Was für ein kranker Irrsinn (Bild: shutterstock.com/tilialucida)

Solarboom bedroht Landwirte in Deutschland – Ackerland wird rar und teuer

Der Solarboom in Deutschland setzt Landwirte unter zunehmendem Druck aufgrund. Häufig erwerben Investoren große Flächen, um Solarparks darauf zu bauen. Dadurch wird Ackerland für die Bauern knapp und teuer (Tagesschau: 05.06.23).

Ein Beitrag von Blackout-News

Der Solarboom in Deutschland: Landwirte unter Druck – dramatische Auswirkungen auf Ackerland und Pachtpreise

Große Investoren erwerben zunehmend Ackerland zu Preisen, die Landwirte nicht stemmen können. Die Auswirkungen sind drastisch: Zwischen 2010 und 2020 stiegen die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen in Deutschland im Durchschnitt um 126 Prozent. Die knappe Verfügbarkeit freier Ackerflächen treibt die Preise weiter in die Höhe. Als Folge davon sind auch die Pachtpreise deutlich gestiegen, laut Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft im Durchschnitt um 62 Prozent.

Kampf um Flächen: Landwirte sehen sich durch Solarboom unter Druck

Die Attraktivität von Solarparks als rentable Investition zieht nicht nur Investoren, sondern auch Energieversorger an. Ein Beispiel ist der Energieversorger EnBW, der Flächen in Ostdeutschland für den Bau Tausender Solarpaneele anbietet. Thorsten Jörs, Projektleiter der Photovoltaik-Sparte bei EnBW, sieht einen neuen Solarboom bevorstehen und plant, den Solarzubau in den kommenden Jahren zu verdreifachen. Das Unternehmen strebt die Realisierung von zehn bis 15 Solarparks pro Jahr an. Um dieses Ziel zu erreichen, sind verfügbare Flächen erforderlich. Aus diesem Grund kaufen immer mehr Unternehmen Ackerland auf.

Silvia Bender, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium in Berlin, betrachtet diesen Trend mit großer Besorgnis. Sie beobachtet, wie agrarfremde Investoren in den Bodenmarkt drängen und den Bauern zunehmend das Leben schwer machen. Es besteht die Gefahr, dass landwirtschaftliche Betriebe zunehmend von Solarparks verdrängt werden.

Landwirtschaft in Gefahr – außerlandwirtschaftliche Investoren bedrohen Bauern

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel äußert Bedenken. Seit einigen Jahren plant Minister Vogel ein neues Agrarstrukturgesetz, bisher jedoch ohne Erfolg. Er stellt fest, dass das landwirtschaftliche Bodenrecht praktisch keine Rolle mehr spielt und es nur noch wenige Fälle gibt, in denen es tatsächlich angewendet wird. Gleichzeitig verändert sich die Agrarstruktur dramatisch, da immer mehr Flächen von außerlandwirtschaftlichen Investoren übernommen werden.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, betont Vogel die Notwendigkeit von Instrumenten wie einer Preisregulierung, um die individuellen Bauern zu schützen. Wenn der Anbau von Lebensmitteln am Ende weniger profitabel ist als die Erzeugung von Solarstrom, wird es für traditionelle Landwirte immer schwieriger zu überleben.

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