Grüne Schizophrenie: Vor 40 Jahren Kriegsdienstverweigerer, heute kriegsgeile Waffennarren (Foto:Imago)

Linksgrüner Gratismut: Immer mehr Widerrufe von Kriegsdienstverweigerung

Immer mehr Deutsche widerrufen seit Beginn des Ukraine-Krieges ihre einstige Kriegsdienstverweigerung; darunter vor allem auch solche, die – obwohl selbst längst im Seniorenalter – ihre einstige Wehrdienstverweigerung nun widerrufen, freilich in dem Wissen, dass sie weder ihre Wehrpflicht nachholen noch mit einem Einberufungsbescheid rechnen müssen. Denen, die diesen Schritt vollziehen, geht es wohl vor allem um eine Art symbolische Ertüchtigung der Ukraine, die ohne jede praktische Bedeutung ist, weil für sie in Wahrheit natürlich ebensowenig „Krieg ist” wie Deutschland sich „im Krieg befindet“. Obwohl – in einer grotesken Projektion und Übersprungshandlung – von moralisierenden Etappenhasen der Politik so getan wird, als sei dies auch „unser Krieg”. Das ist er natürlich nicht; auch wenn die Bundesregierung alles unternimmt, um ihn zu unserem zu machen.

Bei vielen der symbolischen Kriegsdienstverweigerungen, denen ohnehin kein Kriegsdienst mehr drohen würde, handelt es sich wohl auch um den Versuch, die schwere schizophrene Bewusstseinsspaltung und Verlogenheit des eigenen linksgrünen Lagers irgendwie zu verarbeiten und vor dem eigenen Gewissen stimmig zu bekommen, vom einstigen Fundamentalpazifismus zu hemmungslosen Kriegstreibern mutiert zu sein, die in militärischer Eskalation („Frieden schaffen nur mit Waffen”) neuerdings die Antwort auf alle Probleme sehen. Einstige Anti-Fluglärm- und NATO-Doppelbeschluss-Demonstranten, die jede sichtbare Präsenz der Bundeswehr in der Öffentlichkeit als protofaschistische Zumutung verfemten, gegen Soldaten bei jeder Gelegenheit Stimmung machten und von Militär nichts wissen wollten, spielen sich jetzt als Falken auf, die Putin mit Haubitzen, Panzern und demnächst dann Kampfjets zeigen wollen, wo der Hammer hängt.

Virtueller Volkssturm

Da passt die frühere Kriegsdienstverweigerung natürlich nicht ganz zur gewandelten Hypermoral. Also korrigieren jetzt vollgefressene, satte 60-jährige Wohlstandsgrüne in ihren luxuriösen nachhaltigen Einfamilienghettos und Altbauappartements, die sich ihre frühere strikte antimilitaristische Deeskalations- und Abrüstungshaltung als vermeintliche Lebenslüge schönreden, ihren biographischen Schönheitsfehler der einstigen Wehrdienstverweigerung  durch formellen Widerruf, um auf der moralisch richtigen Seite zu wähnen. Der virtuelle Volkssturm zeigt Entschlossenheit. So etwas gibt es wohl nur im infantilen, dauerver(w)irrten Deutschland.

Zwar ist seit dem russischen Einmarsch im Februar, die die Wahrscheinlichkeit eines Verteidigungsfalls sprunghaft erhöht hat auch die Zahl von neuen Kriegsdienstverweigerern deutlich angestiegen, was vor allem aktive Zeitsoldaten oder freiwillig Grundwehrdienstleistende (die allgemeine Wehrpflicht ist in Deutschland ja bekanntlich seit 2011 dauerhaft ausgesetzt) betrifft; doch immer mehr Deutsche widerrufen ihre entsprechende Erklärung von früher, als sie gemustert wurden und ihre Einberufung anstand, und wollen sie so quasi aus den Akten tilgen. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf Daten des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BaFzA), es seien im Jahr 2022 genau 487 Widerrufe gewesen- ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als nur 304 Widerrufe bei dem Amt eingingen. Die Behörde selbst erfasst übrigens nur die Zahlen und macht „keine Angaben zu entsprechenden Motivationen” der Verweigerung; diese würden „statistisch nicht  erfasst”. Das ist auch nicht nötig – die Motivation liegt klar auf der Hand. (DM)

 

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