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Deutschland auf dem Sterbebett: Murks in Germany (Teil Zwei)

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Wie wir wurden, was wir sind. Waren wir denn nicht immer schon so? So ein an vielen Ecken heruntergekommenes, trübes Land der Menschen ohne Gemeinschaft und der vielen schrillen Vögel?! Mit Bahnhofskloaken von Frankfurt über Nürnberg bis in den deutschen Bahnhofsosten, welche den Charme von Kalkutta verströmen!? Ein ideenloses, schlaffes Land mit einem Niedergang der heimischen Wirtschaft und des langsam schwindenden Wohlstandes, in welchem sich Dreck und Dealer ausbreiten, genauso wie gefürchtete No-Go-Areas, wo sich nicht einmal mehr Polizisten hineintrauen…?!

Von Hans S. Mundi

Ein Land, welches international ständig an Ansehen und an realer Bedeutung verliert und kaum noch als Vorbild taugt?! Das Problem: Man muss inzwischen davon ausgehen, dass gerade die jüngeren Jahrgänge der heutigen Schulpflichtigen und Teenager, vor allem entwurzelte Migranten, wenig staatstragendes und verbindendes Wissen über ein geregeltes Zusammenleben kennen. Dagegen vermutlich Desinteresse, Desinformation, teils gar eingetrichterte Ideologie oder anerzogener religiöser Fanatismus. Viele klammern sich in der neuen Fremde an ihre alte Herkunftskultur, denn hierzulande gibt es keinen Patriotismus mit welchem sich für Einwanderer die Anstrengung echter Integration lohnte. Wer jünger ist, der wird vermuten, dass Deutschland immer schon in identitätsloser Sinnlosigkeit vor sich hin darbte. Wo hinein sollen sich dann also junge Menschen mit ausländischen Wurzeln hierzulande integrieren?!

Wenn das Gütesiegel eines Landes im Nichts verschwindet

Ins Deutschland (West) der 1970er Jahre kamen Italiener, Griechen und später Türken, als so genannte Gastarbeiter. Deutschland war ein gelobtes Land des Wohlstands, der tatsächlichen Tugenden und der geordneten Stabilität in einer starken, prosperierenden Ökonomie, welche das Gütesiegel „Made in Germany“ trug. Es ist verdammt lange her. Inzwischen sind wir eigentlich nur noch ein trauriges Land, wie in einem Zerrbild. Made in Germany – es war einmal. Den Zustand des Landes reflektieren inzwischen auch Menschen aus der türkischen Community, welche sich haufenweise von der SPD abgewendet haben, eher zur CDU tendieren oder ganz einfach remigrieren. Freiwillig. Nicht mehr ungewöhnlich sind solche Berichte, die sogar den „Spiegel“ beschäftigen: „Sevgi, 56, ist genervt von den Diskussionen und Konflikten: “Ich bin seit 45 Jahren in Deutschland. Damals wurde ich auf der Straße mit Respekt und Freundlichkeit behandelt. Menschen waren ordentlich, die Städte waren sauber. Wenn ich das heute sehe, hat sich das komplett geändert, deshalb gehen auch viele unserer Landsleute aus Deutschland wieder in die Türkei zurück.“ https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gelsenkirchen-was-deutsch-tuerken-ueber-erdogan-denken-a-1107002.html

Selbst Türken flüchten aus der kranken deutschen Gesellschaft

Der geschilderte Fall ist inzwischen mehrfach belegt. Stimmen wir diese kommen aus allen Ebenen der türkischen Einwanderer-Kultur, von jungen Menschen wie von deutsch-türkischen, mittelständischen Unternehmern. Vor allem zahllose gut integrierte Menschen, welche hierzulande als Migranten mit uns normal zusammen leb(t)en, Steuern zahlten, wollen hier weg. Denn Deutschland steckt tief in einer selbst verschuldeten ökonomischen, politischen und mentalen Staats- und gesamtgesellschaftlichen Identitätskrise. Sinnbild: Die Bestmarke und das Edel-Etikett „Made in Germany“ liegt nur noch wie ein altes, verbeultes Strassenschild auf einem Schrottplatz. Deutschland ist fast nur noch ein Abenteuerspielplatz für den darauf ausgetragenen Schaukampf von hypermoralisierenden Minderheiten gegen die normale Mehrheit. Wann kommt die Besinnung? Kann die Vernunft noch einmal das Ruder auf den letzten Metern vorm Abgrund herumreissen? „Made in Germany“ war ein starkes Stück. Es lohnt allemal die Erinnerung an den Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wie die Engländer das Gütesiegel „Made in Germany“ unfreiwillig erfanden

Damals war Chemnitz im Wandel zur dynamischen Industriemetropole mit tausenden von heimischen Arbeitern aus der Umgebung in den überall entstehenden Fabriken aufgestiegen. Der Unternehmer Richard Hartmann baute beispielsweise Dampfloks und der städtische Absatzmarkt war dann nur die Vorstufe zur großen Expansion. Die Chemnitzer Dampfloks gingen weltweit auf die Märkte. Doch bei den stets argwöhnisch gen Deutschland blickenden Engländern stiess das eher auf Neid. So entstand am 23. August 1887 in Großbritannien der sogenannte „Merchandise Marks Act“ als eine obligatorische Kennzeichnung ausländischer Produkte. Dieses unterschwellig protektionistische Handelsmarkengesetz ordnete an, dass Produkte aus Deutschland künftig den Schriftzug “Made in Germany” tragen müssten. Ein akuter Auslöser dafür war die heftige Konkurrenz von britischen Schneidewerkzeugherstellern gegen ähnliche – angeblich nachgemachte! – Messer, Scheren, Feilen und Rasierklingen aus Deutschland. Diese angeblichen „Plagiate“ überschwemmten den britischen Markt – die Durchsetzung dieser Ware hatte aber auch etwas mit deutscher Qualität en detail zu tun. Die Briten waren in der Zwickmühle, stets überwiegend voller Ablehnung gegen die deutschen Michels, wären aber Schutzzölle auf deutsche Waren ein Eigentor geworden. Denn die Exportnation Großbritannien hätte sich so in Überreaktion eher selbst ins Knie geschossen. Daher entschieden sich die Briten für den Schriftzug “Made in Germany”. Lustig aus heutiger Sicht: Dieser als gezielte Diskriminierung gedachte Schundtitel sollte die Verbraucher warnen – warnen vor den „billigen Imitaten“ aus dem unseligen Deutschland. Briten, kauft nichts von Deutschen!

Die Briten schießen ein Eigentor und Deutschland erhält ein Gütesiegel

Dazu schreibt Ulf Morgenstern, ein anerkannter Historiker, über die dann folgende Gegenoffensive: „Das Image der deutschen Industrie scheint geschädigt, der Chemnitzer Unternehmer Richard Hartmann sieht sich zusätzlich noch mit Vorwürfen von Industriespionage konfrontiert. Die Chemnitzer wollen einen Strategiewandel: Das Stigma soll zu einem Qualitätssiegel werden. Statt minderwertiger Waren sollen Produkte mit einem hohen Standard produziert werden. Doch wie können die Chemnitzer Errungenschaften davor geschützt werden, international nachgemacht zu werden? Die Idee von Bürgermeister Wilhelm André: Ein Patentgesetz zum Schutz neuer Erfindungen. Gemeinsam mit dem Industriellen Werner von Siemens erarbeitet André einen Entwurf, 1877 wird das Gesetz zum Schutz von geistigen Innovationen vom Reichstag angenommen. Dieses Reichspatentgesetz war ein unwahrscheinlich modernes Gesetz und dann Vorbild auch für die anderen Gesetzgebungen in Europa. Und die Grundzüge dieses Gesetztes sind noch heute in unserem Patentgesetz drin.“ https://www.mdr.de/geschichte/weitere-epochen/neuzeit/made-in-germany-guetesiegel-qualitaet-chemnitz-100.html

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht

Der Rest war eine Erfolgsgeschichte. Auch nach zwei Weltkriegen, der desaströsen deutschen Teilung, stand das deutsche Gütesiegel „Made in Germany“ noch im Nachkriegsdeutschland (West)  in aller Welt immer noch in höchstem Ansehen. Die Direktorin der Universitätsbibliothek Chemnitz, Angela Malz, beschreibt wie hoch unser Ansehen auf den internationalen Märkten wurde und wir dadurch zum ökonomischen Riesen, auch nach 1945 erneut, aufstiegen – leider aber ab dann sukzessive auch zum politischen Zwerg degenerierten. Malz: „Der Plan geht (ging) auf. Die deutschen Produkte werden nicht vom Markt gedrängt, viele Käufer erkennen, dass viele Dinge, die sie aus Deutschland kauften, gut waren. Die deutsche Wirtschaft floriert dementsprechend, Chemnitz wird zur “Boomtown”. Dort werden sechsmal mehr Patente als im reichsweiten Durchschnitt angemeldet. Ein Happy End also für das “Made in Germany”-Zeichen, dass sich dank der Impulse aus Chemnitz zu einem Qualitätssiegel entwickelt hat – und bis heute für gute Produkte aus Deutschland wirbt.“ Made in Germany: Wie aus einer Warnung ein Gütesiegel wurde | MDR.DE

„Made in Germany“ – geht das noch einmal wieder?!

Bis heute? Nein, bis vorgestern, Frau Malz. Bis zu jenem Tag, als Angela Merkel kam und Deutschland bis zur Unkenntlichkeit verwüstete und in ein debiles Nichts schob. Hoffnung? Zukunft? Vorausgesetzt die Deutschen schaffen es, zwanzig Jahre Merkel plus Ampel rückwärts halbwegs sinnvoll und konstruktiv abzuwickeln und in der Bevölkerung zu einem überwiegend freiheitlichen positiven Leistungs- und Ordnungs-Bewusstsein mitsamt offensivem Patriotismus zurückzukehren, könnte es einen U-Turn geben. Würden die Deutschen mehrheitlich zurück in eine bürgerliche Ordnung der Freiheit wollen und sich endgültig von allen kollektivistischen „Wir-Ideologien“ abwenden, dann könnten sie an ihre besseren und besten Zeiten anknüpfen. Menschen mit ausländischen Wurzeln, die sich ebenfalls geordnete Verhältnisse und eine liberale Leichtigkeit des Seins in unabhängiger Freiheit wünschen, würden das verkorkste Thema der Integration auf eine neue Stufe bringen. Grundvoraussetzung für ein Comeback eines glorreichen „Made in Germany“ ist aber neben viel weniger Staat und Steuern und Bürokratie unabdingbar folgendes: Sozialistische Politik und der entsprechend gegen souveräne Bürger gerichtete Fanatismus darf – in welcher ideologischen Variante auch immer – nie mehr eine Rolle in Deutschland spielen. Der deutsche Bürger muss wieder souverän werden, nur die Freiheit des Individuums ist der Weg, die Wiederbelebung der echt sozialen Marktwirtschaft bedeutet das Prinzip Hoffnung im Mega-Wahljahr – und die CDU samt CSU sollte sich endlich an ihren einst besten Slogan erinnern und diesen verinnerlichen und wieder zur absoluten Maxime machen: „Freiheit statt Sozialismus“.