AKK und ihre Gurkentruppe wollen schneller werden

Auf, auf Kamerad zum Hindukusch (Symbolfoto:Von Yulia Reznikov/Shutterstock)

Der schlechte Zustand der Bundeswehr ist allumfassend. Das Grundproblem ist eine falsche Sichtweise auf die staatlichen Erfordernisse einer Armee der gestern noch Wehrpflichtigen. Zum Mangel an logischer Definition über Ziele und Aufgaben der Truppe kommen gravierende Planungs- und Management-Fehler, die leider sehr oft die Spur der Dilletanz im zuständigen Ministerium und den angegliederten Leitungsstäben erkennen lassen.

Von Hans S. Mundi

Technisch marode Ausstattung und inhaltsleere Aufstellung lassen die Bundeswehr inzwischen so klar erkennbar dastehen wie sie leider ist: Ein Opfer einer schon lange wütenden politisch-moralischen Überheblichkeit, welche eine Bundeswehr gleichzeitig antinational nach „Europa“ abschieben möchte sowie als eine Art Sanitätstrupp mit Panzern und Gewehren gerade mal am ausgestreckten Arm halb verhungern lassen. Armee ist igitt! Wir retten das Klima!

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die deutsche Armee schneller machen. „Die Bundeswehr muss in der Lage sein, ohne lange Vorlaufzeiten auf eine Konflikteskalation zu reagieren“, heißt es in einem Eckpunktepapier zur Reform der Bundeswehr, das am Mittwoch vom Bundesverteidigungsministerium veröffentlicht wurde. „Die Faktoren Zeit und Geschwindigkeit gewinnen im Lichte sicherheitspolitischer Entwicklungen und technologischer Fortschritte enorm an Bedeutung.“ Bei der Vorstellung eines umfangreichen Reformplanes am Dienstag in Berlin sagte sie, im Zentrum stehe die konsequente Ausrichtung an der Landes- und Bündnisverteidigung. Kritik am Zeitpunkt – wenige Monate vor der Wahl – wies sie zurück. Im Gegenteil müsse ein Ministerium über Wahltermine hinaus planen.“

Es ist tatsächlich vollkommen unerheblich, ob Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer relativ kurz vor der kommenden Bundestagswahl sich nochmal schick als angebliche „Macherin“ vor den Medien mit der Truppe im Hintergrund als Dekoration präsentieren wollte. Was zählt ist die Tatsache, dass die Amis gerade schmählich und jämmerlich vor den fusselbärtigen Al Kheidas, Taliban und vor dem IS kuschen und sich feige aus dem Staub machen – und dabei die Soldaten der Bundeswehr als Staffage vorführen. Herr und Hund, die Deutschen waren somit defintiv Kanonenfutter, wurden einer lumpigen Idee geopfert und dank des Einsatzes für EIGENE INTERESSEN mussten deutsche Soldaten am Ende vollkommen sinnlos sterben. Jetzt nix wie raus aus Afghanistan – sagen die USA und alle dackeln hinterher. Was, bitte, war noch der mal der Grund für den Einmarsch westlicher Heere in das vom Terror zerfressene Land am Hindukusch…???!

Gekämpft wurde mit Knoten in den Gewehren. Schoss mal ein deutscher Soldat auf die muslimischen Terroristen, auf Heckenschützen und hinterhältige Attentäter und mörderische Bombenbauer, traf ein deutscher Soldat mit Waffengewalt einmal einen zu allem entschlossenen KRIEGSGEGNER, dann hagelte es in Deutschland pseudomoralische Kritik und wurden „Runde Tische gegen militärische Gewalt“ ausgerufen. Die deutschen Kameraden waren den hiesigen Politikern nichts wert. Daher kehrten etliche von ihnen vollkommen unnötig im Sarg ins geistig umnachtete „Vaterland“ zurück.

Es ist genau dieser Zusammenhang vor dem die Bundeswehr und ihre Effizienz, ihre Ausrüstung, ihre Ausbildung, ihre militärische Stärke im Detail und im Verbund, ihre Logistik und Flexibilität, ihre Modernität und ihre insgesamte Qualität diskutiert werden müssten. Am Anfang stünde eigentlich die simple Frage: Wozu das Ganze? Und dann müsste man eigentlich auch mal diskutieren, welches marode Personal in unseren Parlamenten und Ministerien vor welchem politischen Hintergrund seine Fehlentscheidungen in Serie trifft, seine absolute Inkompetenz ständig beweist und welche Art Militärpolitik ein wirtschaftlich starker und grosser Staat, wie die Bundesrepublik, eigentlich anstreben sollte. Ist die Welt friedlich? Gibt es Krieg und Terror? Gilt es nationale Interessen zum Wohle des eigenen Landes zu vertreten und eben auch mit der Waffe ggf. zu verteidigen?

Fast 80 Jahre nach dem NS-Desaster könnte man in einer anderen Zeit und Welt langsam die Wehr als sinnvoll anerkennen und jenen aufrichtigen Respekt erweisen, die ihren Dienst für das eigene Land tun und dabei berufsbedingt mehr als andere ihr Leben aufs Spiel setzen. Die deutsche Hypermoral ist aber einfach nur noch unerträglich. Sie ist die Garantie für den finalen Totalschaden.

Bundeswehrverbandschef André Wüstner wirft dem Verteidigungsministerium „abstruse“ Berechnungen vor. Der Politik attestiert er einen Glaubwürdigkeitsverlust, der „einst stolzen Volkspartei“ SPD eine betrübliche Kapitulation. Seit 2013 ist Oberstleutnant André Wüstner, 46, Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes – und damit Interessenvertreter von rund 200.000 Mitarbeitern der Streitkräfte.

WELT: Was bedeutet es für die Motivation von Soldaten, wenn ihnen in der täglichen Arbeit ihr Handwerkszeug fehlt?

Wüstner: Es bedeutet Frust – auch wenn sie täglich vorbildlich das Beste aus der Situation vor Ort machen. Nehmen Sie die Brigade, die Deutschland für die schnelle Nato-Speerspitze stellt: 2015 sind die Kameraden buchstäblich mit einem Besenstiel in den Einsatz gezogen; 2018 bis 2020 mussten sie sich ihre Ausrüstung in der ganzen Truppe zusammenleihen. Frau von der Leyen hat dann versprochen, dass beim nächsten Mal, 2022 bis 2024, eine Brigade aus sich heraus führungsfähig und einsatzbereit sein soll. Doch schon jetzt ist klar: Das Ziel wird wieder nicht erreicht.“