Bambini-Kinderfußball in Deutschland (Symbolbild:Imago)

Neue DFB-Kinderfußballregeln: Linke Kuschelpädagogik

Während der DFB derzeit vollauf damit beschäftigt ist, die bevorstehende Europameisterschaft im eigenen Land zu einem woken Festival zu machen und den Skandal um die islamistischen Gesten von Nationalspieler Antonio Rüdiger kleinzuhalten, greifen ab der neuen Saison verbindliche neue Regeln im Kinderfußball, die zeigen, dass auch hier der Leistungsgedanke zugunsten linker Kuschelpädagogik aufgegeben wurde. Bei den Bambinis (Vier- bis Sechsjährige) sowie in der F- und E-Jugend werden ab Sommer weniger Spieler, dafür aber teilweise vier Tore auf dem Platz stehen. Zudem wurden die Meisterschaft bei den Bambinis und in der F-Jugend abgeschafft. Die Bambinis werden in zwei Zweier-Mannschaften oder zwei Dreiermannschaften gegeneinander antreten, die auf insgesamt vier Mini-Tore (zwei pro Mannschaft) spielen. Auf Torwarte verzichtet man. Ein Spiel geht maximal sieben Minuten und nach jedem Tor wechselt jede Mannschaft einen der zwei Ersatzspieler ein. Um möglichst ausgeglichene Partien zu ermöglichen, wandert die Gewinner-Mannschaft nach jedem Spiel immer ein Feld weiter, die Verlierer gehen eines zurück.

In den zwei jüngsten Spielklassen sollen künftig zwar nach jedem Spiel noch Sieger und Verlierer feststehen, am Ende des Turniers wird aber kein Gesamtsieger gekürt. Auf eine Tabelle, die über die gesamte Saison geführt wird, meint man auch verzichten zu müssen. Der Wettbewerbsgedanke wird also abgeschafft, Siege und Niederlagen in den einzelnen Spielen werden bedeutungslos, weil es am Ende keinen Gewinner mehr gibt. Wozu man unter solchen Bedingungen überhaupt noch antreten soll, erklärt der DFB nicht.

Ein völlig anderer Sport

In der F-Jugend (Sieben- und Achtjährige) spielen Dreier-Teams nach demselben Spielmodus gegeneinander. Zusätzlich wurde die Möglichkeit eingeführt, dass zwei Fünfer-Mannschaften auf vier Mini-Tore (natürlich ohne Torwart!) oder auf zwei große Tore (vier Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. Dadurch wird das Spielfeld vergrößert, die Spielzeit beträgt zwischen zehn und zwölf Minuten. In der E-Jugend (Neun- und Zehnjährige) sind die Änderungen vergleichsweise gering.

Der DFB begründet das alles vor allem damit, dass die Kinder mehr Spaß und mehr Erfolgserlebnisse beim Fußball haben sollen. Durch die vier kleineren Tore ohne Torwart würden mehr Tore fallen. „Die individuelle sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wird damit gefördert, ihre Begeisterung für den Fußball verstärkt”, führt der DFB dazu aus. Dass dies aber nur durch eine Karikierung der eigentlichen Fußballregeln geschieht, die nun einmal die Überwindung eines Torwarts, nur zwei Tore und einen über Monate ausgetragenen Wettbewerb vorsehen, blendet er aus. In höheren Altersstufen, geschweige denn im Profibereich, werden die Kinder es dann fast schon mit einem anderen Sport als dem zu tun bekommen, den sie kennengelernt haben.

Keine Anreize zum Gewinnen

Von Praktikern kam dann auch heftige Kritik. Der derzeitige HSV-Trainer Steffen Baumgart stellte fest: „Es ist doch nicht schlimm, wenn ein Kind verliert. Es muss doch lernen, mit Niederlagen umzugehen. Ich muss doch lernen, Spaß an dem Sport zu haben, nicht nur wenn ich zehn Tore schieße.” BVB-Geschäftsführer und DFL-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke bezeichnete die Reform als „unfassbar” und für ihn „nicht nachvollziehbar” und äußerte die Besorgnis, dass die Kinder so nicht das Gefühl kennenlernen können, zu verlieren, und daher auch keinen Anreiz hätten zu gewinnen.

Wie im Rest des Landes -auch und gerade im Bildungsbereich- wird auch im Fußball das Leistungsprinzip ausgehöhlt oder gleich ganz abgeschafft. Es hagelt gute Note, die nichts über die tatsächlichen Fähigkeiten von Schülern aussagen. In der Ausbildung oder an der Universität sind sie dann nicht fähig, den Anforderungen gerecht zu werden – mit dem Ergebnis, dass die Standards auch hier immer weiter abgesenkt werden und spätere Arbeitgeber kein Personal mehr finden, um den Betrieb noch fortsetzen zu können. So schafft eine Industriegesellschaft und Wirtschaftsnation sich schrittweise selbst ab, weil es ihr nur noch um vordergründige Wohlfühlerlebnisse geht, die sich aber über kurz oder lang als furchtbare Versündigung an der jungen Generation erweisen.

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