Larry Fink, "BackRock".-CEO, bei der "Clinton Global Intiative" 2019 - Foto: Imago

Korruption & Ukraine: Die Vereinigten Staaten von Fink

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Der “Spiegel” stellt recht treuherzig fest, daß es wohl die grassierende Korruption in der Ukraine sein muß, die der dortige “Diener des Volkes”, Wolodymyr Selenskyj, nun endlich entschieden angehe. Er habe die Regionalchefs aller Rekrutierungsbüros entlassen. Es war schon lange ein offenes Geheimnis, daß man sich in der Ukraine für viel Geld vom Kriegsdienst freikaufen konnte. Wie ist das mit der Korruption im Wertewesten generell so?

von Max Erdinger

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Selenskyj im “Spiegel” – Screenshot X/Twitter

Na sowas? – Ob es wohl an den Korrupten in den Rekrutierungsbüros liegt, daß die groß angekündigte “Gegenoffensive” ein totaler Fehlschlag geworden ist? Die ukrainische Armee hat seit dem 4. Juni 43.000 Gefallene zu verzeichnen. Das sind 43.000 Gefallene für einen Geländegewinn von 100 km² im ukrainischen Süden, dem ein vielfach größerer Geländegewinn der Russen im Raum Charkow gegenübersteht. Allerweil läuft die Evakuierung der 30.000-Einwohnerstadt Kupjansk, die zwischen der Front und dem nächsten russischen Ziel, Charkow, liegt. Charkow ist mit 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine hinter Kiew. Die Russen halten mehr als 87.000 km² des vormaligen ukrainischen Territoriums besetzt. Warum entläßt Selenskyj auf einmal die Regionalchefs aller Rekrutierungsbüros? Weil der ukrainische Geländegwinn 200 km² betragen könnte, wenn sich dafür 86.000 Ukrainer recht patriotisch hätten abschlachten lassen, wenn sie nicht von korrupten Rekutierungsbüros vor dem Kriegsdienst bewahrt worden wären? – Wohl kaum.

Die “Berliner Zeitung” schlägt in dieselbe Kerbe wie der “Spiegel”. Ob wohl Selenskyjs Versprechen, endlich gegen das altbekannte Korruptionsproblem in der Ukraine vorzugehen, ernst gemeint ist, fragt die “Berliner Zeitung”, und schiebt insinuierend nach, daß es sich schließlich nur um einen PR-Gag handeln könnte. – Ach? Ein PR-Gag?

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Korruption und “Berliner Zeitung” – Screenshot Twitter

Das mit der Korruption und dem PR-Gag stimmt schon. Aber ganz anders, als “Spiegel” und “Berliner Zeitung” das verstanden haben wollen. Wenn man sich überlegt, daß die Korruption in der Ukraine in sämtlichen Medien jenes transatlantischen Mediennetzwerks, das von der Trilateralen Kommission, dem Council On Foreign Relations und der NATO gesteuert wird,  in den Jahren vorher regelmäßig thematisiert worden ist -, und wenn man mitbedenkt, wie dieses Thema pünktlich mit dem Beginn der russischen “Speziellen Militärischen Operation” auf einmal keines mehr gewesen ist, dann stellt sich tatsächlich die Frage, ob hier Korruption im Spiel ist. Noch im Jahr 2021 wurde Selenskyj selbst als korrupt bezeichnet. Ab dem 24. Februar 2022 wandelte er sich in den Westmedien vom Korrupten zum “heiligen Wolodymyr”, der in der Ukraine “Demokratie, Freiheit & westliche Werte” für ganz Europa verteidigt. So schnell hat sich vorher noch nie einer geläutert.

Ja, ja, schon: Korruption und PR-Gag. PR-Gag jedoch: Wer soll darauf hereinfallen? Westliche Regierungen vielleicht, die zur Besinnung kommen könnten? Oder doch die Medienkonsumenten, deren Zustimmung zum Unterstützungskurs ihrer jeweiligen Regierungen für Selenskyj schmilzt wie der Eisbär in der Klimakatastrophe? – Letzteres ist höchstwahrscheinlich zutreffend. Die wertewestlichen Regierungen wussten immer, womit sie es in der Ukraine zu tun haben: Mit einer unvorstellbaren Korruption. Die war ja auch nicht ganz unnütz hinsichtlich der Verwirklichungsmöglichkeiten eigener Geostrategie.

Das Kalkül hinter den Meldungen im “Spiegel” und der “Berliner Zeitung” könnte so aussehen: Wenn wir es schaffen, den Leuten Glauben zu machen, daß es im Ukrainekrieg für die “wertewestliche” Seite wesentlich besser aussehen könnte, wenn nur der “heilige und gänzlich unkorrupte  Wolodymyr” endlich das ukrainische Korruptionsproblem in den Griff bekäme, dann ließe sich dadurch die Unterstützung der Massen für den Unterstützerkurs ihrer jeweiligen Regierungen womöglich wiederbeleben. Und viel besser noch: Die ganze Korruption wäre dann ein “Problem der Ukraine”. Selenskyj und die so irre westwertlichen Regierungen der NATO-Länder gälten als die Getäuschten der ukrainischen Korruption, was wiederum implizieren würde, daß sie selbst keinesfalls korrupt sein können. Probieren wir’s! Versuch macht kluch. Den Affenrotz, daß die ukrainische Gegenoffensive wegen der sommerlich wildwuchernden Vegetation auf Flächen, die vorher landwirtschaftlich genutzt worden waren, zu einer undurchsichtigen Sache geworden ist, hat die BBC schließlich ebenfalls bereits als “nachvollziehbare Begründung” für die Schwierigkeiten bei der “Gegenoffensive” unters Volk streuen können. Gottverdammte Büsche! Man sieht ja gar nichts mehr auf dem Schlachtfeld! Warum soll das mit der gottverdammten – ukrainischen!- Korruption nicht analog funktionieren? Also schreiben wir: Ukrainische Korruption – man bekommt ja gar niemanden mehr für das Schlachtfeld! Und: Der “heilige Wolodymyr” will nun nicht länger mehr milde und generös darüber hinwegsehen, sondern für Zucht & Ordnung bei der Rekrutierung sorgen. Wenn es ihm gelingt, dann ist der “Endsieg” unser. So könnte das in den Hirnen der Unverantwortlichen in der transatlantischen Westpresse ungefähr abgelaufen sein, bevor sie “recht kritisch” fragten, ob der “heilige Wolodymyr” nun endlich durchgreifen wird bei der vermaledeiten Korruption in jener Ukraine, welcher er so vorbildlich dient. Unser Wolodymyr: eine Lichtgestalt im Kampf gegen die korrupte Finsternis.

Vanguard, BlackRock und State Farm

An fast allen (88 Prozent) der 25 größten börsennotierten US-Unternehmen halten entweder BlackRock, Vanguard oder State Farm mehr oder minder große Anteile. Aber nicht nur an denen, sondern auch an einer unüberschaubaren Zahl anderer. Vanguard ist nach BlackRock der zweitgröße Vermögensverwalter der Welt, State Farm der größe Fahrzeugversicherer der USA. Die Bilanzsumme von BlackRock ist größer als das Bruttoinlandsprodukt fast jeden Staates der Welt, mit Ausnahme Chinas und der USA. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind recht eigentlich zu den “Vereinigten Staaten von Fink” (USF) geworden. Larry Fink ist der Chef von BlackRock. Zur Finanzwirtschaft ist er gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Eigentlich hatte Larry Fink in seinen jungen Jahren eine Karriere als Politiker im Sinn. Und zwar bei den US-Demokraten, denen er seither in Treue fest verbunden ist.

Larry Fink ist einer der mächtigsten, wenn nicht der mächtigste Mann der Welt. Gegen seine Firma “BlackRock” ist selbst Elon Musk, die reichste Privatperson der Welt, eine Petitesse. Ein Einzelmilliardär ist eine vernachlässigenswerte Größe. Fink kontrolliert nicht eine oder eine Handvoll von Wirtschaftsbranchen, sondern alle. Es gibt nicht eine Branche, in der Fink seine Finger nicht mit im Spiel hätte. Ähnlich verhält es sich mit George Soros und dessen Sohn Alexander. Da kommt jede Menge Geld zusammen, mit dem sich Politik machen läßt. Und es ist sehr viel mehr Geld, als den meisten Politikern dieser Welt  über deren Haushalte zur Verfügung steht. Unvorstellbare Summen! Zu gigantischer Größe gewachsen ist “BlackRock” aber erst in den vergangenen 35 Jahren, nachdem Fink den Finanzverwalter 1988 übernommen hatte. Vorher bewegte sich das im üblichen Rahmen. Im Jahr 1990 sah die Welt noch ganz anders aus. Das hat sich dramatisch geändert. Klipp & klar: “BlackRock” ist de facto ein Monopolist in der westlichen Wirtschaft generell. Nur rein juristisch betrachtet, ist der Monopolist keiner. De facto oder rein juristisch: Es spielt in einer Hinsicht keine Rolle. Die Macht, die mit solchen enormen Summen einhergeht, bleibt dieselbe.

Finks Instruktionen

Seit über zehn Jahren schreibt Larry Fink einmal im Jahr einen Brief an alle CEOs jener Firmen, an denen “BlackRock” beteiligt ist.In diesen Schreiben macht er Vorgaben, um nicht von Vorschriften zu reden. Er mahnt zu langfristigen Geschäftsstrategien – und seit er das tut, ist bspw. die “Nachhaltigkeit” in aller Munde. Er fordert ethnische Diversität auf den Führungsebenen dieser Firmen – und seit er das tut, ist “Diversity” in aller Munde. Larry Fink ist auf dem Kapitalmarkt groß vertreten und hat ein Punktesystem eingeführt, das einzelne Firmen danach bewertet, inwieweit sie erfolgreich bei der Umsetzung seiner Vorgaben gewesen sind. Von ihrem jeweiligen Punktestand hängt dann ab, zu welchen Konditionen Firmenerweiterungen finanziert werden und ob überhaupt – und ebenfalls hängt davon ab, ob “BlackRock” seine Anteile erhöhen, vermindern oder ganz abziehen wird. Salopp ausgedrückt: Die ganze westliche Wirtschaftwelt muß laufend “den Larry machen”. Und die macht das dann auch. Ob einer als CEO persönlichen Erfolg hat, hängt weniger an dem, was er an eigenen Ideen hat und umsetzen will, sondern daran, ob seine Ideen Larry Finks Wohlgefallen finden oder nicht.

Natürlich hängen “BlackRock”, Vanguard und State Farm auch dick mit in der Rüstungsindustrie. Raytheon, General Dynamics, Lockheed Martin, Boeing – überall hat “BlackRock” ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Ob die Aktienkurse dieser Firmen steigen, hängt nicht davon ab, ob mit den dort produzierten Waffen jemand siegt oder verliert, sondern davon, daß sie verkauft werden. Und wo etwas zerstört wurde, da hängt “BlackRock” beim Wideraufbau ebenfalls mit drin. Wie gesagt: Es gibt nicht eine Branche, in der “BlackRock” nicht mitmischen würde. “BlackRock” gewinnt immer. Und bevor Anthony Blinken US-Außenminister wurde, hatte er die Firma “WestExecAdvisors” gegründet, deren Geschäftstätigkeit in der Vermittlung von Regierungsaufträgen an private Rüstungsfirmen besteht.

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Videokonferenz Selenskyj und Fink: Wiederaufbau der Ukraine, September 2022. – Foto: Imago

Die amerikanische Parteipolitik wiederum hängt stark vom Sponsoring aus jener Wirtschaft ab, in der “BlackRock” überall mitredet. Bei der Medienberichterstattung ist es nicht anders. Gegen die Interessen von Finks “BlackRock” geht nichts. Oder nicht lange. Der mit Abstand beliebteste Politmoderator der USA, Tucker Carlson, das Zugpferd bei Rupert Murdochs “Fox-News”, mußte gehen, kurz nachdem “BlackRock” sich größer an “Fox-News” beteiligt hatte. Das offensichtliche Kalkül dahinter: Carlson schadete den Gesamtinteressen von “BlackRock” in Summe mehr, als er “Fox-News” eingebracht hat. Temporär ist er nun bei Elon Musk und X/Twitter untergekommen. Er will aber seinen eigenen Sender gründen. Bei Twitter folgen Carlson inzwischen aber noch viel mehr Zuschauer, als es selbst bei seinen meistgesehenen “Fox”-Folgen von “Carlson Tucker Tonight” der Fall gewesen ist.

Tucker Carlson ist einer, der sich ständig weiterentwickelt. Um Carlsons aktuellen Standpunkt einmal verkürzt darzustellen: Alles, womit sich die Massen über den Medienkonsum politisch beschäftigen, ist im Grunde irrelevant. Es sei eine einzige Show, die vom Wesentlichen ablenke. Was wäre das also? George Soros hat einmal selbst zugegeben, daß er sich für einen Gott hält. Das dürfte bei Larry Fink nicht viel anders sein. Das Letzte, was Soros, Fink, Schwab, Gates et al gebrauchen könnten, wäre eine Gesellschaft, in der die Hoffnung – oder besser: die unhinterfragte Gewißheit -, daß alles ein glückliches Ende nehmen wird,  eine allgemeine Grundhaltung ist. Dieser Tage wird berichtet, daß den Katholiken in den USA eine staatsfeindliche Haltung unterstellt wird, weswegen sie zunehmend ins Visier der Geheimdienste kommen. Ihr “Verbrechen”: Sie glauben fest daran, daß der Tod nicht das Ende von allem ist, sondern daß danach das Himmelreich wartet, das Paradies. Das heißt, sie entkommen Leuten wie Soros und Fink – und dadurch indirekt auch ihrer Regierung – dadurch, daß sie den Tod nicht in der Weise fürchten, in der es für die Korporatisten mit ihrem Wirtschaftsmonopol nützlich wäre. Das Volk soll sich schließlich angewöhnen, nicht im “Außerirdischen” die Auflösung aller irdischen Nöte und Sorgen in Wohlgefallen zu vermuten – was schließlich einer gewissen Immunität der Furcht als solcher gegenüber gleichkäme -, sondern sie sollen irdische Götter als die Herren über Wohlbefinden, Leben und Tod akzeptieren. Sie sollen ihr ganzes Denken an der Hoffnung auf “Erlösung durch die irdischen Eliten” ausrichten. Erst wenn das erreicht ist, kann man von der totalen Macht über den “Wertewesten” reden.

Nicht, daß ich hier mit absoluter Gewißheit behaupten wollte, es handele sich bei den westlichen “Eliten” samt und sonders und ohne jede Ausnahme um gekaufte Verbrecher, aber: Wäre es nicht nachvollziehbar, daß man als Sponsor von Parteien, Politikern und Ämterkandidaten sein “Investment” absichert? Dagegen, daß der Gesponserte z.B. einen “eigenen Kopf” entwickelt und den auch durchsetzen will? Etwa in der Gestalt, daß er – horribile dictu – sich darauf besinnt, wem er eigentlich zu dienen hätte? Wie ließe sich so ein “politisches Investment” absichern? – Logo: Gut wäre, wenn der ins Amt Gehievte erpreßbar wäre. Am besten sogar existentiell erpreßbar. In diesem Zusammenhang empfehle ich ohne jede weitere Aussage dazu, den “Epstein-Komplex” und das merkwürdige Gewese um den Kassenknüller “Sound Of Freedom” im Auge zu behalten. So, wie das Tucker Carlson, Clayton Morris, Elon Musk, Joe Rogan, Mel Gibson und viele andere auch tun. Es geht um Pädophilie und den internationalen Kinderhandel. Der “Epstein-Komplex” könnte ein enormes Erpressungs-Potential beinhalten. Bislang weiß man es eben noch nicht genauer. Könnte sich ja auch als tatsächliche “Verschwörungstheorie” entpuppen. Was allerdings nicht heißt, daß man es nicht dennoch beobachten sollte.

Deutschland

Merkwürdig ist, daß den deutschen Konsumenten von ARD & ZDF in Sachen Ukrainekrieg niemand öfter als “Expertin” präsentiert wurde, als ausgerechnet Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Mitglied des FDP-Bundesvorstands und des Vorstands der FDP-Bundestagsfraktion. Strack-Zimmermann ist Mitglied im Präsidium des “Förderkreises Deutsches Heer e.V.”, sie war Vizepräsidentin der “Deutschen Atlantischen Gesellschaft” und sie ist Mitglied des Beirats der “Bundesakademie für Sicherheitspolitik”. Das alles müsste ja noch nichts heißen. Überspitzt ausgedrückt, gab es nirgendwo im gesamten “Wertewesten” auch nur eine Steinschleuder, die sie nicht am liebsten an die Ukraine geliefert hätte. Das wiederum ist erst seit dem Beginn der russischen SMO am 24. Februar 2022 so. Zufälligerweise ist das auch genau das Datum, an dem sich schlagartig die deutsche Berichterstattung im transatlantischen Mediennetzwerk geändert hatte. Ab diesem Tag war die Korruption in der Ukraine kein Thema mehr.

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Foto: Imago)

Wer erinnert sich noch an Christine Lambrecht, die Verteidigungsministerin von der SPD, diese Expertin, die genau wusste, daß Baerbocks “Tierpanzah” Geschützrohre haben, mit denen man in die Luft schießen kann? Lambrecht wollte ganz zu Beginn der russischen SMO als nette Geste 5.000 Helme aus Beständen der Bundeswehr an die bedrängten Ukrainer verschenken. Was haben wir gelacht. Heute sind wir bei “Taurus”-Marschflugkörpern. Was ist denn da passiert in der Ampelregierung seither? Da wird doch wohl niemand unter Druck gesetzt worden sein? Und wenn doch: Von wem? Und wohlgemerkt: Wir sind inzwischen bei “Taurus”, obwohl es für den Strack-Zimmermannschen “Wertewesten” in der Ukraine keinen Blumentopf mehr zu gewinnen gibt. Geopolitisch und militärisch ist die Ukraine nach anderthalb Jahren Krieg – derb ausgedrückt – “sowas von am Arsch”, daß es jeder Beschreibung spottet. Es ist vollkommen sinnlos geworden, diesen Krieg fortzusetzen. Dennoch geht er weiter.  Und noch einmal: Die Rüstungsaktien boomen nicht wegen Sieg oder Niederlage, sondern wegen des Verkaufs von Kriegswaffen. Je mehr davon zerstört werden und ersetzt werden müssen, desto besser fürs Geschäft. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Frau Strack-Zimmermann, plädiert für die Lieferung dieser Marschflugkörper “Taurus” an die Ukraine, wohlwissend, daß die zur Verteidigung der Ukraine eher nicht taugen, daß sie aber eine Reichweite haben, mit der Moskau getroffen werden kann.

Man kann sich an drei Fingern abzählen, daß genau das passieren würde, wenn die Ukrainer “Taurus” hätten. Strack-Zimmermann hält das für legitim. Und damit sie das der Öffentlichkeit als “legitim” andrehen kann, perpetuiert sie gegen jede Faktenlage weiterhin den Seich vom “russischen Aggressor”, ganz so, als habe es vor dem 24. Februar 2022 nichts als Frieden und Eintracht zwischen der vom “Wertewesten” zur drittgrößten “Westwert”- Armee hochgerüsteten Ukraine und Russland gegeben, weswegen der Beginn der russischen SMO eben einem “aggressiven, völkerrechtswidrigen und unprovozierten Anfgriffskrieg” gegen ein friedliches, hochdemokratisches und gänzlich unkorruptes Gemeinwesen gleichkomme. 14.000 von der ukrainischen Armee zwischen 2014 und 2022  ermordete, ethnische Russen in der Ukraine selbst? – Kein Thema für Strack-Zimmermann. Der Bruch des Minsker Abkommens? – Kein Thema. Und so setzt sich das fort.

Zurück zu “Taurus”: Strack-Zimmermann weiß genau, daß erst einmal Adapter für die wenigen, verbliebenen Kampfjets der Ukrainer entwickelt, gebaut und montiert werden müssten, damit sie “Taurus”- Marschflugkörper aufnehmen und bis an ihre Abschußposition  transportieren können. Außerdem weiß sie, daß der erste “Taurus”-Marschflugkörper noch gar nicht an die Ukraine geliefert sein wird, wenn die in Frage kommenden Startbahnen für diese adaptierten Jets wegen der absoluten Luftüberlegenheit der Russen bereits in die völlig Unbrauchbarkeit gebombt sind. Weil nämlich alle vom Westen gelieferten Flugabwehrsysteme wie z.B. “Patriot” ebenfalls bereits auf den Schrottplatz gebombt wurden.  Von wo sollen sie denn starten mit ihren frisch angebrachten “Taurus”-Marschflugkörpern, die ukrainischen Kampfjets? Von Rumänien aus, etwa? Wenn das passiert, ist NATO-Westeuropa Kriegsgebiet. Hallo, Frau Vorsitzende des “Verteidigungs”-Ausschußes?

Warum wird in Deutschland also kolportiert, was die gelbe Frau vom Verteidigungsausschuß den lieben langen Tag zu meinen & zu finden hat? Die meint & findet gar nichts von Relevanz. Die sagt bloß gehorsam auf, was ihr aufgetragen wurde. Niemand braucht eine Strack-Zimmermann und ihr halbseidenes Gewäsch, um sich “upzudaten”. Weil sich zum Ukrainekrieg und zur militärischen Lage dort auch ausgewiesene Experten äußern, die allesamt weit mehr Ahnung von der Realität haben, als die gelbe Frau aus dem Deutschen Bundestag. Und die widersprechen ihr alle. Dieser Krieg und sein Verlauf wird sehr genau beobachtet. Meinereiner beobachtet mit – und zwar täglich. Ich könnte inzwischen aus dem Gedächtnis heraus eine detaillierte Karte des Donbass zeichnen. Samt tagesaktuellem Frontverlauf. Der EUCOM-Chef, General Cavoli, kennt sich zum Beispiel aus. Oder Colonel Douglas Macgregor. Scott Ritter, Ex-UN-Waffeninspekteur und Geostrategie-Analyst. Larry Johnson und Ray McGovern, ehemalige CIA-Größen. Selbst der ehemalige Berater des Chefs im ukrainischen Präsidialbüros, Oleksij Arestovich, erzählt eine ganz andere Geschichte als Frau Strack-Zimmermann. Warum also bekommt die deutsche Öffentlichkeit in Permanenz auf die Pupillen und in die Gehörgänge geschmiert, was diese gelbe Rüstungslobbyistin auftragsgemäß aufzusagen hat die ganze Zeit? – Das ist doch hochverdächtig!?

Um wessen Korruption geht es tatsächlich? Um die der Ukrainer? Die ist ein alter Hut seit anno dunnemals. Das aktuelle Mediengeseichte: Es dreht sich nicht um die Frage, ob in der Ukraine noch etwas zu gewinnen wäre für den Fall, daß der vormals korrupte und über Nacht geläuterte Wolodymyr Selenskyj bei seinem “heroischen und moralisch so einwandfreien Kampf gegen die ukrainische Korruption” erfolgreich ist. Das aktuelle Mediengeseichte ist ein Ablenkungsmanöver, mit dem die ganze Korruption komplett in die Ukraine verschoben werden soll.  Da ist sie aber doch schon lange, oder nicht? Was sich nach anderthalb Jahren Krieg dort immer deutlicher herausschält, ist, daß sie nicht exclusiv dort ist, vielleicht noch nicht einmal überwiegend. Das Thema “ukrainische Korruption” dient offensichtlich dazu, zu verschleiern, daß es im sogenannten “Wertewesten” und bei dessen “Eliten” mindestens so Thema zu sein hätte wie in der Ukraine. Auf den Schnack, daß man es beim Thema Korruption mit der “bösen Ukraine” einerseits zu tun hätte – und mit den “Heilern der Korruption” in Form des ukrainischen “Diener des Volkes” und seinen “wertewestlichen” Einflüsterern andererseits, fällt kein Informierter mehr herein. Das ist mit zunehmender Wahrscheinlichkeit ein gigantischer Korruptions-Sumpf, der sich von Bachmut aus über den gesamten “Wertewesten” erstreckt – und zwar bis nach Anchorage in den USF, den “Vereinigten Staaten von Fink”.