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Oberbürgermeisterwahl in Nordhausen: AfD-Kandidat erreicht 20 Prozent Vorsprung

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Im thüringischen Nordhausen holte der AfD-Kandidat Jörg Prophet aus dem Stand 42,1 Prozent der Wählerstimmen. Der parteilose Amtsinhaber Kai Buchmann kann nur noch 23,7 Prozent der Bürger von sich überzeugen. Jetzt müssen beide in die Stichwahl.

Es sieht schlecht aus für die etablierten Parteien. Gerade mal auf 18,6 Prozent kam die SPD-Kandidatin, der parteilose Schulleiter Andreas Trump, der für die CDU antrat, wurde mit 11 Prozent abgewatscht. Doch für die Grünen und die FDP sieht es ganz bitter aus: für den Grünen-Kandidat Carsten Meyerwurde endete der Gang zur Wahlurne im Desaster – seine 1,4 Prozent sprechen eine klare Sprache. Die FDP spielt mit ihren erreichten 3 Prozent faktisch keine Rolle mehr.

“Mit einem beeindruckenden Ergebnis konnte sich unser Kandidat Jörg Prophet bei der Oberbürgermeisterwahl in Nordhausen in eine sehr gute Ausgangsposition bringen. Jetzt geht es in die Stichwahl – und ich bin mir sicher, dass am Ende die AfD in Thüringen den ersten OB bundesweit stellen wird“, freut sich der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke auf X (ehemals Twitter).

Da keiner der Kandidaten auf mehr als 50 Prozent der Stimmen kommt, gehen Prophet und Buchmann am 24. September in eine Stichwahl. Von den 36.831 Wahlberechtigten gaben am Sonntag 56,4 Prozent ihre Stimme ab. Auf der etablierten Seite bleibt nur noch die Hoffnung, daß sämtliche gezogenen Brandmauern und Nazi-Verteufelungen greifen und den AfD-Mann  in letzter Sekunde verhindern können. Hier setzt man darauf, daß die “demokratische Mehrheit in der Stichwahl hält!“, wie Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mitteilte.

Das Regierungs-Propaganda-Organ “Bild” weiß, was von ihr erwartet wird und selbstverständlich auch, warum so viele Nordhauser Bürger sich als Anhänger einer “rechtsextremistischenPartei” outen, denn in Nordhausen “hatten die Nationalsozialisten von 1943 bis 1945 das berüchtigte Konzentrationslager Mittelbau-Dora betrieben, in dem insgesamt 60 000 Häftlinge unter unsäglichen Bedingungen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten mussten”, schlägt sie unmißverständlich den Bogen in die Gegenwart. (MS)