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Regierung verspricht: Nach dem Urlaub, spätestens aber zum nächsten Lockdown ist unser Chaos an den Flughäfen beseitigt

Wenn Versager die Geschicke dieses Landes bestimmen, dann weiß man, dass Chaos vorprogrammiert ist. Jetzt, wo alles bereits zu spät ist, die Leute nach jahrelanger, pandemiebedingter Leidenszeit endlich mal wieder in den Urlaub wollen, geht an den großen Flughäfen dieses Landes – mit Sicherheit auch den kranken Pandemiemaßnahmen geschuldet, gar nichts mehr. Und jetzt, wo der Urlaub schon längst völlig versaut ist, fällt den Versagern ein, dass es zu wenig Personal gibt, um den zu erwarteten Ansturm zu meistern.

Hier die neuesten Airport-Horrormeldungen:

Am Mittwoch – schon -Krisen-Gespräch zu Chaos an deutschen Flughäfen

Labern können sie immer: Angesichts des Chaos` an deutschen Flughäfen zum Beginn der Urlaubssaison ist eine „hochrangig“ besetzte Krisenrunde geplant. Für Mittwoch haben sich Vertreter der zehn größten deutschen Flughäfen, der Bundespolizei, anderer Behörden und Dienstleister zu einem Krisentelefonat verabredet, schreibt die „Bild“ (Dienstagausgabe). Einziges Thema sei, die Lage an den Flughäfen, die eklatante Personalnot in allen Bereichen und gegenseitige Schuldzuweisungen.

„Bild“ zitiert einen nicht namentlich genannten ranghohen Sicherheitsexperten mit der Einschätzung, das Chaos bei Flügen und Abfertigung an den Flughäfen sei „ein systemisches Versagen“. Der Bundesvorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft DPolG, Heiko Teggatz, sagte der „Bild“: „Das Chaos an den Flughäfen wird sich kurzfristig nicht mehr verhindern lassen.“ Die Bundesregierung dringt gegenüber Fluggesellschaften und Flughafen-Betreibern darauf, den Flugbetrieb zu entzerren und rigorose Regeln für Handgepäck zu erlassen, um die Sicherheitskontrollen beschleunigen zu können.

Zudem könne an vielen Flughäfen das Nachtflugverbot befristet gelockert werden. Möglich seien etwa je eine Flugstunde mehr Flugbetrieb in den frühen Morgenstunden und in der Nacht und damit eine Entzerrung der Abflugzeiten. Dies brächte Entspannung bei Check-in, Gepäcktransport und Sicherheitskontrollen.

Die Betreibergesellschaft von Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main sucht bereits neue Mitarbeiter für die Gepäck- und Bodenabfertigung. In diesem Jahr sollen bis zu 1.000 Beschäftigte neu eingestellt werden. „Durch umfangreiche Rekrutierungsmaßnahmen konnten dieses Jahr bereits rund 870 Neueinstellungen vorgenommen werden“, sagte ein Fraport-Sprecher der „Bild“.

Zudem würden „100 Mitarbeiter aus dem administrativen Bereich derzeit in anderen Teilen des Flughafens eingesetzt“ – etwa um Personal auf dem Flughafen zu den Einsatzorten zu fahren. Andere seien befristet in die Gepäckabfertigung und „zum Rampendienst“ versetzt worden. Der Flughafen Frankfurt empfiehlt seinen Passagieren derzeit, etwa zweieinhalb Stunden vor Abflug im Terminal zu erscheinen.

Unfassbar, oder? Dabei weiß jeder, dass der Spaß spätestens im September wieder vorbei ist. Nämlich dann, wenn Lauterbach das Fliegen und den Urlaub wieder verbietet und das Personal entlassen werden muss!

Union will Chaos an Flughäfen mit „inländischen Fachkräften“ lösen

Angesichts des Chaos` an deutschen Flughäfen fordert die Union die Bundesregierung auf, das Problem mit Mitarbeitern aus Deutschland zu lösen. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Bareiß (CDU), sagte der „Rheinischen Post“ (Dienstag): „Das Flughafen-Chaos könnte dauerhaft mit inländischen Fachkräften gelöst werden. Ich fordere die verantwortlichen Fachminister auf, in diesem Sinne zu handeln.“

Bareiß kritisierte, ausländische Hilfskräfte holen zu müssen, sei „das Eingeständnis der Bundesregierung, die Sicherheitsüberprüfung zu straffen und unbürokratisch abzuwickeln“. Das sei aber keine nachhaltige Lösung. Inzwischen schade das Reisechaos dem Ansehen Deutschlands im Ausland und belaste viele Menschen, „die sich ihren Erholungsurlaub verdient haben“.

Fraktionsvize Hermann Gröhe (CDU) betonte zudem, wegen der hohen Anforderungen an die Sicherheitsüberprüfungen beim Flughafenpersonal sei es mehr als fraglich, dass der Plan aufgehe. „Auch mit Blick auf die Dauer der Anwerbung und die genauen Einsatzgebiete muss nun schnell Klarheit herrschen. Sonst wird aus der Hilfsaktion der Regierung eine Luftnummer“, sagte Gröhe der „Rheinischen Post“.

Verkehrsminister kritisiert Flughafenbetreiber wegen Personalmangel

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat Flughafenbetreiber und Sicherheitsfirmen derweil kritisiert, die dem drohenden Personalmangel zu lange nichts entgegengesetzt hätten. „Gut gelaufen ist das ganz offensichtlich bei den verantwortlichen Unternehmen nicht“, sagte Wissing am Montag dem Fernsehsender „Welt“. Indessen versprach er eine schnelle und zugleich sichere Lösung.

Er selbst ärgere sich auch über das Flughafenchaos. „Das ist eine wirklich unzufriedenstellende Situation. Die Menschen wollen in den Urlaub fahren, freuen sich jetzt, endlich wieder verreisen zu können nach einer so langen Zeit, und dass ausgerechnet jetzt der Flugverkehr nicht funktioniert – also, mich ärgert das auch“, so Wissing.

Deswegen habe er „sofort auch den Gesprächsfaden aufgenommen mit den Luftfahrtunternehmen und auch den Flughafenbetreibern“, um nach einer Lösung zu suchen, sagte der Verkehrsminister. Ihm sei unklar, warum die Unternehmen das sich andeutende Personalproblem nicht schon beizeiten angepackt hätten. „Die Frage stelle ich mir auch, aber es hilft ja nichts, jetzt zurückzublicken und die Frage zu stellen, welches Unternehmen was hätte früher veranlassen können.“

Man werde „diese Situation analysieren müssen, und die verantwortlichen Unternehmen müssen sich natürlich die Frage stellen: Wie kann man künftig vermeiden, dass es zu solchen Personalengpässen kommt?“. Schwierig sei offensichtlich, die Mitarbeiter zurückzugewinnen, die man auf der Strecke verloren habe, aber Fachkräftesicherung sei „ja kein Thema, das jetzt neu wäre, sondern das wissen eigentlich alle, dass das eine der wichtigsten Aufgaben ist“, so der FDP-Politiker. Auch wenn ausländische Sicherheitskräfte, bevorzugt der Türkei, nun schnell die Jobs an deutschen Gepäckkontrollen übernehmen, so dürfe man bei allem Tempo nicht die Sicherheit aus den Augen verlieren.

Dennoch sei die Auslandsrekrutierung notwendig. „Wir können keine Abstriche bei der Sicherheit machen. Das muss die Innenministerin sicherstellen. Jetzt Sicherheitsrisiken einzugehen, nur weil man keine Fachkräfte hat, das kann nicht sinnvoll sein.“ Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Bundesinnenministerin darauf achten werde. Gleichzeitig stelle sich aber die Frage, wer denn überhaupt bereit sei, jetzt kurzfristig einzuspringen und die Aufgaben zu übernehmen.

„Deswegen ist es wichtig, dass man sich mit der Möglichkeit der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland beschäftigt“, so der Verkehrsminister. Ob wie früher bei Sicherheitschecks die Bundespolizei einspringen könnte, müsse das Innenministerium entscheiden. Ausschließen wollte Wissing das nicht, es sei aber auch nicht seine Zuständigkeit.

„Das sind Sachen, die die Innenministerin prüfen muss. Sie muss alle Möglichkeiten jetzt ausloten. Das wird sie auch tun“, sagte der FDP-Politiker.

Das ist so typisch für einen FDP-Politiker. Er weiß ganz genau, dass das Chaos durch die Regierung verursacht wurde (siehe Pandemiemaßnahmen) und jetzt die Schuld den Unternehmen in die Schuhe zu schieben, ist einfach nur noch billig. Aber eben typisch FDP.

Und es gibt natürlich noch Bürger, die mit der Bahn in den Urlaub wollen. Für diese armen Kerle haben wir dann noch diese Horrormeldung:

Chaos am Wochenende: Reisende dürfen nicht auf Bahnsteige. (Mit Material von dts)

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