Frieren ist gesund und macht schön! (Bild: shutterstock.com/Kateryna Mostova)
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Danke Habeck & Co: Wohnungsgesellschaften im Osten vor der Insolvenz

Die nicht mehr bezahlbare Heizkostenwelle trifft zuerst die Wohnungsgenossenschaften. Viele -vor allem im Osten- können die Preise nicht stemmen. Der allgegenwärtige Ruf nach staatlichen Hilfen wird laut. Wird er erhöht, zahlt der Steuerzahler nicht nur die Rettung der Energieunternehmen, sondern auch noch die für den Vermieter, um danach alleingelassen vor der Wahnsinnsrechnung für seine eigene Strom-und Gasrechnung zu sitzen.

38 Prozent der Wohnungsunternehmen können laut einer neuen Umfrage des Dachverbands der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdV) die Gaspreissteigerungen nicht aus eigener Tasche bewältigen und brauchen staatliche Hilfen. Vielen Wohnungsgesellschaften drohe laut GdW ohne staatliche (Steuer)Hilfen die Insolvenz, warnt der Verband.

Die Situation sei in den ländlich geprägten Regionen Ostdeutschlands mit 47 Prozent der Wohnungsunternehmen dramatischer als in Westdeutschland. Dort sind es „nur“ 32 Prozent der Unternehmen, die nicht in der Lage seien, die massiven Kostensteigerungen selbst zu tragen, erklärt GdV-Präsident Axel Gedaschko. Grund: Für die exorbitant gestiegenen Gaspreise müssen die Wohnungsgenossenschaften in Vorleistung gehen. Erst mit der Nebenkostenabrechnung zahlen die Mieter dann die Heizkosten an die Vermieter.

Für 22 Prozent der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland ist die Situation existenzbedrohend. Um die Existenz könne es für 22 Prozent der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland gehen – davon 39 Prozent in Ostdeutschland und allein in Sachsen-Anhalt für 53 Prozent der Wohnungsunternehmen. Sie könnten keine Kredite aufnehmen und bräuchten „staatliche Hilfe“, heißt es in der Welt.

Auf 200 bis 300 Prozent mehr Heizkosten dürfen sich in vielen Regionen die Bürger einstellen. Für eine 60-Quadratmeter-Durchschnittswohnung müssen die Wohnungsunternehmen jetzt schon mit teilweise über 1600 Euro voraussichtlicher Jahreskosten bei den Energieversorgern in Vorleistung gehen. Am Ende wartet auf die Mieter die Rechnung für Nebenkosten in Höhe einer komplette Monatsmiete und mehr für ihre Nebenkosten.

In Wolfen, einem Bezirk von Bitterfeld-Wölfen in Sachsen-Anhalt, sei die die Lage jetzt schon absehbar so ernst, daß zu der dort sehr niedrigen Kaltmiete bei einer Wohnungsgenossenschaft von monatlich unter 300 Euro für 60 Quadratmeter monatliche Nebenkosten allein für Heizung und Warmwasser in Höhe von fast 750 Euro hinzukämen. Dort hätten sich die Preise allein für Fernwärme gegenüber Oktober 2020 um fast 400 Prozent erhöht, weiß die Welt.

„Es müssen jetzt unverzüglich Bürgschaften von staatlicher Seite ermöglicht werden, um die jetzt schon in ihrer Existenz bedrohten Wohnungsunternehmen zu retten und ihre Mieter mit vielfach niedrigen Einkommen ebenfalls vor dem finanziellen Ruin zu schützen“, fordert denn auch der GdW-Präsident, der rund 3000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, private, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen repräsentiert, die etwa sechs Millionen Einheiten bewirtschaften- fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland. Die Regierung habe in dieser katastrophalen Situation lediglich kurzsichtig auf Instrumente mit Wirkung bis zum Jahresende verwiesen, was der Brisanz der Lage nicht gerecht werde.

Für die Mieter müssten „sehr kurzfristig zeitlich befristete Entlastungen zur Begrenzung der Nebenkosten auf den Weg gebracht werden. Und eine pauschalierte und sozial gestaffelte Energiehilfe für einkommensschwächere Haushalte unabhängig von ihrer Wohnform ist dringend notwendig“, findet Gedaschko und fordert für die Wohnungsunternehmen zusätzlich Liquiditätshilfen und einen Insolvenzschutz.

In den Chor der „Kluge-Ratschläge-Verteiler“ reiht sich nun auch der Deutsche Mieterbund mit. Jetzt sollten die Mieter etwas Geld auf die hohe Kante legen, um  im kommenden Jahr die Mehrkosten begleichen zu können – darauf wäre auch kein Betroffener selbst gekommen. Darüberhinaus könnten Mieter auch schon in diesem Jahr freiwillig eine erhöhte Vorauszahlung mit dem Vermieter vereinbaren, um einer hohen Nachzahlung vorzubeugen, klugscheißert der Mieterbund fleißig weiter. Die Frage, woher das Geld zum Sparen oder für hohe Vorauszahlungen denn kommen soll, stellt der Mieterbund nicht. (MS)

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