Über die Apostasie des Julian Reichelt

Der römische Kaiser Julian (Flavius Claudius Iulianus) regierte das Römische Reich von 361-363 n.Chr. und verstarb im Krieg gegen die Perser als junger Mann mit Anfang 30. Die Christen der nachfolgenden Generationen gaben ihm den Beinamen „Apostata“. Julianus Apostata, also „der Abtrünnige“. Kurz nach seiner Ernennung zum Herrscher über das römische Reich kehrte er dem Christentum, in dem er erzogen war, den Rücken, erlaubte wieder den heidnischen Glauben öffentlich zu praktizieren und stellte die Religionsfreiheit in seinem Reich wieder her. Nach seinem Tod im Jahr 363 wurden dann die Uhren wieder zurückgedreht und ab 390 n. Chr. wurde dann das Christentum unter Theodosius zur alleinigen Staatsreligion.

Ein Beitrag von Conny Axel Meier für PI-News

An Kaiser Julian musste ich denken, als ich erfuhr, dass dessen Namensvetter, der bisher geschätzte Kollege Julian Reichelt, dessen zu „Nius“ gehörenden Youtube-Kanal „Achtung Reichelt“ auch PI-NEWS des öfteren teilt, erneut eine Volte hingelegt hat. Nach seinem Abgang bei BILD und mit der Gründung seines Video-Blogs wird er allgemein als Vertreter der „Neuen Medien“ gefeiert, weil er von rotgrüner Hausmannskost abweichend, Tatsachen beim Namen nennt, die in den Propagandamedien nicht oder allenfalls verfälscht vorkommen. AfD-Wähler, Querdenker, Islamkritiker, Freidenker, Konservative, Patrioten und Kriegsgegner schätzen seine Beiträge. Gilt er doch vielen als „Abtrünniger“ des verkommenen Rest-Rechsstaats, so überraschte er am Vortag zu den Landtagswahlen damit, seinen Lesern zu empfehlen, nicht die AfD zu wählen, weil sie „Nazis“ seien. Wörtlich schreibt Reichelt am 7.10 um 13:05 Uhr auf nius.de:

Man kann keine Partei wie die AfD wählen, die den Holocaust bis heute unwidersprochen als „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnet. Und deren prominentester Anführer, Björn Höcke, so offenkundig ein Verehrer der Nationalsozialisten ist.

Der Kollege Alexander Wallasch interpretiert Reichelts Aussage wie folgt: Wer AfD wählt, wählt die Nachfolger der NSDAP. Das ist rotgrüne Regierungspropaganda der übelsten Sorte und hat mit seriösem Journalismus wenig bis nichts zu tun. Es bedeutet die totale Ab- und Ausgrenzung all derer, die mittels Stimmzettel zum Ausdruck bringen wollen, dass das Land wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden muss.

Es ist die zweite Apostasie des Julian Reichelt. Diesmal wieder zurück und einreihen zu den Mitläufern des Mainstreams. Vorerst hat er sich damit aus den Reihen der ernstzunehmenden „Neuen Medien“ verabschiedet und schwimmt wieder mit dem globalistischen, linken Strom. Warum er das tut, ist unbekannt. Die Vermutung liegt nahe, dass er damit den Wünschen seines Sponsors nachgekommen ist, getreu der alten Weisheit: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Oder wie es der stellvertretende Sprecher im Bundesvorstand der AfD, Peter Boehringer, schon im August 2022 attestierte: „Achtung, Reichelt“ ist der Kanal der kontrollierten Opposition.

Julian Reichelt verknüpft den feigen Terrorangriff der HAMAS auf Zivilisten mit der Aufforderung, nicht die AfD zu wählen. Das ist nicht nur infam, sondern höchst verabscheungswürdig. Damit hat sich Reichelt vorerst seiner eigentlichen Aufgabe als Journalist der vierten Gewalt, nämlich Regierungshandeln kritisch zu begleiten, entledigt. Ja, er soll die AfD ruhig kritisieren dürfen. Aber sie als „Nazis“ zu verunglimpfen, ist indiskutabel. Hoffen wir, dass Reichelt irgendwann einsichtig wird. Bis dahin gilt „Good Bye, Julian Apostata“!

Entdecke mehr von Journalistenwatch

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen