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Kinderärzte gegen erneute Schulschließungen

Berlin – Der Berufsverband für Kinder und Jugendärzte (BVKJ) hat sich deutlich gegen erneute Schulschließungen ausgesprochen. „Es wird sich bei sehr hohen Zahlen nicht vermeiden lassen. Das muss aber klar der letzte Schritt sein“, sagte der Bundespressesprecher und Kinderarzt Jakob Maske dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben).

Die Konsequenzen von geschlossen Schulen seien wesentlich schlimmer als die Folgen einer Infektion, die Kinder und Jugendliche zu erwarten hätten, erklärte Maske. „Schule ist nicht nur Lehrraum, sondern auch Sozialraum. Daher ist es für die Gesundheit der Kinder wichtig, dass sie offenbleiben.“

Maske begründete seine Forderung mit dem aktuellen Infektionsgeschehen. Der Verband sehe zwar eine deutliche Zunahme der Infektionen, aber Kinder und Jugendliche erkranken nur selten. Im Falle einer Erkrankung seien die Symptome eher mild.

Trotzdem steigt die Belastung in den Praxen. „Wir sehen jetzt einen deutlichen Anstieg, sodass viele an ihre Grenzen kommen“, sagte Maske. „In Einzelfällen kann es deswegen dazu kommen, dass Praxen Patientinnen und Patienten abweisen müssen.“

Dabei handele es sich aber um Infizierte, die beispielsweise einen PCR-Test machen müssen. Schwerkranke Kinder werden nicht abgewiesen, sagte Maske.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt angesichts der steigenden Omikron-Infektionszahlen ebenfalls vor zunehmender Belastung in Arztpraxen und hat die Politik aufgefordert, einen Bonus auch für medizinische Fachangestellte auszuzahlen. „Die Belastung in den Praxen der niedergelassenen Hausärzte und Fachärzte ist hoch“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Sie ist es während der gesamten Dauer der Pandemie gewesen und wir müssen damit rechnen, dass sie noch einmal deutlich steigen wird in den kommenden Wochen vor dem Hintergrund der stark zunehmenden Omikronzahlen.“

So seien andere Erkrankungen wegen Corona nicht verschwunden. „Rund drei Millionen Arzt-Patienten-Kontakte täglich resultieren alleine daraus“, fügte der Mediziner hinzu. „Es sind die Praxen, die den bewährten Schutzwall bilden und in denen der weit überwiegende Teil der mit Corona infizierten Patienten versorgt wird.“

Vor diesem Hintergrund sollte sich die Politik laut KBV-Chef Gassen im Sinne der Wertschätzung dieser Arbeit klar „für einen angemessenen Bonus positionieren für die Teams der medizinischen Fachangestellten“. Gassen sagte: „Ohne sie wäre dieser ungeheure Einsatz nicht denkbar.“ (dts)

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