Wehe, du bist Deutscher (Bild: shutterstock.com/HunTer_9i)
Wehe, du bist Deutscher (Bild: shutterstock.com/HunTer_9i)

Wehe, Du bist deutsch und pflegebedürftig!

Unter den ukrainischen Kriegsflüchtlingen soll nach Einschätzung einer „Diakonie-Expertin“ ein hoher Anteil an pflegebedürftigen Menschen sein, welchen nun – ganz im Gegensatz zu den hiesigen pflegebedürftigen Menschen – schnelle und beste Verpflegung angeboten wird. Einrichtungen ziehen ukrainische Kriegsflüchtlinge vor. Deutsche, die auf den langen Wartelisten stehen, fallen hinten runter.

„Es kommen ganze Gruppen von Menschen mit Behinderung und viele Senioren an“, sagte die Referatsleiterin für Altenhilfe, Pflege und Hospiz der Diakonie Deutschland (EAfA), Heike Prestin, dem Evangelischen Pressedienst in Berlin.

Prestin setzt sich mit einer Vehemenz ein, die man sich für die hiesigen Alten und Pflegebedürftigen nur wünschen kann und fordert, die Unterbringung der Ukrainer sicherzustellen. Dazu benötige es auch Plätze in Alten- und Pflegeheimen. Die diakonischen Landesverbände, Träger und Einrichtungen arbeiteten – ebenfalls im Gegensatz zu den Erfahrungen aus der Vergangenheit, wenn es um Deutsche geht – aktuell daran, ausreichend Heimplätze bereitzustellen. Die Nachfrage nach Heimplätzen sei während der Corona-Pandemie zwar gesunken, es gebe in der Regel aber mehr pflegebedürftige Menschen, die einen Heimplatz suchten, als zur Verfügung stehende Plätze, so die Diakonie.

„Es wird in den Einrichtungen versucht, vieles möglich zu machen“, so das Versprechen der einsatzwütigen Prestin. Bereits würden Einrichtungen ukrainische Kriegsflüchtlinge vorziehen, anstatt den nächsten „Kandidaten“- damit sind dann wohl deutsche Patienten gemeint – von der Warteliste anzurufen. Bekannter Weise sind viel zu wenig Pflegeplätze verfügbar, um alle Pflegebedürftigen stationär zu versorgen. Zudem werden die Kosten für die Unterbringung nur teilweise von der Pflegekasse übernommen, sodass oft ein nicht unbeachtlicher Eigenanteil zurückbleibt. Diese finanzielle Belastung hat ein deutscher Steuerzahler wortlos zu tragen. Im Falle der ukrainischen Pflegebedürftigen fordert Frau Prestin indes, die ukrainischen Flüchtlinge in die Gesundheits- und Pflegeversicherung aufzunehmen, um auch die Unterbringung der Pflegebedürftigen in den Heimen langfristig sicherzustellen.

Für Deutsche gilt zudem bislang: Angehörige dürfen in den Heimen nicht übernachten. Und auch dies will Prestin für die Ukrainer ändern, da sich viele dies für den „Übergang“ wünschen. Die Diakonie sei deshalb aktuell mit den zuständigen Bundesministerien im Gespräch und fordere, die Regeln für einen bestimmten Zeitraum zu lockern.

Was nicht alles möglich ist, solange man kein Deutscher ist! (SB)

 

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