Ein Panzer in der Dystopie; Bild: Shutterstock
Ein Panzer in der Dystopie; Bild: Shutterstock

Das alte Imperium provoziert mit Uranmunition

Es ist zu selten davon die Rede, in welch massiver und aggressiver Weise Großbritannien das ukrainische Regime in Kiew militärisch wie geheimdienstlich unterstützt.
Von Wolfgang Hübner
Es war kein Zufall, dass der ehemalige Premierminister Boris Johnson nicht lange nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine Selensky davon abhielt, sich auf Verhandlungen mit Russland einzulassen. Die konservative Regierung in London fährt einen harten, konfrontativen Kurs gegenüber Moskau. Nun will sie sogar die ukrainischen Streitkräfte mit panzerbrechender hochgiftiger Uranmunition beliefern. Die Russen haben bereits angekündigt, das nicht hinnehmen und deshalb auch den britischen Lieferanten ins Visier von Gegenmaßnahmen nehmen zu wollen.
Diese Entwicklung ist eine weitere gefährliche Eskalation, die sehr schnell auch Deutschland in Mitleidenschaft ziehen kann. Denn wenn der Führung in Moskau die bislang bewiesene Geduld platzt und es zu militärischen Reaktionen gegen britische Ziele kommt, wird London den Verteidigungsfall ausrufen und die NATO mobilisieren. Es kann der Eindruck entstehen, dass die derzeitige britische Regierung, die auch tausende ukrainische Soldaten auf der Insel für den Kriegseinsatz trainieren lässt, Russland mit Bedacht bis zur äußersten Grenze provozieren will, um sich im Ernstfall als unschuldiges Opfer zu präsentieren.
Keine Nation in Europa, ja in der Welt hat so reiche Erfahrung mit arglistigen politischen Ränkespielen wie die alte Seeräuber- und Kolonialmacht England. Und vor Interventionen, Anstiftung zu Konflikten zwischen fremden Staaten und auch vor Kriegsverbrechen hat das alte Imperium oft genug nicht zurückgeschreckt. Die militärisch völlig sinnlose Zerstörung Dresdens mit unzähligen verbrannten Opfern kurz vor Kriegsende ist nur eine Seite im dicken Buch britischer Untaten. Nicht selten hatten diese auch innenpolitische Hintergründe. Das dürfte auch aktuell der Fall sein: Denn die soziale Unzufriedenheit im Königreich ist so groß wie schon lange nicht mehr.
Davon zeugt die Massenkampagne „Enough is Enough“ (Genug ist genug), über die in deutschen Medien auffallend karg berichtet wird. Denn viele Menschen in Großbritannien stehen materiell unter großem Druck. Laut offiziellen Statistiken lebten bereits im letzten Jahr 2022 über 13 Millionen Britinnen und Briten in Armut, rund 4 Millionen waren bei Rechnungen für Strom, Gas oder Gemeindesteuer in Zahlungsrückstand geraten. Die unbeliebte konservative Regierung hat dafür keine Lösung, denn ihre eigenen Wähler sind davon nicht oder kaum betroffen.
Was könnte also wirksamere Ablenkung von diesen Problemen bieten, als militärische Muskelspiele und außenpolitische Abenteuer wie die Ukraine-Unterstützung. Doch wenn diese Politik außer Kontrolle gerät, hat nicht zuletzt Deutschland größere Gefahren zu fürchten als die Atommacht auf ihrer Insel samt traditionell enger Waffenbrüderschaft mit den USA.

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