Grüner Druck zu stark: Autoindustrie knickt ein und fordert vom Steuerzahler Förderung von E-Ladesäulen

Deutschlands Zukunft liegt in der Dunkelheit (Foto: Von Mihai_Andritoiu/Shutterstock)

BerlinWas sagt das über die Wirtschaftsbosse aus, wenn sie sich grüner geben als die ohnehin schon dunkelgrüne Bundesregierung?

Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, hält die Wahlprogramme der Bundestagsparteien beim Klimaschutz für nicht ausreichend und fordert mehr Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. „In ein paar Jahren werden so viele E-Autos auf den Straßen sein, dass wir mindestens eine Million Ladepunkte brauchen“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochsausgaben). „Jede Woche müssten 2.000 neue entstehen, derzeit schaffen wir aber nur 300“, beklagte sie.

„Uns allen muss klar sein, dass der Ausbau der Ladepunkte viel zu langsam vorangeht.“ Alarmiert zeigte sich die Industrievertreterin darüber, dass der Zubau an Ladesäulen im EU-Ausland noch langsamer voranschreite als in Deutschland. „Mich besorgt das sehr. In drei Ländern – Deutschland, Frankreich, Niederlande – wurden bisher fast 70 Prozent aller europäischen Ladesäulen gebaut. Das darf so nicht bleiben.“ Es sei richtig, die EU-Mitglieder zum Ausbau zu verpflichten.

„Die Länder sollten sehr genaue Ausbaupläne vorlegen müssen, um EU-Mittel (also Steuergelder) zu bekommen. Und ich finde, dass es hier ein Monitoring der Mitgliedsstaaten geben muss“, forderte die frühere CDU-Politikerin. „Wenn man festlegen kann, welche Autos in welchen Mengen in fünf Jahren verkauft werden sollen, dann kann man auch festlegen, welche Rahmenbedingungen durch die Staaten geschaffen werden müssen, damit das gelingen kann“, sagte sie.

Die Klimaziele seien prinzipiell erreichbar, so Müller. „Ich sage aber: In ganz vielen Bereichen müssen wir uns viel mehr anstrengen und schneller werden.“ Wenn das nicht gelinge, sei das Ziel der Klimaneutralität gefährdet, warnte die VDA-Chefin und fügte hinzu: „Das wäre verheerend.“

Für wen? Für die Arbeiter etwa? Für die Profite? Oder für das Weltklima, dass, wenn überhaupt in ganz anderen Ländern wie Deutschland „produziert“ wird?

Der nächste Blackout ist auf jeden Fall vorprogrammiert. Und wenn überall die Lichter ausgehen und die tollen E-Autos massenweise auf der Autobahn liegen bleiben, wird man sich an solche Aussagen hoffentlich erinnern. (Mit Material von dts)