Deutschland im Winter 22/23 Symbolfoto: Durch Smileus/Shutterstock

Habeck: Friert endlich, Bürger!

Berlin – Bereits jetzt schon haben viele Bürger ihre Heizungen runtergedreht, aber eben nicht all zu sehr, denn draußen ist es – naturgemäß – sehr kalt. Das wiederum scheinen die Grünen nicht zu begreifen, das passt ganz einfach nicht in ihr ideologisches Klima-Konzept. Diese verfluchten Jahreszeiten. Und so wird es bereits in diesem Jahr erwartungsgemäß sehr eng werden mit der Wärmeversorgung:

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ruft deshalb die Deutschen noch mal mehr zur Sparsamkeit beim Gasverbrauch auf. „Natürlich sind wir noch nicht durch“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Wir arbeiten in aller Konsequenz weiter – auch am Ausbau der Erneuerbaren. Und es bleibt wichtig, sorgsam mit dem knappen Gut Gas umzugehen, auch wenn es kalt ist.“ Der Wirtschaftsminister dämpfte auch Hoffnungen auf rasch sinkende Energiepreise. „Mitten in der Krise Ersatz am Weltmarkt zu beschaffen, ist teuer. Und es wird auch noch eine Weile dauern, bis die Preise wieder sinken, wenn auch nicht auf das Niveau wie 2021“, sagte er. Die Regierung dämpfe extreme Preisanstiege mit den Preisbremsen und weiteren Hilfen wie Heizkostenzuschüssen und Wohngeld. „Zweitens arbeiten wir uns aus der Krise heraus und lösen die Probleme hinter den hohen Preisen Schritt für Schritt.“

Den Vorwurf von Klimaschützern, Deutschland schaffe Überkapazitäten beim Gas und verbaue sich den Weg zu den Klimazielen, wies Habeck zurück. „Mit den jetzt fest eingeplanten schwimmenden Terminals nähern wir uns im nächsten Winter 23/24 den bisherigen russischen Gasmengen an, erreichen diese aber noch nicht“, sagte er. „Das ist keine Überkapazität, sondern nötig, erst recht, wenn man unsere europäischen Nachbarn mitdenkt. Und das müssen wir.“ Außerdem werde bei der Leitungsinfrastruktur der Umstieg auf Wasserstoff mitgeplant. „Insofern: der Vorwurf ist falsch.“

Der Minister verteidigte die Kostensteigerungen bei den Flüssiggasterminals: „Wir bauen mit den LNG-Terminals eine komplett neue Infrastruktur in Deutschland auf. Diese Terminals sind nicht für Deutschland wichtig, sondern auch für die Versorgungssicherheit in Europa“, sagte er. „Und wir verbessern die Leitungsinfrastruktur. Das ist gut investiertes Geld, denn durch diese neuen oder verstärkten Leitungen können später auch Wasserstoffderivate und Wasserstoff transportiert werden. Und den Kosten werden mit der Inbetriebnahme Schritt für Schritt auch Einnahmen gegenüber stehen.“ Habeck rief dazu auf, die Lieferquellen zu diversifizieren.

„Das das gilt nicht nur für Energie, sondern auch für Rohstoffe und viele Vorprodukte“, sagt er. „Und daran arbeiten wir.“ Die Förderung von heimischem Schiefergas lehnte Habeck indes strikt ab.

„Die Knappheit ist vor allem in diesem Winter und dem kommenden Winter da. Da hilft die Debatte nicht“, sagte er. Die Eröffnung des ersten deutschen Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven sieht der Minister als Meilenstein zur Überwindung der Energiekrise.

„Dass das neue Importterminal in Wilhelmshaven startet, ist ein ganz entscheidender Schritt für die Versorgungssicherheit in Deutschland“, sagte der Grünen-Politiker. „Jetzt folgen schon rasch weitere Terminals in Brunsbüttel und Lubmin, ebenfalls noch für diesen Winter.“

Die Grünen haben die teuerstes Energie-Beschaffungs-Methode überhaupt gewählt. Und sie ist auch noch umweltschädlich und macht uns abhängig von Schurkenstaaten. Doch auch das wird nichts nützen:

Anlässlich der Inbetriebnahme des ersten deutschen Flüssiggas-Terminals warnt der Industrieverband BDI vor übertriebener Euphorie und mahnt, das hohe Ausbautempo jetzt beizubehalten. „Die Inbetriebnahme des ersten deutschen Flüssiggasterminals kann nur der Anfang sein. Mit dem neuen Terminal ist die Gefahr einer Gasmangellage noch längst nicht gebannt“, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).

„Damit die Energieversorgung in Deutschland sicher bleibt, ist die zügige Inbetriebnahme der weiteren geplanten Terminals unabdingbar“, fügte er hinzu. Vor dem Hintergrund des Wegfalls russischer Pipeline-Lieferungen infolge des grünen Boykotts spiele per Schiff angeliefertes Flüssiggas (LNG) bei der Befüllung der Speicher eine zentrale Rolle. „Der Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur muss jetzt in einem gleichbleibend hohen Tempo weitergehen“, forderte Russwurm.

Aber dann springt er Habeck zur Seite: Darüber hinaus bleibe es unerlässlich, dass Unternehmen und Bürger weiterhin Gas einsparen. Russwurm forderte, die Planungs- und Genehmigungsgeschwindigkeit des LNG-Ausbaus auf andere Infrastrukturprojekte zu übertragen. „Nicht nur für die Versorgungssicherheit und die Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen, sondern in vielen Themen der Infrastruktur und der Transformation der Industrie müssen Bund und Länder bei Planungen und Genehmigungen viel mehr Geschwindigkeit als bisher erreichen“, sagte er.

„Es ist gut, wenn das vorbildliche Tempo bei der Genehmigung des Terminals in Wilhelmshaven auch für Industrieanlagen sowie für den Erhalt und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zum neuen Standard wird.“ Im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) soll an diesem Samstag das erste schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven in Betrieb gehen. Wilhelmshaven ist der erste von mehreren Standorten an der deutschen Küste, die für den Import von verflüssigtem Erdgas vorgesehen sind.

Weitere sollen in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), Stade (Niedersachsen) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) entstehen.

Derweil leeren sich die Gasspeicher in Deutschland weiter. Stand Donnerstagabend waren die Reservoirs zu 89,21 Prozent gefüllt, und damit 1,02 Prozent weniger als am Vortag, wie aus Daten des Verbandes europäischer Gas-Infrastrukturbetreiber vom Freitag hervorgeht. Der größte deutsche Gasspeicher in Rehden weist dabei einen Füllstand von 91,08 Prozent aus (-0,07 gegenüber Vortag).

Seit November erlaubt das Gesetz nun einen „Ausspeicherpfad auf bis zu 40 Prozent“ bis zum 1. Februar des nächsten Jahres, wenn sich die Speicher weiter im gleichen Tempo leeren, könnte das knapp klappen. In Österreich lag der Speicherstand unterdessen landesweit bei 87,02 Prozent (-0,63), darunter ist auch der Speicher Haidach bei Salzburg, der bislang nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen ist und für Bayern eine große Bedeutung hat, mit einem Füllstand von 85,92 Prozent (-0,87). EU-weit wird ein Speicherstand von 85,18 (-0,67) ausgewiesen, wie die Daten vom Freitag weiter zeigen.

Das Rennen ist also noch nicht zu ende. Und wenn der Winter gewinnt, verlieren die Grünen. Ist das dann die Rache des Klimas gegen den grünen Größenwahn? (Mit Material von dts)

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