Corona-Regelirrsinn: Blumenverkauf im Freien verboten, in Geschäften erlaubt

Blumenverkauf im Freien - in NRW seit Anfang der Woche verboten (Foto:Imago/RHR)

Bei wem die völlig abstrusen Scheinbegründungen des fast sieben Monate durchgehenden Dauerlockdowns, die ständig aufs Neue von der Realität widerlegten Prognosen und Modelle noch nicht ausgereicht haben, endgültig jegliches Vertrauen in die Stringenz und Logik staatlicher Maßnahmen in dieser Sozialismus-Pandemie zu erschüttern, der kommt spätestens bei der geradezu bösartigen Sinnwidrigkeit der aktuell geltenden Corona-Verordnungen nicht umhin, diesem Staat – zumindest innerlich – die Gefolgschaft aufzukündigen, da seine handelnden Akteure ganz offensichtlich nicht mehr bei Trost sind.

So ist etwa in Nordrhein-Westfalen der Verkauf von Blumen unter freiem Himmel strikt verboten, im Geschäft jedoch erlaubt. Für die Blumenhändler auf Märkten und an Ständen ist diese Willkür eine existenzbedrohende Katastrophe, so kurz vorm Muttertag. Grund sind die neuen Corona-Regeln in NRW, die das Kabinett Laschet vorgestern Montag in Kraft gesetzt hat. Ihnen zufolge dürfen auf Marktplätzen nur noch Lebensmittel angeboten werden. Blumenhändler sind fassungslos. Die „Junge Freiheit“ zitiert einen Kölner Blumenhänder: „Ich habe selbst bei Inzidenzwerten, die höher als die aktuellen sind, auf Kölner Märkten gestanden. Und ausgerechnet jetzt wird es plötzlich untersagt?„.

Dafür freuten sich nun die Geschäfte und Baumärkte, die das Muttertagsgeschäft komplett abräumen dürfen. Blumengroßmärkte planen nun Sammelklagen. Für die Markthändler und Standverkäufer im Freien kommt dies freilich zu spät – sie müssen aller Voraussicht nach ihre Ware im großen Stil vernichten. Während ansonsten der Einzelhandel ja gerade mit der Begründung eines angeblich erhöhten Infektionsrisikos in Innenräumen stillgelegt wird, gilt für Schnittblumen und Bukette anscheinend das genaue Gegenteil. Hier feiert der bürokratische Schwachsinn fröhliche Urständ.

Widersprüchliche Regeln, die den gesunden Menschenverstand beleidigen, gab es auch schon zu Beginn der Corona-Krise, mit dem Unterschied allerdings, dass man damals noch mit großen Unsicherheiten operierte und es sich um eine chaotische, völlig neue politische Herausforderung handelte. Nach über einem Jahr allerdings ist dies keine Entschuldigung mehr. (DM)