Krank (Bild: shutterstock.com/Gorodenkoff)
Krank (Bild: shutterstock.com/Gorodenkoff)

Nebenwirkungen, das habt ihr falsch verstanden: Gesundheitsministerium löscht Tweet wieder

Helle Aufregung herrscht über einen Tweet, den das Bundesgesundheitsministerium vorgestern absetzte. Es geht um die Häufigkeit von Impfnebenwirkungen. „Eine von 5000 Personen ist von einer schweren Nebenwirkung nach einer COVID19-Impfung betroffen“, heißt es dort. Impfskeptiker fühlen sich bestätigt, Impffans drehen am Rad. Die Behörde sieht nur einen Weg und löscht blitzschnell die „mißverstandene“ Neuigkeit.

Zehntausendfach wurde der Tweet geteilt und kommentiert. Fans und Gegner lieferten sich heftige Debatten. Das ZDF springt ein und kritisiert, die Behörde habe die „Sprengkraft“ ihrer Aussage unterschätzt. Der sonst so gesprächige Corona-Minister verfällt scheinbar in Schockstarre und schweigt und sein Ministerium legt den Rückwärtsgang ein. Schnell ist von „falschen Zahlen“ die Rede, die Durchschnittsbevölkerung sei nicht in der Lage, das richtig zu verstehen, findet das ZDF. Kurzum: Die in dem Tweet genannten Zahlen waren falsch, so die Behörde. Man habe „Personen“ mit „Impfdosen“ verwechselt, heißt es in einer nachgeschobenen Erklärung des BGM. „Die Melderate bezieht sich auf alle Verdachtsmeldungen, d. h. ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung ist mit der Verdachtsmeldung noch nicht bestätigt, es wird erstmal ein zeitlicher Zusammenhang festgestellt“, irrlichtert das Ministerium weiter. Sein „Führer“ Karl Lauterbach läßt den Vorfall unkommentiert und rührt lieber weiter stur die Werbetrommel für „seine“ Impfung: „Die Daten in den US, wo die 4, Impfung ab 50 empfohlen wird, zeigen deutlich, dass es nach der 4. Impfung kaum noch Todesfälle durch COVID gibt. Der Unterschied zur 3. Impfung ist groß. Für Ältere mit Risikofaktoren gilt daher, dass niemand auf eine bessere Impfung warten sollte.“

screenshot Twitter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daten aus anderen Ländern zeigen aber auch, dass hierzulande die Impfnebenwirkungen möglicherweise noch grob unterschätzt werden. „Von den 520.076 Teilnehmern aus Deutschland, die die erste Dosis eines COVID-19-Impfstoffs erhalten hatten, gaben 1.838 (0,3 %) an, mindestens eine schwerwiegende Nebenwirkung gehabt zu haben. Insgesamt 1.191 (0,2 %) bzw. 39 (0,2 %) Teilnehmer, die BioNTech/Pfizer bzw. Moderna erhielten, gaben an, eine schwerwiegende Nebenwirkung gehabt zu haben, während 608 (0,7 %), die AstraZeneca erhielten, eine schwerwiegende Reaktion berichteten. Diese deutschen Zahlen stimmen laut dem Bericht mit den Gesamtraten in ganz Europa überein: „In allen Zentren berichteten 0,2–0,3 % mindestens eine schwerwiegende Nebenwirkung nach Erhalt der ersten und/oder der zweiten Dosis“, heißt es beim The Daily Sceptic, der sich auf europaweite Daten bezieht. Die tatsächliche Zahl schwerwiegender Nebenwirkungen könne durchaus 10-mal höher liegen, so die Vermutung.

Der Streit wird weitergehen. Die Berliner Zeitung nennt inzwischen als Grund für die falschen Zahlen, dass sich das Paul-Ehrlich-Institut bei der Berechnung vertan hätte, indem man sich auf einzelne Impfdosen, nicht auf geimpfte Personen bezogen hätte. Tatsache ist, Nebenwirkungen in direktem Zusammenhang mit den immer Notfall-zugelassenen experimentellen „Impf-„Stoffen zu beweisen, bleibt für Betroffene ein fast aussichtsloses Unterfangen. Tatsache ist aber auch, daß der zuständige Gesundheitsminister Lauterbach sich mittlerweile von seiner eigenen Aussage, die „Impfung“ sei „nebenwirkungsfrei“ distanzieren musste. Post-Vac-Syndrom, nennt er das nun verharmlosend und bleibt bisher dabei, mit der Schwere einer Post-Covid-Erkrankung sei das nicht vergleichbar. (MS)

Und so sieht eine „Nebenwirkung“ aus:

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