Satirische Collage des abgewählten BPE-Vorsitzenden Günther Geuking als Taliban (Quelle:privat)

Die Geuking-Strategie: Lügen statt aufklären

Der auf einer außergewöhnlichen Mitgliederversammlung vor 14 Tagen von einer überwältigenden Mehrheit abgewählte Ex-Vorsitzende der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) erkennt seine Absetzung nicht an und betrachtet sich weiterhin als rechtmäßiger Vorsitzender der BPE. Ein Versuch der gerichtlichen Klärung des Schismas vorm Münchner Landgericht scheiterte diese Woche. Geuking wies dort sogar den Vorschlag des Gerichts brüsk zurück, unter Vermittlung eines Mediators mit dem neuen Vorstand eine Klärung der von ihm seit Monaten erhobenen justiziablen Vorwürfe gegen Vereinsmitglieder anzustreben.

Es geht dabei vor allem um Anschuldigungen Geukings und seiner verbliebenen Verbündeten gegen den Islam-Aufklärer Michael Stürzenberger, prominentestes und aktivstes Zugpferd der BPE, und den früheren Bundesgeschäftsführer. Geuking wirft diesen in einer geradezu wahnhaften Kaskade von Youtube-Videos vor, Gelder veruntreut unkorrekte Abrechnungen vorgenommen zu haben (Ansage berichtete). Dass Geuking von Beginn an keine interne Klärung suchte, sondern gleich an die Öffentlichkeit ging, verursachte nicht nur eine beispiellose Krise der BPE, die zu Mitgliederaustritten, riesigem Imageschaden und Gefährdung der Gemeinnützigkeit führte. Sein Verhalten kann aus Sicht von Insidern und Beobachtern auch nur damit erklärt werden, dass er von Beginn an mit dem Ziel angetreten war, als eine Art eingeschleuster Putschist die Zerstörung der BPE zu besorgen.

Dass Geuking trotz Abwahl nicht nur auf seinem Amt weiter beharrt, sondern auch nicht davor zurückschreckt, öffentlich die Unwahrheit zu betreiben, bewies er am Donnerstag in einem weiteren Video: Darin attackierte unter Aufbietung des lateinischen Sinnspruchs „Audiatur et altera pars”, „man höre auch die andere Seite”, Medien wie Journalistenwatch, AUF1 und PI-News für ihre Berichterstattung, und warf ihnen vor, ihm sei vor Erscheinen der Artikel über seine Machenschaften die journalistisch und rechtlich gebotene Gelegenheit zur Darstellung seiner Sicht verweigert worden.

Eine glatte Lüge: Verfasser der Artikel in allen drei von Geuking genannten Publikationen war Daniel Matissek, Herausgeber des Blogs „Ansage.org“ und Mitarbeiter von AUF1. Am 22. Februar hatte Matissek Geuking per e-Mail einen ausführlichen Fragekatalog zukommen lassen und ihn um Stellungnahme zu allen thematisierten Vorwürfen gebeten. Von Geuking folgte am Tag darauf eine lapidare Mail-Antwort, in der er mitteilte, die Fragen „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten“ zu können, sich jedoch für das „Interesse” bedankte. Die BPE werde sich „nach Abschluss der Prüfungen” äußern.

Matissek wartete daraufhin zunächst noch ab – bis die BPE dann Ende März ihre Pressekonferenz ankündigte. Eine inhaltliche Antwort Geukings auf die Presseanfrage erfolgte jedoch nicht. Um journalistisch korrekt vorzugehen, entsandte Matisseks sogar eigens einen Mitarbeiter zu der Pressekonferenz in Ostwestfalen (der dort übrigens der einzige anwesende Medienvertreter war), um die Darstellungen Geukings berücksichtigen zu können. Erst anschließend erschienen dann die Beiträge auf AUF1 und einige Wochen später auf Ansage, jouwatch und PI-News.

Es hätte Geuking freigestanden, wie erbeten (und von ihm selbst ja angekündigt) auf die Presseanfrage zu reagieren. Dies wollte er ganz offensichtlich nicht. Sich nun im Nachhinein als Opfer hinzustellen, dem man keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben hätte, und verlogene Journalistenschelte zu betreiben, ist unterirdisch – und deckt sich charakterlich leider vollauf mit seinem Verhalten bei BPE.

Hier die Erklärung von Michael Stürzenberger zum Schlichtungsversuch, den Geuking abgelehnt hat:

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