EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm (Foto:Imago/epd)

Teufel auch: Evangelische Kirche schließt AfD-Mitglieder aus

Die Landessynode der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz hat auf einer Tagung am Samstag in Görlitz beschlossen, dass ihre Mitglieder nicht mehr für die AfD tätig sein dürfen. In der Unvereinbarkeitserklärung heißt es: ie „AfD in unheiliger Allianz mit Rechtsextremen“ müsse mit „Widerstand“ rechnen und sei nicht mit dem Christentum vereinbar.

Angeblich waren es “moralische Gründe”, welche die Landessynode Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz bislang davon abgehalten haben, Mitglieder die für die AfD tätig sind, auszuschließen. Nun hat sich die evangelische Kirche aber doch entschlossen, ihrer Vergangenheit treu zu bleiben und sich den Mächtigen anzudienen. Mit welchem Eifer dies geschieht, bewies die evangelische Kirche nicht nur unter Hitler, sondern auch am vergangen Samstag.

Die Landessynode erklärte auf ihrer zweitägigen Frühjahrsberatungen in Görlitz:, angesichts der „erkennbaren weiteren Radikalisierung der AfD“ seien „Mitgliedschaft oder tätige Unterstützung dieser Partei“ unvereinbar mit dem christlichen Bekenntnis.

Auch Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer nutzte die Gunst der Stunde und die Anbiederung der evangelischen Kirche an den links-woken Zeitgeist und rief in einem Videogrußwort zur Synodentagung zum “Bekenntnis für die Demokratie auf”, indem er den antidemokratische Kampf gegen seinen politischen Gegner unterstützt. Wahlprogramm und Akteure der AfD gäben Anlass zur Frage, ob deren Haltung und Geist dem Zusammenhalt der Gesellschaft dienten, so seine Palaveren am Samstag. Er erblödete sich auch nicht und warf der AfD noch vor, „stumpfsinnigen Populismus“ zu verbreiten.

Bereits im Februar hatte die evangelische Kirche in Sachsen-Anhalt den Job des politischen Aufräumers übernommen und einem Pfarrer wegen einer AfD-Kandidatur das Amt entzogen und im April ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Auch die katholische Kirche hatte einen ehrenamtlichen Mitarbeiter im Saarland kürzlich entlassen, weil er Landtagsabgeordneter der AfD ist.

(SB)

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