Die Virokratie duldet keinen „Erbsenzähler“

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Marcel Barz ist Informatiker, ein Zahlenmensch oder, wie er sich selbstionisch bezeichnet, „Erbsenzähler“. Also einer, der genauer hinschaut, zum Beispiel bei Statistiken. Solche Zeitgenossen halten sich in der Regel lieber aus den Niederungen der Politik mit ihren Emotionalitäten und Ambivalenzen heraus.

Von Wolfgang Hübner auf Facebook

Aber Barz hat als Offizier der Bundeswehr im Kosovo-Krieg Ende der neunziger Jahre schon einmal erlebt, von den damaligen politisch und militärisch Verantwortlichen schamlos betrogen und belogen worden zu sein. Da der sympathische Glatzkopf aus der Nähe von Berlin wie alle anderen Deutschen vom nicht enden dürfenden Virusgeschehen mit seiner Familie betroffen ist, hat sich der Erbsenzähler in die Zahlen und Statistiken vertieft, die beweisen sollen, in welch gefährlicher Pandemie wir leben, warum uns die Grundrechte verweigert werden und weshalb wir uns unbedingt impfen lassen sollen, ja müssen.

Das Ergebnis seiner Recherche hat Barz in einem 83-minütigen, ebenso unterhaltsam wie seriös gestalteten Video mit dem Titel „Die Pandemie in den Rohdaten“ dokumentiert. Er wollte das über YouTube einem größeren Publikum verbreiten. Das schien auch ein geradezu raketenartiger Erfolg zu werden: Denn die Zuschauer waren (und sind) tief beeindruckt, zu welchen Ergebnissen der Erbsenzähler bei seinen Untersuchungen der Veröffentlichungen vom Robert-Koch-Institut, von Bevölkerungsstatistiken sowie Krankheits- und Sterbetabellen kam. Auf ganz andere Weise beeindruckt waren die anonymen Gesinnungswächter bei YouTube: Sie entfernten das Video mit der lapidaren „Begründung“, es verstoße gegen die „Community-Richtlinien“.

Dieses Vorgehen hat einen Grund, aber keinen guten. Denn Barz weist überzeugend mit offiziellen Zahlen nach, mit welchen Manipulationen und Verdrehungen in Deutschland eine „epidemische Notlage von nationaler Tragweite“ fantasiert wird, die es aber nie gab und nun schon gar nicht mehr gibt. Der Erbsenzähler tut das unaufgeregt, ohne jede Polemik und vermittelt in jeder Sekunde den Eindruck eines ehrlichen, ernsthaften Menschen. Gerade dadurch muss er den Verantwortlichen, Profiteuren und Mitläufern der Virokratie, in der die Deutschen seit vielen Monaten leben, als Gefahr erscheinen. Das Video ist glücklicherweise vielfach gesichert worden, jeder kann sich deshalb selbst ein Urteil über die Argumentation von Barz erlauben.

Unabhängig davon stellt das Vorgehen des Quasimonopolisten YouTube eine Zensur dar, die nicht hingenommen werden darf. Es werden sich hoffentlich Anwälte finden, die gegen diese Anmaßung vorgehen werden. Was aber nicht weniger wichtig ist: YouTube zeigt mit seinem Eingriff, wie unduldsam die neue Virokratie der Merkel, Spahn, Lauterbach und Co. samt den kalifornischen Tech-Konzernen reagiert, wenn ihre „Pandemie“-Erzählung beim Faktencheck als große Manipulation entlarvt wird. Denn dann wird das Problem eiskalt chinesisch oder weißrussisch behandelt. Es wird wirklich von Tag zu Tag schwerer, kein „Verschwörungstheoretiker“ zu sein.