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Sind die USA Deutschlands Freunde – oder auch nicht?

Ich las gestern im Regionalteil der Zeitung: „Das amerikanische Verteidigungsministerium macht den Army-Stützpunkt in Wiesbaden zum Zentrum seiner militärischen Hilfe für die Ukraine.“ Und weiter: „Für den Army-Standort in der Wiesbadener Clay-Kaserne bedeuten die Pentagon-Pläne eine weitere erhebliche Aufwertung“.
Von Wolfgang Hübner
In dem umfangreichen Bericht wird mit keinem Wort erwähnt, ob das alles mit den deutschen Behörden abgesprochen wurde, was die örtliche Bevölkerung dazu sagt oder wie sehr diese militärischen Maßnahmen die hessische Hauptstadt zum Ziel eventueller russischer militärischer Reaktionen machen könnten.
Kurz zuvor hatte ich mir den Filmbericht von einer großen Protestkundgebung im thüringischen Gera angeschaut, auf der Rufe laut wurden „Ami, go home!“ Was ja auch nicht so erstaunlich ist, gelten doch die Amerikaner vielen Deutschen als Hauptverdächtige für den Terroranschlag auf die Gasröhren in der Ostsee. Was sind also die USA für Deutschland: Selbstverständliche Freunde und atomar bewaffneter Bündnispartner in der NATO oder aber eine faktische Besatzungsmacht, die das deutsche Territorium als idealen Stützpunkt für ihre geopolitischen Interessen missbraucht?
Der Verlauf des Ukraine-Krieges macht deutlich, dass alle politischen Kräfte in Deutschland sich um die Beantwortung dieser konfliktträchtigen Frage nicht länger drücken können. Wobei das die etablierten politischen Parteien wie CDU/CSU, SPD, FDP und längst auch die Grünen gar nicht tun: Sie alle haben die amerikanische Sonderstellung in Deutschland mit den daraus resultierenden Konsequenzen akzeptiert, auch wenn sie meist nicht gerne darüber öffentlich reden wollen. Sicher ist auch, dass die Akzeptanz der Bevölkerung für diese Sonderstellung im westlichen Deutschland größer als im östlichen Teil sein dürfte.
Verwunderlich ist das kaum, waren doch die Amerikaner über etliche Jahrzehnte mit ihrem Lebensstil und ihrer dominanten Populärkultur eine recht beliebte Besatzungsmacht. Die meisten Deutschen wollten halt schon viel eher amerikanischer als russischer Vasall sein. Und wahrscheinlich möchten sie das noch immer. Doch die US-kritischen Rufe in Gera und anderswo künden Veränderungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis an. Es wird nämlich immer offensichtlicher, welch hohen Preis Deutschland wirtschaftlich, außen- und friedenspolitisch sowie militärisch für den amerikanischen „Freund“ zu entrichten hat.
Wie damit umzugehen sein wird, ist eine noch nicht beantwortete Frage vorrangig an die oppositionellen rechtsdemokratischen Kräfte wie die AfD, aber auch an systemkritische Medien wie Junge Freiheit, Tichy, Reitschuster, Achgut und etliche andere. Antworten darauf zu vermeiden oder zu umgehen, ist wohl nicht länger möglich.

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