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Überraschung: Allzeithoch bei Asylanträgen

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland steigt laut einem neuen Bericht des Bundesamts für Migration 2023 stark an. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 wurden 77,5 Prozent mehr Erstanträge gestellt.„Konsequenter abschieben, illegale Zuwanderung begrenzen”, so Bundeskanzler Olaf Scholz auf dem Flüchtlingsgipfel im Juni des Jahres. Seitdem wiederholt er. „Jetzt müssen wir diese große Aufgabe lösen“, ohne näher darauf einzugehen. Die neuesten Zahlen bestätigen jedoch den gegenteiligen Trend. Deutschland steht vor einem neuen Rekord bei der Zahl der Asylanträge.

Migrationsforscher sind von dem Anstieg nicht überrascht

Sie werfen den Politikern Schönfärberei vor. „Man weiß ganz genau, dass dem keine Taten folgen“, so Migrationsforscher Stefan Luft von der Universität Bremen gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung. „Für einen Systemwechsel brauche es politischen Willen und einen Kraftakt von Bund und Ländern. Das jetzige System bevorzuge nicht die Schwächsten und Schutzbedürftigsten, sondern diejenigen, die stark genug seien, den weiten Weg nach Europa auf sich zu nehmen“. Luft hatte schon vor Jahren feste Kontingente vorgeschlagen. Vom Uno-Flüchtlingswerk UNHCR könnten die Auswahlkriterien festgelegt werden.

Die Hauptgründe für die Flucht sind wirtschaftliche Probleme in Ländern wie dem Libanon und der Türkei, die mehr als vier Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt haben. Die Menschen sind dort in Sicherheit, leben aber unter Bedingungen, die ihnen keine Optionen bieten. Auch in den wichtigsten afghanischen Aufnahmeländern Pakistan und Iran hat sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert und die Einstellung gegenüber Flüchtlingen hat sich verändert. So ziehen die Suchenden weiter Richtung Deutschland.

71,6 Prozent der Asylsuchenden sind Männer

Aus welchen Ländern kommen besonders viele Geflüchtete, die Erstanträge stellen?  An erster Stelle liegt Afghanistan mit 27.310 Antragstellern (+80 Prozent), dann folgt Syrien: 24.492 (+77 Prozent) und auf Platz drei liegt die Türkei: 19.208 (+209 Prozent). Wie die „Bild“ schreibt, sind mehr als zwei Drittel der Erstantragsteller unter 30 Jahre alt und 71,6 Prozent der Asylsuchenden sind Männer.

Die Kommunen ächzen schon lange unter dem stärker werdenden Zustrom – auch unter dem Einfluss der vielen Ukrainer, die in Folge des Krieges nach Deutschland gekommen sind. Im vergangenen Jahr wurden 244.132 Asylanträge (Erstanträge) gestellt. Der Chef der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz sagte der „Bild“: „Es ist zweifelsfrei belegt, dass die auf den Flüchtlingsgipfeln vereinbarten Maßnahmen kläglich gescheitert sind.“ Die Entwicklung sei „hochdramatisch” und Länder und Kommunen könnten bald ‚keine Menschen mehr anständig unterbringen‘.

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