Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Die liechtensteinische Gletscher-Stasi

+++ Wie es einem eben bisweilen in den sozialen Netzwerken so passiert: Man scrollt nach unten und bleibt bei irgendeinem Beitrag hängen. So auch gestern. Ein Medien- & Nachrichtenunternehmen aus Schaan in Liechtenstein, das aus unerfindlichen Gründen „Der Pragmaticus“ heißt. Ein hübsches Meme hatten sie. Deswegen blieb ich da hängen. Vielleicht hätten sie erst einmal im Duden nachschauen sollen, was Pragmatismus ist. Interessant war, wie sich „Der Pragmaticus“ selbst sieht. „Gemeinsam.Begeistert.Bauen.“ … Moment, das war ein örtlicher Bauunternehmer hier bei uns. Wie war das jetzt bei diesen liechtensteinischen Pragmatikern? „Wir.Dienen.Deutschland.“ … auch nicht. Das war die Bundeswehr. Herrgott nochmal, „Wie.War.Das.“ jetzt bei denen auf der Medien- & Nachrichtenseite? Da muß ich doch glatt nochmal nachschauen. Nicht daß ich noch „Fressen.Scheißen.Schlafen“ hinschreibe. Ah ja, hier steht’s: „Fakten.Verstehen.Handeln. – Der Pragmaticus – Auf den Punkt gebracht“. Und das hübsche Meme, dessentwegen ich beim liechtensteinischen Medien- & Nachrichtenunternehmen hängen geblieben bin, sah so aus:

Pragmaticus
Pragmatischer Gletscher – Screenshot Facebook

Das mit den pragmatischen Gletschern, die aus Österreich weg sein werden, hat mich ja noch kalt gelassen. Alles was in Nehammers Österreichs pragmatisch ist, wird noch weit vor dem Ende des Jahrhunderts aus Österreich weg sein. Die Pragmatischsten zuerst. Nach Ungarn ist es nicht so weit. Ein bißchen an Wien vorbei und schon ist der Pragmatiker bei Orbàn in der Puszta. Durch den Neusiedler See waten geht auch. Aber wie gesagt, hat mich das so kalt wie geschmolzenes Gletscherwasser gelassen. Elektrisiert hat mich der Hinweis auf den Podcast mit dem Herrn Gerhard Wotawa, der die Sache mit der Wohlstandsrettung per Kampf gegen den Klimawandel erklären wollte.

Weil ich so ein sozial Denkender unter den „die Menschen“ bin, spürte ich das unwiderstehliche Verlangen, diesen armen Verirrten in den Fängen der Weltklimasekte einen Ausweg aus ihrem Elend zu zeigen und beschloß, einen Kommentar zu posten. Der las sich so: „Wollt ihr mal hören, wie ich euch erkläre, daß ihr verpeilte Zivilreligöse seid, denen der Horizont fehlt, Zeiträume größer als tausend Jahre bei ihren Überlegungen zu berücksichtigen? Wo waren die Alpengletscher schon mal? Bis bei München? Und dann wieder nicht? Und weil sie in Österreich schmelzen, wachsen sie auch nirgendwo anders, ja? Lernt endlich, mit dem Lauf der Dinge zu leben, euch auf Veränderungen einzustellen, anstatt krampfhaft zu versuchen, den Status Quo für die Zukunft zu erhalten! Es ist aussichtslos!

Das hat dann ein gewisser Tim I. gelesen und dabei das völlig zutreffende Gefühl entwickelt, ich sei jemandem auf den Kämpferschlips getreten. Wahrscheinlich war es seiner. Jedenfalls muß er wohl seinen Druckluftkompressor angeworfen haben, um sich erst einmal gehörig aufzublasen. Dann hat er sein Lichtschwert mit frischen Batterien bestückt und zog in den Buchstabenkampf. Dabei hat er eine güldene Regel ignoriert. Man kämpft nicht aufgeblasen gegen Leute, die eine spitze Feder mit sich führen. Jedenfalls antwortete der Kimakrampfbeschlipste folgendermaßen:

Whoohoo! Max Erdinger gegen den weltweiten Konsens in der seriösen Klimaforschung! Hört, hört, Leute! Hier schreibt einer, der es geblickt hat! Scheiß was auf Treibhausgase, Artensterben, Polschmelze, Versteppung, Missernten und Hungertod – JUST GO WITH THE FLOW, PEOPLE! Ride the waves of change! Max zeigt euch auf seinem Surfbrett mit 400PS-Außenborder, wie‘s geht! Da! Da reitet der strahlende Held auf einer Tsunami-Welle heran, die er durch den Abbruch eines gewaltigen Gletschers selbst verursacht hat! Denn man lebt nur einmal! Was für ein geiler Macker! Schade nur, dass künftige Generationen sein Andenken nicht mehr feiern können, weil die Menschheit sich selbst von diesem Planeten entfernt hat.“ – Man sieht: Der Mann wollte seinen Kämpferschlips unbedingt sauberhalten. Wie wild fuchtelte er mit seinem Lichtschwert vor meinen Augen umeinander. Meinereiner jedoch dachte sich. Laß´den mal. Die spitze Feder kannst du auch später noch verwenden, um ihm die Luft rauszulassen. Versetz‘ den erst einmal so richtig in Rage. Solche Sachen denke ich mir immer, weil ich so humorvoll bin. Gern auf Kosten anderer Leute, wenn sie zum Beispiel dick & dumm zugleich sind. Kein schöner Charakterzug, mein Humor, aber was will ich machen? Also antwortete ich erneut.

Lügenmaul. Deinen „weltweiten Konsens“ kannst du dir da hinschieben, wo die Sonne niemals scheint. Und deine Gletscher gleich mit. Dann schmelzen sie wenigstens nicht. Von der Sonne, der heißen. Es gibt keinen „weltweiten Konsens“ bei dem Thema, sondern einen dogmatisch durchgesetzen Zwangsglauben (Zivilreligion). „Wenn du in dreißig Jahren enteignet und deiner sämtlichen Freiheiten beraubt bist, während sich das Klima noch immer ändert, wirst du merken, daß das dein geringstes Problem ist.“ – Klonovsky sinngemäß. Klimakommi go home. Und komm´ mir vor allem nicht so saublöd. Dein Tonfall gehört mir, Freundchen Tim.“ – Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn mir jemand meinen Tonfall klaut. Das ist meiner. Dann war erst einmal Ruhe bei Freundchen Tim. Aber weil ich gerade so schön in Fahrt gewesen bin, und weil es außer Freundchen Tim auch noch andere zivilreligiöse Weltklima-Pietisten im Kommentarbereich gab, habe ich eiskalt noch einem anderen Gletscher-Pragmatiker geantwortet. Das las sich dann so:

Daß das kaum jemand begreifen will: Es geht diesen Klimakommis nicht um den Klimawandel. Der ist ihnen schnurz. Die wissen selber, daß der macht, was er will. Auf das „anthropogen“ kommt es ihnen an. Ein „anthropogener (menschengemachter) Klimawandel“ muß es sein. Sonst nützt er ihnen nichts. „Anthropogen“ ist das Kommi-Narrativ, das unerläßliche. Kommis arbeiten in sämtlichen Themenbereichen mit zielgerichteten Narrativen, die mit ihren wahren Absichten absolut nichts zu tun haben. Die Maßnahme ist das Ziel, nicht das, was mit der Maßnahme angeblich erreicht werden soll. Grönland wurde um das Jahr 950 herum entdeckt = Grünland. Im römisch besetzten Britannien gab es ca. 500 Weinberge. Die bayerische Voralpenlandschaft ist lange vor dem ersten Menschen durch die Ausdehnung und Schrumpfung von Gletschern entstanden. 20.000 Jahre sind ein Mückenschiß, wenn es um den Klimawandel geht. Die Erde ist etwa 4,5 Mrd. Jahre alt, der Homo Sapiens noch nicht einmal ein 4.500stel davon. Industrialisierung erst seit knapp 300 Jahren. Gigantische Klimaveränderungen lange vor dem ersten Menschen. Laßt euch nicht verarschen von diesen zivilreligiösen Priestern. Das „Hockeystick-Diagramm“ – lächerlich. Das ist aber die „Reliquie“, die alle anbeten und auf die sie sich alle berufen. Diese Bande ist durchschaut.“

Zwischendurch erklärte Freundchen Tim mit seinem Lichtschwert einem anderen, der tendenziell eher auf meiner Seite stand, was „die Wissenschaft“ ist. Bei „die Wissenschaft“ meinte er, kommt am Schluß immer raus, daß sich alle einig sind. Hanebüchen. Während er damit beschäftigt gewesen ist, schaltete sich eine Gesellschafts- und Kulturwebseite mit dem Namen „Verstand gegen Ideologie“ zu. Sehr sympathische Leute dort. Ihr Beitrag zum Gletscher-Erklärbären Wotawa: „Wir konnten nirgends Informationen finden, die auf ein Studium der Klimatologie bei Hr. Wotawa hinweisen. Das wäre aber die Basis für seriöse Aussagen.“ – Donnerlittchen, ein Schlag in die Magengrube des Gletscherpragmatikers. Doch Freundchen Tim hatte inzwischen einen pragmatischen Gletscherschlipskampfgefährten gefunden, der salbungsvoll von Leugnern und Leugnung und Wissenschaftshäresie  predigte. Bei dem bedankte ich mich recht höflich dafür, daß er meine These von der Zivilreligion und ihrer dazugehörigen Glaubenskongregation so eindrücklich untermauert hatte. Mein Dank gefiel ihm aber gar nicht. So aufgeregt war er gleich, daß er lauter Tippfehler in seiner Antwort auf meinen Dank unterbrachte. Ungefähr zehn in zwei Sätzen. Zu allem Überfluß hatte sich noch eine sehr kenntnisreiche Dame   dazugesellt, sehr wahrscheinlich Naturwissenschaftlerin, die noch nie in ihrem Leben irgendetwas unterhalb von „summa cum laude“ verfasst hatte, eine extrem gebildete Frau, die in größter Gelassenheit mit wissenschaftlichen Quellenangaben und präzisen Zahlen alles untermauerte, was ich vorher in einem großen Bogen über den Geisteszustand der Weltschlipsklimakreuzritter geäußert hatte.

Ach so, ja, der aufgeregte Glaubenskongregationsangehörige, der Freundchen Tim geifernd unterstützte, hieß Dierk mit Vornamen. Als Verbündete machten sie den Eindruck, als ob sie ihre Schmiergriffel zum gegenseitigen Trost in der Versagensangst in der Hose des jeweils anderen hätten.

So, jetzt aber zurück zur Titelzeile: Die liechtensteinische Gletscher-Stasi. Als dem gräßlichen Tonfallsdieb Tim unwiderlegbar vor Augen stand, daß er mit seinen inbrünstig vorgetragenen Glaubensbekenntnissen nur Spott & Hohn erntet, verlegte er sich auf eine altbekannte Stasi-Strategie. Anstatt einfach im Gesprächsstrang beim Thema zu bleiben, begab er sich auf meine Facebook-Seite, um herauszufinden, was dieser Erdinger, dieser lästige Gletscher- und Klimadurchblicker für einer ist. Danach wechselte er das Thema.

Ich bin eher pro Putin als pro Selenskyi und außerdem bin ich eher pro Trump als pro Biden. Er hatte sich also kundig gemacht über mich. Es ging ihm auf einmal nicht mehr um Gletscher und Weltklima, sondern um meine Person. Was er dabei herausgefunden hat, das hat der fromme Tonfallsdieb und Klimaschlips-Tim dann im alten Gesprächsstrang thematisiert. Dann ging es nicht mehr um den kenntnisreichen Herrn Wotawa und den österreichischen Schmelzgletscher, das Weltklima, Fakten dazu, den Kampf gegen den Wandel zur Rettung des Wohlstands und das alles, – sondern dann klang Freundchen Tim auf einmal so – die Kurzform: Der Erdinger ist völlig durchgeknallt, jenseits von Gut und Böse, Putinfan und Trumpfan – und wenn er glaubt, daß wir hier mit so einem ernsthaft argumentieren, dann kann ich darüber nur lachen.

So hat die Stasi auch gelacht. Die konnte in der Sache nämlich ebenfalls nicht punkten und musste sich daher aufs Diffamieren und Ausspionieren, auf das Diskreditieren und Verächtlichmachen verlegen, anstatt einfach beim Thema zu bleiben. Wichtig ist nie, wer etwas sagt, sondern immer nur, ob stimmt, was jemand sagt. Und diese Weltklimaretter in ihrem Wahn sind die verlogenste Saubande überhaupt. Affenpocken …

Meine Hoffnung: Nach Gestapo und Stasi werden derartig üble Charaktere wie der saumäßig pragmatische Klimaschlips-Tim kein drittes Mal so vergleichsweise ungeschoren davonkommen. Schluß mit dieser verlogenen und gesinnungsterroristischen Pest!

 

 

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