ selbst besteht. Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind dabei selbst schon nur noch eine Fata Morgana, die der Selbsthynose dient. Wokeness und Zensur greifen um sich wie ein rasant wucherndes Krebsgeschwür. Russland hat einen tatsächlichen Präsidenten. Haben die USA auch einen echten? Hat die Ukraine einen? Oder gibt es dort bloß Marionetten der Macht von Ungewählten im Dienste von deren Agenda? Das ist die grundsätzliche Frage, vor welcher der „Wertewesten“ steht: Wer hat hier eigentlich wirklich das Sagen? Welche Funktion haben die selbsternannten Qualitätsmedien tatsächlich? Lebt der „kollektive Westen“ noch in der Realität, oder konstruiert er sich inzwischen für absolut alles die für ihn präferablen Narrative? Wohin wird es zwangsläufig führen, wenn fortgesetzt Wahrheit und Lüge unterschiedslos zur „gleichberechtigten Meinung“ vermischt werden? Woher auf einmal alle diese „Faktenchecker“ und die ausufernde Zensur? Woher die Kriminalisierung von eigentlich doch so „gleichberechtigten Meinungen“?

Zumindest für Deutschland scheint festzustehen: Die Demokratie ist eine Illusion geworden. Das Land fungiert als US-amerikanisches Werkzeug, aber nicht als souveräne Nation. Der Bürger als eigentlicher Souverän ist nichts als Einbildung. Von der AfD einmal abgesehen: Alles, was der vermeintliche „Souverän“ zur Wahl vorgesetzt bekommt, ist bereits Resultat einer Vorauswahl, die völlig außerhalb seiner Einflußmöglichkeiten liegt. Ob CDU, CSU, FDP, SPD oder Grüne – ganz egal. Wenn sich dort per Wahl alle Nase lang andere Gesichter profilieren dürfen, dann gehorchen sie dennoch ein- und demselben Herrn. Der deutsche Wähler und eigentliche „Souverän“ ist das nicht. Der muß nur glauben, daß er es sei, damit der wertewestlichen Schönheit genüge getan ist.  Dieses System ist am Ende. Fix und fertig. Kein frei geborener Mensch braucht sich dieses miserable Illusionstheater noch länger bieten zu lassen.

Stichwort „Theater“: Inzwischen wäre man wahrscheinlich ganz gut beraten, sich auch diesen Rechts/Links-Schnack nicht länger mehr unkritisch anzutun so nach dem Motto „Ich bin ein Rechter und deshalb …“ resp. „Ich bin ein Linker und deshalb …“. Wenn die wahre Macht erkannt hätte, daß sich ihre Ziele nicht notwendigerweise nur mit als „linksstehend“ Rezipierten durchsetzen lassen, – warum sollte sie dann nicht mit einer Rechts/Links-Inszenierung für Zerstreuung und Entertainment im Demokratietheater sorgen? Deshalb frage man sich: Von wem hängt Ron DeSantis in den USA im Gegensatz zu Trump ab? Ist Giorgia Meloni in Italien tatsächlich die, für die sie gehalten werden soll? Es geht im Grunde nicht um das, was als „rechts“ resp. „links“ rezipiert werden soll, sondern um „Wahrheit“ als einem Synonym für „Realität“ im Gegensatz zur „Lüge“ als einem Synonym für „zielgerichtetes Narrativ“. Der fundamentale Irrtum im inzwischen durchideologisierten „Wertewesten“ ist glaube ich der, daß unausgesprochen die kollektive Überzeugung gilt, mit zielgerichtet konstruierten Narrativen – Lügen also – lasse sich eine „bessere Zukunft“ in genau derselben Realität herbeizwingen, die ein Synonym für Wahrheit ist – und an welcher kein Weg vorbeiführt. Daß an der Wahrheit kein Weg vorbeiführe, ist die Behauptung, daß an der Realität keiner vorbeiführt. Besser wäre es, sich allmählich einmal ehrlich zu machen, was die Situation angeht, in welcher der „Wertewesten“ sich tatsächlich befindet. Um das etwas pointiert auszudrücken: Mich dünkt, Putin und die Russen hätten diesbezüglich bereits einen gewaltigen Vorsprung.

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