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Eskalation im Kosovo: Brandbeschleuniger zwischen dem Kreml und der NATO

Internationale Medien berichten über einen neuen Konfliktherd in Europa, der von deutschen Medien eher als Randnotiz, dabei droht ein weiterer Krieg in Europa. Einen Krieg zwischen Serbien und dem Kosovo. Im Prinzip dient die Eskalation im Kosovo immer mehr zum Brandbeschleuniger im Konflikt zwischen dem Kreml und der NATO.

Worum geht es im Konflikt, der sich zuspitzt?

Rückblick: Serbien ist ein enger Verbündeter Russlands und weigert sich trotz großem Druck aus Brüssel, Washington und anderen westlichen Hauptstädten, sich an den Russland-Sanktionen zu beteiligen. Gleichzeitig möchte Serbien in die EU eintreten, die Voraussetzung der EU-Mitgliedschaft beinhaltet aber die Teilnahme an den EU-Sanktionen gegen Russland. Das gilt auch für alle anderen Beitrittskandidaten.

Bereits im letzten Jahr haben große Unruhen im Nord-Kosovo stattgefunden. Es wurden Neuwahlen abgehalten, da die serbischen Bürgermeister aus Protest gegen die Unterdrückung der Serben geschlossen zurückgetreten sind. Ein Großteil der Serben möchte nicht Teil Kosovo sein und fühlt sich von der Zentralregierung des Kosovo unterdrückt. So fiel die Neuwahl entsprechend aus und wurde zur Katastrophe für die Regierung des Kosovo und den internationalen Unterstützer. Die Wahlbeteiligung lag bei 3,5 Prozent und somit kann die boykottierte Wahl nicht nach internationalen Verträgen nicht anerkannt werden. Die neuen Bürgermeister, die sich aus den 3,5 Prozent ergeben, wollten aber trotzdem ihr Amt antreten, was zu erneuten Protesten führte.

Dutzende von Menschen im Norden des Kosovo verletzt

Dutzende von Menschen wurden bei den Zusammenstößen im Norden des Kosovo verletzt, wo die Situation am Freitag eskalierte, als kosovarischen Sicherheitskräfte versuchten, die Gebäude der Stadtverwaltung zu übernehmen. Am Montagmorgen wurde bekannt, dass die internationalen KFOR-Kämpfer unter der Schirmherrschaft der NATO die Zufahrten der Bürger zu verschiedenen Stadtverwaltungsgebäuden der Gemeinden, die den albanischen und den serbischen Teil von Kosovska trennt, blockiert haben. Die serbische Armee wurde darauf hin in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Wie die Zeitung Vecernje Novosti berichtet, setzten KFOR-Kämpfer Blendgranaten gegen die protestierenden Serben ein. Die Kosovo-Truppe, kurz KFOR (englisch Kosovo Force), ist die 1999 nach Beendigung des Kosovokrieges aufgestellte multinationale militärische Formation). Bei den Zusammenstößen mit den Serben wurden ebenfalls mehrere Soldaten des italienischen und ungarischen KFOR-Kontingents angegriffen und erlitten durch die Explosion von Brandbomben Verletzungen mit Knochenbrüchen und Verbrennungen. Weiter heißt in der Zeitung: Ehemalige Bürgermeister der Provinz, sprachen mit der KFOR, die sie erneut als Kommandeur der Kosovo-Polizei und den USA bezeichneten.

Aber auch laut der serbischen Ministerpräsidentin Ana Brnabic erfüllt die KFOR in Nord-Kosovo nicht ihre Pflichten und schützt nicht die Bürger, sondern die Menschen, die die Staatsgewalt an sich reißen wollen und das Verwaltungsgebäude besetzt haben. 

Lawrow: In der Mitte Europas braut sich eine große Explosion zusammen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete bei einem Besuch in Kenia die Lage im Kosovo als alarmierend. „In der Mitte Europas braut sich eine große Explosion zusammen. Der Westen hat den Kurs der totalen Unterwerfung eines jeden eingeschlagen, der in irgendeiner Weise seine eigene Meinung äußert“, sagte der Lawrow in der Pressekonferenz. Der österreichische NATO-Lobbyist Gunter Fehlinger erklärte hingegen, dieses sei ein klarer Bündnisfall nach Artikel 5. Er fordert hartes Vorgehen gegen „staatliche Terroristen aus Serbien”.

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