Die NATO - der Untergang des Westens? - Foto: Von Alexandros Michailidis/Shutterstock

Ukrainekrieg: US-Veteranen und deutsche Generäle a.D. sind entsetzt

e3adf15a30e74a71a21b1821be80a2d3

Inzwischen regt  sich auch beim NATO-Militär Widerstand gegen den Kriegskurs jener politischen Hasardeure in den Parlamenten, die in einer nur noch als kriminell zu bezeichnenden Verantwortungslosigkeit ihren Völkern gegenüber wie die Blinden in einen Dritten Weltkrieg hineintaumeln. Die militärische Protest-Allianz ist von historischer Einmaligkeit.

von Max Erdinger

US-Veteranenverbände, die ein Ende der amerikanischen Proxykriege rund um den Globus fordern, sind Teil der Protest-Allianz; der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, General Mark A. Milley; die wesentlich vom Pentagon finanzierte Rand Corporation denkt über einen baldigen Verhandlungsfrieden nach; Colonel Douglas Macgregor, der von Donald Trump als US-Botschafter für Deutschland vorgeschlagen worden war; der Ex-UN-Waffeninspekteur und Ex-Marine-Intelligence-Officer Scott Ritter; hochrangige Militärs a.D. des einstigen “Klassenfeindes”, Generalleutnant Manfred Grätz und Generalmajor Sebald Daum. Beide dienten in der Nationalen Volksarmee der untergegangenen DDR. Auch der militärische Berater der Altkanzlerin Merkel, Brigadegeneral a.D. Erich Vad, zählt zu den Warnern. Eine der kritschen Stimmen ist auch General a.D. Harald Kujat, ehemals Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses.  Angefügt sei hier noch ein Zitat des Generalinspekteurs der Bundeswehr von 1986 bis 1991, des 2005 verstorbenen Admirals Dieter Wellershoff: “Wir Soldaten haben den Frieden zum Beruf.”

Der Verteidigungsattaché bei der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, Sergej Tschuchrow, erhielt gestern zwei offene Briefe, jeweils verfasst von den beiden oben genannten,   ehemaligen Generälen der Nationalen Volksarmee der DDR. In den Briefen legen die Ex-Militärs ganz klar ihre Standpunkte zur aktuellen Kriegshysterie in Deutschland und bei der NATO dar. Hier die beiden Briefe im Wortlaut.

Brief von Generalleutnant a.D. Manfred Grätz:

Deutsche Panzer gegen Russland ‒ Aufruhr meines Gewissens

Es ist wieder so weit. Von ungezählten Menschen befürchtet, von einer geschichtsvergessenen oder die Geschichte arrogant missachtenden Minderheit, die sich berufen fühlt, unser Land zu regieren und in Vasallentreue dem transatlantischen Bündnispartner folgt, herbeigesehnt und -geredet, von einer einmalig gleichgeschalteten Medienlandschaft eifrig unterstützt und nunmehr vom Bundeskanzler offiziell verkündet. Panzer gen Osten ist beschlossenen Sache.

Bei vielen Menschen sträuben sich die Haare, werden ungute Erinnerungen wach, auch bei mir. Damals waren es noch kindliche Erinnerungen.

Geboren 1935 bin oder war ich faktisch noch ein Kind des 2. Weltkrieges. Zu jung, um schon für den Waffengang des deutschen Faschismus missbraucht zu werden, aber alt genug, um zu verstehen, dass Krieg nur unermessliches Leid, Elend und menschenverachtende Vernichtung bedeutet. Ich verlor meinen Vater. Ein herzlos kalter Brief seines Kompaniechefs vermeldete, dass er offensichtlich ‘in heldenhaften Abwehr-Kämpfen gegen den bolschewistischen Feind für Führer, Volk und Vaterland gefallen sei…’.

Gelegentlich tauchen auch schlaglichtartig Erinnerungen auf, wie wir als halbwüchsige Jungen am Bahndamm saßen und die vielen Militärtransporte beobachteten, mit riesigen weißen Lettern beschriftet: ‘Räder müssen rollen für den Sieg.’ Heute heißt es: ‘Deutsche Panzer Richtung Russland.’ Parallelen, Ähnlichkeiten sind wohl unschwer zu erkennen. Bombennächte, Fliegeralarm, das brennende Chemnitz unweit meines Dorfes vor Augen, all das trug dazu bei, dass ich schon als Kind den Krieg hassen lernte und den Frieden herbeisehnte. Das Ende des Krieges erlebte ich schließlich als Befreiung Deutschlands vom Faschismus durch die Sowjetarmee.

Seit jenen Ereignissen sind nahezu acht Jahrzehnte vergangen. Aus dem damals halbwüchsigen Jungen ist ein 88-Jähriger geworden, in ereignisreicher geschichtsträchtiger Zeit ein erfülltes Leben hinter sich.

38 Dienstjahre für die Erhaltung des Friedens in unserer Nationalen Volksarmee, davon sechs Jahre Studium in der SU, gehören dazu. Ich bekenne mich freimütig, ich liebe dieses Land, wohl wissend, dass das heutige Russland nicht mehr mit der SU vergleichbar ist. Aber die Menschen, deren Väter und Großväter für ihr Vaterland gegen den deutschen Faschismus gekämpft und auch uns befreit haben, sind geblieben. Warmherzige, liebenswerte Menschen, Freunde!

All das und noch viel mehr geht mir durch den Kopf vor dem Hintergrund all dessen, was sich gegenwärtig ereignet. Der Geist ist noch wach, auch nach 88 Jahren.

Es ist eine ganze Gemengelage an Gefühlen und Empfindungen, die mich bewegt, dominiert von Wut und Enttäuschung. Wut kocht in mir hoch, wenn ich die völlig haltlose einseitige Schuldzuweisung an Russland, in der Regel personell an Putin verfolgen muss, an Putin, den Aggressor, Putin den Kriegsverbrecher. Putin ist an allem schuld, was gegenwärtig in der Welt passiert. Vergessen oder bewusst verschwiegen die gesamte Vorgeschichte des Krieges in der Ukraine, vergessen der Wortbruch des Westens bezüglich der NATO-Osterweiterung, vergessen die Rede Putins vor dem Bundestag anno 2001, in der er die Hand ausstreckte, friedliche Zusammenarbeit anbot und dann mit standing ovations verabschiedet wurde, vergessen auch die Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007, als er die NATO-Osterweiterung als Bedrohung russischer Sicherheitsinteressen ansprach.

Wut kommt auf, wenn Frau Baerbock, immerhin Außenministerin unseres Landes und höchste Diplomatin, völlig ahnungslos und bar jeglichen diplomatischen Geschicks oder gar Anstands vom Leder zieht ‘Wir werden Russland ruinieren’.

Auf etwa der gleichen Ebene liegt das häufige Geschwätz über die Frage, ob wir denn nun schon Kriegspartei sind oder nicht, oft dabei den Anschein erweckend, zu suchen und auszuloten, ob wir denn nicht noch einen Schritt weiter gehen dürfen oder nicht. Für mich brotlose Kunst. Längst sind die Fronten klar. Wir sind mittendrin. Was sollte man denn sonst noch tun müssen, wenn man schon Panzer und andere schwere Waffen geliefert hat mit dem ‘hehren’ Ziel, Russland zu besiegen?

Gefährlich auch, wenn Politiker und sog. Experten in Talkshows oder bei anderen Gelegenheiten über das Thema Eskalation, vielleicht mit Kernwaffen, mit ‘kleinen taktischen’ zunächst, sinnieren, ahnungslos und leichtsinnig. Vergessen schon Hiroshima und Nagasaki, jene zwei japanischen Städte, die das Opfer des ersten Atombombenabwurfes auf bewohntes Territorium wurden, ohne jede militärische Notwendigkeit. Zu diesem Zeitpunkt war der 2. Weltkrieg längst entschieden, in Europa, wie auch in Fernost. Und das waren bekanntlich nicht die Russen! Vergessen all das Leid und Elend, all die nach Zehntausenden zählenden Toten, und die Jahrzehnte währenden Langzeitwirkungen, die diese nach heutigen Maßstäben ‘zwei kleinen Kaliber’ bewirkten. Unvorstellbar und verantwortungslos ein solches Spiel mit dem Feuer in der Gegenwart! Da sage ich als ehemaliger Militär all jenen, die an ein solches Abenteuer nur denken: Kriegsverbrechen!

Apropos Kriegsverbrechen! Spricht da noch jemand davon im Zusammenhang mit Hiroshima und Nagasaki? Vergessen! Zu den Akten gelegt, das bis dato größte Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte, begangen von den USA.

Nicht nur bedauerlich, sondern auch besorgniserregend finde ich, dass unsere in Regierungsverantwortung stehenden Politiker auch noch beratungsresistent sind. Ich denke hier dabei an die Tatsache, wie die Meinung erfahrener Militärs, Spezialisten ihres Berufes, mehr und mehr in den Hintergrund tritt, besser getreten wird, sie nicht mehr für die Öffentlichkeit wahrzunehmen ist. Muss es nicht bedenklich stimmen, wenn ein General Kujat, exzellenter Kenner der Materie, auch oder besonders der NATO, seine beachtenswert realen Einschätzungen der Lage in einem Schweizer Journal unterbreiten muss? Oder wenn sich ein General Vad, ehemaliger militärischer Berater von Frau Merkel, im Journal EMMA von Alice Schwarzer äußert (nicht missverstehen, Respekt für Frau Schwarzer!).

Oder wenn sogar der Generalstabschef der US-Armee, General Milley, für seine reale Einschätzung der Lage in der Ukraine von der Biden-Administration einen Rüffel einstecken musste und über seine Erkenntnisse der Mantel des Schweigens ausgebreitet wird?

Von anderen Militärs, gar von Ehemaligen aus der NVA, will ich hier gar nicht sprechen, die könnten ja die Russen gut kennen!

Alles nach dem Motto ‘Es kann nicht sein, was nicht sein darf’. Es bleibt dabei, mit deutscher Vasallentreue folgen wir getreu der auf die Weltherrschaft ausgerichteten Kriegspolitik der USA, unseres wichtigsten transatlantischen Verbündeten. Quo vadis, Deutschland? Frage ich mich da. Oder um es mit Heinrich Heine zu sagen: ‘Denk ich an Deutschland in der Nacht, so werd’ ich um den Schlaf gebracht!’.

Noch ein Wort an alle Mitglieder und Sympathisanten unseres Verbandes, an meine Genossen und Freunde.

Erhebt Eure Stimme, versteckt Euch nicht.Schreibt, in welcher Form und in welchem Medium auch immer, und vergesst Name und Dienstgrad nicht.

Sucht und findet unsere Verbündeten, besucht auch deren Veranstaltungen.

Gemeinsam sind wir stärker.

Geht mit auf die Straße, sofern Ihr noch rüstig und mobil seid. Redet mit den Leuten, trotz unterschiedlicher Interessen, die dort vertreten sind.

Krieg will von den Demonstranten keiner.

All das sagt mir mein Gewissen. Bitte, prüft auch das Eure.

Brief von Generalmajor a.D. Sebald Daum

Protest gegen die weitere Unterstützung der Ukraine mit Panzern und anderem schweren Kriegsgerät durch Deutschland.

Mit der Entscheidung des Bundeskanzlers der BRD Herrn Scholz und seiner Regierung, nun doch der Ukraine 14 ‘Leopard-2’ Panzer zu liefern und den anderen Ländern der NATO es zu gestatten, auch diese Leopard-Panzer der Ukraine zur Verfügung zu stellen, tritt Deutschland in eine neue Phase der Kriegsbeteiligung gegen Russland ein und verwirklicht so die Aussage seiner Außenministerin, im Krieg mit Russland zu stehen.

Mit dieser Entscheidung verlängert Deutschland nicht nur das Sterben in der Ukraine, sondern wird Kriegspartei. Gleichzeitig wird Russland immer mehr zum Feind des deutschen Volkes aufgebaut und man zerstört endgültig all das, was einmal wichtig war in den freundschaftlichen Beziehungen zu Russland, insbesondere im Osten sowie in der BRD insgesamt.

Ich möchte deshalb nur an einige wichtige Fakten erinnern:

– dass die Sowjetunion den größten Anteil an der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus hat mit über 27 Millionen Toten,

– dass nach 1945 die Rote Armee und das sowjetische Volk nicht Gleiches mit Gleichen vergolten und Deutschland mit Hass überzogen haben, wie es zurzeit schon wieder in Deutschland gegen Russland getan wird,

– dass die Sowjetunion und Russland entscheidend waren für die Wiedervereinigung Deutschlands, denn ohne ihre Zustimmung hätte es kein ‘Einig Deutsches Vaterland’ gegeben,

– dass Russland seine Besatzungstruppen freiwillig, im guten Glauben an gute nachbarliche Beziehungen, abgezogen hat, während die amerikanischen Besatzungstruppen weiter im Lande sind,

– dass Russland zugestimmt hat, dass Deutschland nicht neutral, sondern in der NATO bleiben darf,

– dass nicht Russland an die Grenzen Deutschlands oder der EU herangerückt ist, sondern die NATO-Truppen heute an den Grenzen Russlands stehen,

– und letztlich sei daran erinnert, dass es die USA und die NATO waren, die 2014 in der Ukraine einen Staatsstreich organisiert, den gewählten Präsidenten außer Landes vertrieben und die Ukraine militärisch aufgerüstet und gegen Russland in Stellung gebracht haben, damit sie 8 Jahre Krieg gegen das eigene Volk führen konnte und geführt hat.

Hat man das alles vergessen, ist das jetzt der Dank für all das, was die Sowjetunion und Russland für Deutschland getan haben, oder sind wir schon wieder so weit, ein drittes Mal gegen Russland in den Krieg zu ziehen? Sollen deutsche Panzer ‘Leopard’, wie einst deutsche ‘Tiger’, gegen Russland rollen. Hat man die Ergebnisse von Stalingrad und Kursk so schnell vergessen, oder will man diese Niederlagen revidieren?

‘Nie wieder Krieg’ galt in Deutschland als ungeschriebenes Gesetz. Nie wieder darf in Deutschland deshalb Hass und Kriegsgeschrei gegen Russland die Oberhand gewinnen, nie wieder darf ein ‘Wollt ihr den totalen Krieg’-Geschrei uns gegen die Völker Russlands aufhetzen.

Deshalb erhebe ich meine Stimme zum Protest, gegen diese Lieferung von Panzern und anderem schweren Kriegsgerät durch Deutschland, die für die Verlängerung des Krieges und des Mordens in der Ukraine stehen. Mögen die Stimmen der Vernunft die Oberhand gewinnen und mögen Unzählige in diesem Sinne mithelfen, den Krieg zu verhindern.

Auch der Waffenexperte Scott Ritter meldete sich zu Wort. Er fragt, ob die NATO mutwillig Ukrainer umbringen will. Die avisierten Panzerlieferungen seien völlig nutzlos. Bei den angedachten Lieferungen uralter Kampfjets vom Typ F-16 sei es nicht wesentlich anders, erklärt er in seinem mit deutschen Untertiteln versehenden 25-Minuten-Video “Im Auge des Bruders“. Sowohl Panzer als auch Jets seien angesichts ihrer fehlenden Unterstützungs-Peripherie für die ukrainische Armee nichts weiter als Todesfallen für Panzerbesatzungen und Piloten. Seine Hauptthese ist, daß es eine schier groteske Diskrepanz gibt zwischen den politischen Vorstellungen der Verantwortlichen im “kollektiven Westen” und der tatsächlichen militärischen Umsetzbarkeit dieser Vorstellungen. Er fragt sich, ob alle ihre Ohren auf Durchzug gestellt hätten, um nicht begreifen zu müssen, was die Erklärungen Russlands zu den Bedingungen, unter denen ein Atomkrieg stattfinden wird, in der Realität bedeuten. Russland wird sein Staatsgebiet unter allen Umständen schützen. Der Kreml betrachte die Krim als Teil Russlands, ganz egal, ob das im Westen jemand genauso sieht oder nicht. Wenn der ukrainische Oberbefehlshaber Zalushny mehrere hundert Panzer und andere Militärfahrzeuge fordere, um die Krim gegen den Willen der Krimbewohner in die Ukraine zurückzuholen, und wenn diese geforderten Waffen geliefert würden, dann sei das so gut wie kollektiver westlicher Selbstmord. Froh müsse man darüber sein, daß diese Waffen eben nicht in der geforderten Zahl geliefert werden. Eben deswegen seien die Lieferungen andererseits aber auch völlig nutzlos. Die Niederlage der Ukraine im Bodenkrieg stehe unausweichlich fest. 14 Panzer von hier, 14 von dort, 8 von wieder woanders usw. – alles das ändere daran gar nichts. Die altersschwachen F 16-Kampfjets, von denen in den Niederlanden, den USA und in Frankreich die Rede ist, seien leichte Beute für die russische Luftabwehr. Die sei der ukrainischen sowieso schon haushoch überlegen. Ritter rechnet zum ersten Mal auch explizit mit den Deutschen ab. Hier die einschneidendsten Passagen diesbezüglich.

Ritter: “Russland würde, wenn die NATO Zalushny erlaubt, die Krim zu bedrohen, Atomwaffen einsetzen, um das zu verhindern. Nicht in der Ukraine, sondern gegen die NATO. Jeder Deutsche, der in Berlin lebt, soll verstehen, daß man dann weg wäre. Ich meine, es heißt buchstäblich ‘Auf Wiedersehen. Goodbye!’. Das gleiche gilt für Franzosen und Briten, Rom, Paris, London, Brüssel, die ganze NATO, die dahintersteht, würde verschwinden. Vollkommen. Und der Westen weiß das. Deshalb haben die Ukrainer bei der Kontaktgruppe in Ramstein am 20. Januar statt 500 Schützenpanzern nur 290 erhalten. Und die sind nicht von der gleichen Sorte. Das ist Zeug, das die Ukrainer nicht einmal benutzen können …

Scott Ritter schildert dann die bedienungs- und wartungstechnischen Schwierigkeiten bei Bradley- und Stryker-Vehikeln, etwa, was das reparaturanfällige, höhenverstellbare Fahrwerk der Strykers angeht, das ständig versagt und die acht Reifen des Fahrzeugs plättet, um dann auf die Deutschen zu kommen. Ritter: “Und die Deutschen sind ach so wunderbar, großartige Menschen. Ihr gebt ihnen was? 40 Marder-Fahrzeuge? Ich meine, das sind Todesfallen – und ihr wisst das. Deshalb wollt ihr sie ersetzen. Ihr wisst, daß der Marder nichts taugt. Und ihr werdet ihnen nicht die Marder für die Front geben, die ihr selbst hattet, weil ihr die Ukrainer nicht besonders mögt. Ihr gebt ihnen die alten Marder, die ebenfalls ein Albtraum in Sachen Wartung sind. Und auch sie werden übergeben werden und kaputt gehen und die Ukrainer wissen nicht, wie man sie repariert. Bam, was habe ich gerade beschrieben … drei verschiedene Fahrzeuge, die alle verschiedene Wartungsanforderungen haben. Und sie werden der ukrainischen Armee übegeben, die nie etwas mit diesen Fahrzeugen zu tun hatte. Sie haben keine Möglichkeit, sie zu warten oder logistisch zu unterstützen. Man lädt die Ukrainer förmlich zum Selbstmord ein. Und das betrifft nicht nur die Infanterie-Kampffahrzeuge. Sie wollten 500 Artilleriegeschütze haben – wir geben ihnen 124. Und auch das sind verschiedene Artilleriegeschütze, mit verschiedenen Wartungs- und Unterstützungsanforderungen. Und sie sind nicht auf sowas ausgelegt. Die NATO hat sich nie auf einen Krieg vorbereitet, bei dem permanent gefeuert werden muß, wie die Ukrainer es an der Front tun. Alle diese wunderbaren westlichen Artilleriegeschütze, die an die Froint gehen, müssen also dauerhaft feuern und gehen dadurch kaputt. Und die Ukrainer wissen nicht, wie man sie repariert. Also werden sie entweder an Ort und Stelle vernichtet, oder sie müssen nach Polen, Deutschland oder in ihre Herkunftsländer gebracht und gewartet werden. Wow, wir haben ihnen wirklich einen großen Gefallen getan. Und jetzt geben wir ihnen Panzer. Warum? Weil wir uns gut fühlen wollen. Weil Zalushny sagt: ‘Ohne Panzer kann ich nicht gewinnen’. Und wir sagen ihnen, daß sie eine Offensive starten sollen. Aber wir wollen nicht, daß sie gewinnen. Sie sollen nur Russen töten, sonst nichts. Das ist alles was wir wollen. Wir wollen Russland schwächen, damit sein Volk rebelliert und Wladimir Putin stürzt. Aber das funktioniert nicht. Russland ist nur noch stärker geworden. Ich hoffe, daß alle die wundervollen Menschen in Deutschland die Idiotie ihrer Regierung verstehen. Vorher war die russische Armee nämlich nicht so gut, wie alle dachten. Sie war nicht schlecht, aber es war eine Armee der Friedenszeit.

Ritter kommt dann darauf zu sprechen, daß eine nicht eingesetzte Armee gewissermaßen Rost ansetzt und erst wieder “fit” werden muß. Ein solches “Fitnesstraining” hätten die Russen seit nunmehr fast einem Jahr gehabt. Er sagt: “Ihr habt Russland erlaubt, mobil zu machen. Eine Teilmobilmachung von 300.000 Mann. Und Russland sagte sich dabei: ‘Wow, wir haben viele Fehler gemacht. Hier gibt es viele Fehler. Wir müssen das in Ordnung bringen.’ Und sie haben alles in Ordnung gebracht. Wenn sie jetzt wieder mobilmachen, dann wissen sie, was zu tun ist. Sie wissen, was sie erreichen müssen. Danke, Deutschland. Ihr seid Genies. Die russische Friedenszeitarmee, die davor existierte, war auf weniger als eine Million Mann beschränkt, was kaum ausreichte, um Russland zu verteidigen, und schon gar nicht, um einen Kampagne in der Ukraine zu unterstützen. Sie hatten nicht genügend Männer. Was hat Russland also getan? Nun, weil Deutschland die Erweiterung der NATO um Schweden und Finnland unterstützt hat, sagte Russland sich:’Okay, dann werden wir unsere Armee auf 1,5 Millionen Mann erweitern. Und wir werden eine neue Armeegruppe an der finnischen Grenze aufbauen. Wir erschaffen neue Luftlandedivisionen, Marinedivisdionen, Artilleriedivisionen und wir werden einige vormalige Birgaden zu Divisionenen konvertieren.’ Im Grunde baut Russland eine Armee auf, die in der Lage sein wird, ihre T-90 Panzer binnen einer Woche in Berlin zu parken. Danke, Deutschland. Ihr seid Genies. Ihr seid wirklich die Klügsten! – ‘Oh nein, aber Deutschland wird sie doch aufhalten können! Oder?” – Schließlich seid ihr Deutschland.

Und hier wird Ritter sehr deutlich: “Ich meine, ihr seid die Erben und Nachkommen der brutalen Verbrecher, der mörderischen Nazis, die nach Osten marschiert sind, um Polen zu vergewaltigen, um Russland zu vergewaltigen … um alles auf ihrem Weg zu vergewaltigen … weil Nazis Dreck sind. Ich meine, das ist doch, was euch gefällt. Nicht wahr? Das ist es, was ihr tun wollt. Das ist, was Deutschland will … ihr wollt Russland angreifen? Ihr wollt Russland verletzen? Es gibt aber ein Problem… Nun, ich weiß nicht … euer eigener hochrangiger Militärbeamter … ich weiß nicht, ich habe seinen Namen vergessen, aber er sagte: ‘Wir sind hilflos. Wir sind nackt. Wir haben nichts. Und jetzt geben wir das wenige, das wir haben, der Ukraine.’ Und wenn ihr glaubt, daß ihr neue Panzer bauen werdet, dann müsst ihr verstehen, daß wir uns im aktuellen Zustand unserer Wirtschaft keine neuen Panzer leisten können. Wir haben kein Geld für neue Panzer. Wow, Deutschland, ihr seid die klügsten Menschen auf dem Planeten. Naja, nicht wirklich. Und ich sage euch, warum ihr es nicht seid. Weil ihr denkt, daß ihr der Ukraine mit diesen Waffen helft. Aber das tut ihr nicht. (…) Und Deutschland, vielleicht ist euch jetzt erst klargeworden, wer ihr wirklich seid, aber ihr seid nichts weiter als eine Fortsetzung des Dritten Reiches. Buchstäblich. Das seid ihr. Ihr seid Dreck. Ihr seid die schlimmsten Menschen der Welt. Aber ihr seid nicht besonders gut darin. Die Russen wussten nämlich, wer ihr wirklich seid. Ich meine, sie haben diese Lektion schon einmal gelernt und werden sie nie wieder vergessen. Wenn ihr meint, die russische Armee hätte nicht für diesen Tag trainiert, sich ausgerüstet und vorbereitet, dann wisst ihr nichts. Wenn ihr denkt, daß die Russen einen Leopard 2 auf dem Schlachtfeld sehen und sagen werden: ‘Oh mein Gott, ein großer deutscher Panzer. Wir müssen weglaufen’ – Nein. Sie warten nur darauf, endlich das tun zu können, was schon ihre Großeltern taten: deutschen Stahl auf ukrainischem Boden zu zerstören. Und die Besatzung zu vernichten. Danke, Deutschland …

Nun mag man Scott Ritter dafür kritisieren, daß er ständig von Russland, der Ukraine und Deutschland redet, wo es doch eigentlich nicht um diese Länder, sondern um Verantwortliche aus diesen Ländern geht. Ritter nennt sonst schon die Verantwortlichen bei ihren Namen. An Jens Stoltenberg, dem NATO-Generalsekretär läßt er kein gutes Haar. Aber er hat schon recht mit seiner Verachtung für “die Deutschen” des Jahres 2023 und ihre Unfähigkeit, sich eine Regierung zu geben, die wenigstens einen Funken historischen Verantwortungsbewußtseins hätte. Mit der Freiheit und der Unabhängigkeit der deutschen Presse schaut es bald noch schlimmer aus. Für mich ist das das Ärgste an diesem Krieg: Nichts gelernt, bloß Hohlphrasen dahergelabert. Jahrzehntelang.  Nichts aus dem ersten Weltkrieg gelernt, nichts aus dem zweiten, nichts aus den Fehlern jenes “Wesens, an dem die Welt genesen” soll. So großmäulig, moralistisch-gebieterisch wie eh und je. Und das alles, ohne überhaupt etwas auf der Pfanne zu haben, mit dem sich diese unangenehmen Eigenschaften sichern ließen. Bundesrepublik Deutschland 2023: Da ist er wieder, der “häßliche Deutsche”, der Klugscheißer, der Besserwisser, der Naseweise mit seiner widerlich stinkenden Pseudomoral. Mit seiner “freundlich-menschlichen Grimasse” als Schminkie in der alten Fratze. Grün ist er heute. Das ist allerdings auch nur eine Farbe wie rot oder braun. Mein Deutschland, in dem ich aufgewachsen bin, hätte ein Beispiel sein können für jeden, der sich an meinem Vaterland hätte ein Beispiel nehmen wollen. Niemand wäre dazu gezwungen gewesen. Niemandem hätte etwas aufgezwungfen werden müssen. Heutzutage kann ich mir vor lauter Verzweiflung darüber die Haare ausraufen, daß die alte braune Katze lediglich auf grünen Füßen durchs Land läuft. Es ist niederschmetternd, einsehen zu müssen, daß Demokratie, Frreiheit und Rechtsstaatlichkeit, endlich ein “guter deutscher Staat” nichts weiter als Illusionen gewesen sind. Weil das deutsche Volk nichts weiter ist als der ewig immergleiche, schlafmützige und egozentrische Michel.

Und dann das: Bei Garland Nixon findet sich folgender Tweet: Ein Insider aus dem Weißen Haus berichtete über die Reaktion von Joe Biden, als er von dem aufkommenden Protest in Deutschland gegen die Kriegspolitik der NATO erfuhr. Biden: “Wenn du glaubst, daß die jetzt schon durchdrehen, dann warte, was los sein wird, wenn wir damit fertig sind, ihnen ihre Industrie zu klauen. Gott, ich hasse diese bratwurstfressenden Bastarde.” – Game over, Germany. An der eigenen Blödheit verstorben.