Julian Reichelt (Foto:Imago/Schüler)
Julian Reichelt (Foto:Imago/Schüler)

Achtung: Warnung, Reichelt!

Die Systempresse bedient bereits ihre Sponsoren. Das braucht deshalb von der “Dissidentenpresse” niemand mehr. Warnung, Reichelt!

von Max Erdinger

Reichelt Abbas Baerbock
Baerbock / Abbas – Screenshot “X”

Paß auf, Reichelt, ich bin nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen. Die Frau Baerbock ist abgefrühstückt. Jeder weiß, daß die kein Mensch braucht. In Russland gibt es inzwischen Comedysendungen mit Frau Baerbock als Hauptfigur. Niemand muß jeden Tag aufs Neue zu beweisen versuchen, was ohnehin schon zur Binsenweisheit geronnen ist. Man zähle einfach die Tage bis zum Ende ihrer Amtszeit als feministische Außenministerin. Es gibt keinen Grund dafür, krampfhaft etwas beweisen zu wollen, das ohnehin nicht mehr bewiesen zu werden braucht. Die Frau ist eine Zumutung.

Nur: Dieses Bild mit dem 88-jährigen Mahmud Abbas von der palästinensischen Fatah eignet sich nicht, um über Baerbock abzulästern. Da gäbe es ganz andere. Der alte Herr ist Chef der palästinensischen Autonomiebehörde von Israels Gnaden. Abbas ist ein alter, zahnloser und resignierter Tiger, der seine Lebensgeschichte selber kennt. Es ist die eines Palästinensers. Ob der Mann jemals den Holocaust geleugnet hat, weiß ich nicht. Soviel weiß ich aber: Die Palästinenser haben den Holocaust nicht zu verantworten. Ich zwar auch nicht, aber es gibt schon noch einen Unterschied. Ich bin Deutscher, Abbas jedoch nicht. Ungefähr die letzte Geschmacklosigkeit, die meinereiner sich vorstellen kann, wäre ein Deutscher, der dem Präsidenten eines Staates ohne Land, dessen Volk derzeit unter einem Völkermord und seriellen Kriegsverbrechen zu leiden hat, attestiert, er sei “einer der übelsten Holocaustleugner”, während er selbst als Deutscher sich zum Moralisten aufspielt, obwohl die Nachfahren der Opfer seiner eigenen Vorfahren die aktuellen Völkermörder und Kriegsverbrecher sind. Einfach die Klappe zu halten, ist immer eine Möglichkeit, Reichelt.

La Baerbock “schmachtet” Mahmud Abbas auf diesem Foto auch nicht an. Ihr Blick drückt vielmehr Anteilnahme aus. Zwar kann es einem egal sein, wann oder wann nicht La Baerbock empathische Regungen zeigt, weil ihr die beim jahrelangen Massaker der ukrainischen Armee an den Russen im Donbass offensichtlich fehlten und weil ihr 500.000 ukrainische Fleischwolfopfer auch heute noch so am dumpfgrünen Allerwertesten vorbei gehen, daß sie auch kein Problem damit hätte, diesen Krieg künstlich in die Länge zu ziehen. Empathie mit ihren eigenen Landsleuten ist ihr ohnehin völlig fremd.

Das ist aber hier nicht der Punkt. Das hier ist der Punkt: Meinereiner ist nicht grundsätzlicher Freund der Opposition von rechts, um sich anzuschauen, wie sich die präferenzutilitaristische, notorische Verlogenheit der Linken auf einmal rechts spiegelt. Ich bin nicht blöde genug, um mir von Reichelt, auftischen zu lassen, daß es hier um “einen der übelsten Holocaustleugner” und eine La Baerbock ginge, die “einen der übelsten Holocaustleugner anschmachtet”. Es geht hier nicht um die Verworfenheit der Frau Baerbock. Die eignet sich nur, um Reichelts eigene Absichten hinter ihr zu verstecken. Für Baerbock-Bashing gibt es auf der rechten Seite des Politspektrums immer Applaus. Todsichere Sache. Ich weiß genau, worum es ihm geht, dem gelernten Springerbuben: Ihm stinkt, daß sie überhaupt einem “verdammten Dreckspali” die Hand reicht. Ihn interessieren Sachverhalte nicht primär, sondern erst dann, wenn er etwas davon hat, daß sie ihn interessieren. Reichelt interessiert sich für Parteinahme und Lagerbildung. So sehr muß er die Hardcore-Zionisten liebhaben, daß ihm auch ganz egal sein muß, was sie alles anstellen allerweil. Und so tun muß er, als ob nicht die ganze Welt längst wüsste, was das ist. Die könnten einen Horrorfilm abdrehen und er würde behaupten, es sei eine Komödie. Weil auch seine “NIUS” interessengeleitete Großinvestoren haben. So schaut’s aus beim Springerbuben. Reichelt ist nicht freier Journalist. Er muß gewissen Betriebs-Notwendigkeiten gehorchen.

Das habe ich in der Systempresse bereits zur Genüge. Was mir am “gesellschaftlichen Diskurs” in Linksdeutschland bis Oberkante Unterlippe steht, das sind diese permanenten Differenzierungssimulationen, wo es keine Differenzierung geben kann. Die pseudointellektuellen Aufspaltungen des Unspaltbaren, sozusagen. Diese unsinnigen Steigerungen: gerecht, gerechter, am gerechtesten. Frei, freier, am freiesten. Aktuell, aktueller, am aktuellsten. Oder die Plualisierungen, die es realiter nicht gibt: Die Gerechtigkeit und die Gerechtigkeiten. Die Freiheit und die Freiheiten. Die “soziale Gerechtigkeit” als “Detailgerechtigkeit der Gerechtigkeiten”, in Wahrheit ein Euphemismus für “Sozialismus”. Ich brauche keinen “oppositionellen” Reichelt, der einen auf freier und unabhängiger Journalist macht, und nur, um den linken Schwachsinn dieses Mal in Form von rechtem Schwachsinn wieder aufzuwärmen.

Es gibt den Holocaustleugner, Reichelt. Es gibt meinetwegen auch noch den “üblen Holocaustleugner”, wenn man ausdrücken möchte, daß man Holocaustleugnung für übel hält. Aber die Holocaustleugner zu unterteilen in einfache Holocaustleugner, üble Holocaustleugner, üblere Holocaustleugner und übelste Holocaustleugner, – was ist das? Das ist dieselbe Leserverarsche von rechts, die bereits von links sattsam bekannt ist. Warnung, Reichelt! – Komm’ mir bloß nicht blöd. Wenn es nämlich “einen der übelsten Holocaustleugner” gäbe, dann müsste es zwangsläufig auch “einen der mildesten Holocaustleugner” geben. Von wegen “Holocaustleugner, Holocaustleugnerer, Holocaustleugnendster”. Meinereiner wird ums Verrecken den Verdacht nicht los, daß einem, der nach Berechtigungen für Völkermord und Kriegsverbrechen sucht oder darum herumredet wie um den heißen Brei, im Grunde auch der Holocaust so lange am Arsch vorbeigeht, wie er ihn nicht im Sinne seiner persönlichen Präferenzen für sich selbst gebrauchen kann. Eine derartige Heuchelei braucht kein Mensch mehr. Das haben wir von links seit Jahrzehnten und zur Genüge. Das ist wie Gedenkenmachen am 9. November wegen der Reichspogromnacht – und vorher ungerührt dabei zusehen, wie russische Geschäfte beschmiert, russische Schulkinder verprügelt und russische Schaufensterscheiben eingeworfen werden. Achtung: Warnung, Reichelt!

Der Chef des Islamischen Staats

Der doch so aufrichtige Julian Reichelt regte sich auch auf über den Herrn Rüdiger, seines Zeichens moslemischer Fußballer, der sich mit gerecktem Zeigefinger ablichten ließ. Der gereckte Zeigefinger sei ein Bekenntnis zum “Islamischen Staat”, dekretierte der Bescheidwisser. In der Tat: Beim Islamischen Staat hat man den gereckten Zeigefinger oft gesehen. Das sind ja auch Moslems. Was gibt es über den gereckten Zeigefinger zu wissen? – Das hier: “Der ausgestreckte, nach oben weisende Zeigefinger steht im Islam für das Prinzip des Tauhid, die Lehre von der ‘Einheit und Einzigartigkeit Gottes’. Salafisten leiten daraus u.a. ab, dass Gott der alleinige Souverän und die Scharia das von ihm offenbarte und somit einzig legitime Gesetz sei. Demokratische, säkulare Staatsformen lehnen Salafisten folglich als menschengemacht und unislamisch ab.” – und der “Islamische Staat” ist beileibe nicht die einzige Islamistengruppierung, die über Zeigefinger verfügt. Die angeblichen Islamstaatler, die in Moskau den Anschlag verübt haben, hatten übrigens die Zeigefinger der linken Hand ausgestreckt. Das ist die unreine Hand. Kein Moslem würde diese Geste mit der linken Hand machen. Der gestreckte Zeigefinger des Fußballers Rüdiger sollte wohl ausdrücken: “Ich bin ein strenggläubiger Moslem.” – Was das hinsichtlich seiner Einstellungen zum säkularen Staat bedeutet, ergibt sich schon daraus, einen “Islamischen Staat” braucht da keiner mehr. Mir reicht es auch inzwischen mit dieser völlig sinnbefreiten “Islamkritik”. Was soll die bewirken? Daß das deutsche Volk weiß, worauf sich einzulassen es gezwungen wurde? Weil es das Volk ist, das es ändern könnte, wenn es nur wüsste, worum es geht? – Hahaha! Lächerlich!

Nein, den “der Islam” gibt es seit 1.400 Jahren. Er gehört ganz einfach nicht zu Deutschland. Dazu braucht man den “der Islam” gar nicht zu bewerten. Er ist inkompatibel! Klug wäre es daher, nicht den “der Islam” zu kritisieren in dem Wahn, der Moslem könne sich doch wohl nicht der “besseren Einsicht” verschließen, sondern diejenigen sind zu kritisieren, denen das egal ist und die den “der Islam” deshalb massenhaft ins Land holen! Denen sind allerdings in ihrem säkular-staatsgläubigen Egalitaristenwahn das Christentum und alle anderen Religionen ebenso wumpe wie der Islam. Weil sie Religion allgemein für Voodoo halten. Der Moslem hat jedes Recht der Welt, seinem “der Islam” zu huldigen. In islamischen Ländern. Hier nicht. Von wegen “Religionsfreiheit”. Die wird von den “Aufgeklärten” und Kulturmarxisten hierzulande ohnehin als die “Befreitheit von Religion” interpretiert. Es liegt im Wesen des Islam, daß ihnen der Moslem da leider etwas anderes husten muß. Weil er eben Moslem ist. Insofern ist völlig wurscht, ob der Fußball-Rüdiger ein Bekenntnis zum “Islamischen Staat” ablegen wollte oder nicht. Zu beweisen wäre es ihm ohnehin nicht. Also braucht man mit solchen Unterstellungen auch gar nicht erst anzufangen. Da nun der grauenhafte “Islamische Staat” ursprünglich von den USA so gepampert worden ist, daß er in der Lage war, seine ganze Gräßlichkeit auszuspielen im Irak und in Syrien damals, und weil er schließlich zunächst “ganz nützlich” gewesen war in seiner gräßlichen Barbarei, um die Regierung Assad zu bekämpfen, ließe sich der Zeigefinger des Fußballers Rüdiger auch ganz anders interpretieren – und zwar so, wie es die Bildunterschriften unter den beiden folgenden Fotos nahelegen.

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Aufgepaßt, gleich zeige ich euch mal den Chef des Islamischen Staates … (Screenshot “X”)
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” … der Ami ist es!” (Screenshot YouTube)

Und wenn ich mir überlege, was Björn Höcke wegen einer gewissen Armhaltung schon alles vorgeworfen wurde, und nur, weil er im Bruchteil der “richtigen Sekunde” fotografiert worden ist, und daß da kein “rechter” Redakteur dekretiert hat, der Höcke wisse schon, wie er subtil mit seinem Arm spielen muß, um die verbotene Botschaft unters Volk zu bringen, dann brauche ich auch keinen “rechten” Redakteur, der dem Fußballer Rüdiger trotz des Tauhid unterstellt, daß er ganz genau wisse, wie er mit dem Zeigefinger spielen muß, um den gräßlichen “Islamischen Staat” zu bewerben.

Koschere Dildos zu verkaufen

Hier noch zwei Fotos von Völkermord-Fans für die rechtschaffene Rechtsgemeinde, die sich anschickt, die Doppelstandards der Linken zu adaptieren, um sie fürderhin im eigenen Sinne zu nutzen: “Rabbi Shmuley”, der gern “Christenblut” säuft und u.a. vom Verkauf “koscherer Dildos” lebt – und der rechte “Intellektuelle” Ben Shapiro, Hardcore-Völkermordverteidiger, der sein Engagement für die freie, unzensierte Rede gerade dann über Bord warf, als er aus dem eigenen “Lager” Gegenwind bekam – und zwar von der fabelhaften Candace Owens. Die war mindestens so sehr das Gesicht von “Daily Wire” wie Shapiro selbst – und wurde von Shapiro dort rausgeekelt. Hoffentlich geht es Shapiros “Daily Wire” demnächst so wie “Fox-News” mit dem Rauswurf von Tucker Carlson. Go, Candace, go!

Rabbi Shmuley
Rabbi Shmuley: Koschere Dildos zu verkaufen – Screenshot YouTube
Ben Shapiro
Ben Shapiro: Ganz ehrlich, ehrlich! – Screenshot YouTube

Das sind zwei der Galionsfiguren der bedingungslosen Israel- “no matter what” – freunde. Präferenzutilitaristische Realitätsverdränger par excellence.

Richtig blöd

Was ist richtig blöd? Richtig blöd ist es, sich zuerst jahrelang dagegen zu verwahren, von den Rotlinken durch die Bezeichnung “rechts” – und aufgrund eines grotesk verkehrt etablierten Geschichtnarrativs – mit den Braunlinken in einen Topf geworfen zu werden, sich ständig als Rechtspopulist, Rechtsextremist oder Nazi bezeichnen lassen zu müssen, und nur, um ihnen dann Munition zu liefern für das, was sie “ohnehin schon immer wussten” in der Einbildung ihrer eigenen Unbeflecktheit: “Siehste? Die Rechten. Ich habe es euch doch gesagt. Es gibt keinen Völkermord und kein Kriegsverbrechen, vor dem die zurückschrecken, wenn es nur die Richtigen sind, die sie begehen. Die sind wie die Nazis.” – Daß die Rotlinken ihren Stalin, ihren Mao und ihren PolPot haben – geschenkt. Das spielt effektiv seit Jahren keine Rolle.

Aber heute, gerade dann, wenn sich die Gelegenheit böte, den Spieß endlich umzudrehen, solidarisiert man sich als nachkriegsgeborener, unschuldiger deutscher Patriot und Konservativer völlig ohne jede Not mit Völkermördern und Kriegsverbrechern? Wie blöd kann man überhaupt sein!? Und dann fängt man auch noch an, nach “Methode rotlinks” die Dissidenten im eigenen Lager mit Etiketten zu bekleben, um sie zu diffamieren und zu diskreditieren, auch um den Preis, dabei dem linken Mainstream geradeaus in den Arsch zu kriechen, indem man Israelkritiker oder Netanyahukritiker als “Antisemiten” verleumdet, ganz so, als ob es keine Juden gäbe, die genauso Israelkritiker und Netanyahukritiker wären im Jahre 2024? Und ganz so, als seien es nicht Netanyahu und seine Hardcore-Zionisten vom “ultrarechten” Rand, die mit ihrer militärischen Eskalation in den Libanon hinein die Existenz jenes Landes aufs Spiel setzen, mit dem man in aller intellektuellen Dumpfheit “standet”? Die Hezbollah wird solchen komplkett Übergeschnappten zeigen, wo der Barthel den Most holt. Das ist eine gut ausgerüstete 300.000-Mann-Armee. Ein ganz anderes Kaliber als die Hamas. Wer in aller Welt braucht eine rechte Opposition, die sich zum Kriterium ihres Denkens und Handelns genau das nimmt, was sich auch die Linken seit Jahrzehnten nehmen: Gefällt mir / Gefällt mir nicht? In meinem Lager / nicht in meinem Lager. Freund / Feind. Schwarz / weiß. Will ich / will ich nicht. Wenn ich Blödheit zur Staatsräson machen will, dann kann ich auch die Linken behalten. Dafür brauche ich keine “rechte Opposition” und keinen Reichelt. Aber wirklich nicht.

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