Blackout-Szenario: Versorgungsengpass

Containerschiff (Bild: shutterstock.com/A Von Avigator Fortuner)

Mit dem Artikel Blackout-Szenario: Versorgungsengpass schließen wir die kurze Reihe zu möglichen Ursachen zur Auslösung eines großflächigen Blackouts. Deutschland ist bei der Stromerzeugung weitgehend von der Lieferung nahezu aller Energieträger vom Ausland abhängig. Ganz aktuell können wir sehen, wie es sich auswirkt, wenn diese Versorgung ins Stocken kommt.

Ein Beitrag von Blackout-News

Zuerst explodieren die Preise, wie zur Zeit für Gas- Kohle und Rohöl und danach kommt es zur Abschaltung von Kraftwerken aufgrund mangelndem Rohstoff. In diesem Artikel wollen wir kurz darauf eingehen, welche Ursachen einen entsprechenden Versorgungsengpass auslösen können.

Weltweite Nachfrage übersteigt Angebot

Ganz aktuell erleben wir, dass die weltweite Nachfrage nach Kohle und Gas das aktuelle Angebot am Markt übersteigt. Die Ursache dafür war der weltweite Rückgang der Wirtschaftsleistung aufgrund der langen Corona Maßnahmen. Die Industrie hat die Produktion gedrosselt und deutlich weniger Energie verbraucht. Entsprechend hat man auch weniger Rohstoffe zur Energieerzeugung geordert.

Durch die schnelle Erholung der Weltwirtschaft steigt auch der Energieverbrauch weltweit wieder an und die Nachfrage nach Kohle und Gas explodiert geradezu. Der Bedarf ist dadurch höher als die weltweiten Förder- und Transportkapazitäten. Trotz höherer Preise ist zur Zeit nicht möglich den Bedarf ausreichend zu decken und es kommt zu ersten Versorgungsengpässen. Ein erstes Opfer der weltweiten Verknappung mit entsprechende Preisanstieg war der Libanon. Der stark überschuldete Staat war nicht mehr in der Lage die Preise zu bezahlen, was zu einem mehrtägigen landesweite Blackout geführt hat.

Spekulation auf niedrigere Preise

Auch die Spekulation auf niedrigere Preise hat zu diesen Versorgungsengpässen geführt. Energie- und Rohstoffhändler haben nach dem explosionsartigen Preisanstieg darauf spekuliert, dass die Preise kurzfristig wieder fallen und ihre Order zunächst zurückgehalten oder weniger geordert als erforderlich war. Dies hat zunächst zum Versorgungsengpass und dann auch noch zur weiteren Preissteigerung geführt. Denn letztendlich mussten sie jeden Preis zahlen um an die fehlenden Rohstoffe zu kommen.

Politische Restriktionen

Unsere Energieversorgung hängt auch weitgehend von Staaten ab, gegen die die europäische Union politische Sanktionen verhängt hat. Hauptsächlich betrifft dies Russland, aber auch Staaten im Nahen Osten. Bei einer Verschärfung der politischen Situation ist es durchaus möglich, dass entsprechende Staaten diese Abhängigkeit des Westens dazu nutzen und als politisches Druckmittel entsprechende Lieferungen reduzieren, oder gar ganz einstellen. Die Folgen würden unweigerlich zu massiven Versorgungsengpässen bei der Energieversorgung führen.

Politische Instabilität

Mehrere Staaten, die insbesondere für die Förderung oder den Transport der Rohstoffe zur Energieversorgung wichtig sind, sind politisch instabil oder könnten es werden. Insbesondere die Staaten im Nahen Osten oder Afrika sind hier gefährdet. Aufstände, Bürgerkriege oder Kriege unter diesen Ländern sind mögliche Ursachen, die bei uns zu einem Versorgungsengpass führen können. Auch wenn wir nicht direkt von diesen Staaten beliefert werden, hat dies aber weltweit Auswirkung auf den Rohstoffmarkt.

Unfälle bei Förderung und Transport

Die Blockade des Suezkanals durch ein Containerschiff hat gezeigt, wie schnell eine Logistikkette zusammenbrechen kann. Alleine durch ein einziges Schiff haben sich Lieferungen weltweit um mehrere Wochen verschoben. Flüssiggas aus Katar, Kohle aus Australien und Erdöl aus Saudi-Arabien müssten bei einem ähnlichen Ereignis mehrere Tage länger transportiert werden und würden entsprechend später eintreffen. Bei unseren minutiös geplanten Just-in-time Logistikabläufen wären Versorgungsengpässe dabei unvermeidlich.

Ähnliche Auswirkungen hätten schwere Unfälle auf Bohrplattformen zur Öl- und Gasförderung oder der technische Ausfall von Öl- und Gas Pipelines. Auch dies könnte einen größeren Versorgungsengpass auslösen.

Abhängigkeit steigt durch Abschaltung der Atom- und Kohlekraftwerke

Die Abhängigkeit unserer Energieversorgung vom Ausland steigt zunehmend mit der weiteren Abschaltung unserer Atom- und Braunkohlekraftwerke. Durch die Schließung des Braunkohleabbaus in der Lausitz und der schon längeren Stilllegung der Steinkohlezechen im Ruhrgebiet verfügt Deutschland nur noch über geringe Mengen eigener Energieträger, die bei weitem nicht ausreichen unsere Stromversorgung zu sichern. Bei einem länger andauernden Versorgungsengpass wird es auch nicht möglich sein diese Energiequellen wieder zu nutzen. Es wird Jahre dauern die entsprechenden Infrastruktur wieder aufzubauen und die Förderungen wieder in Betrieb zunehmen.

Langanhaltende Versorgungsengpässe führen deshalb unweigerlich zu großflächigen Blackouts.

Breiten Sie sich rechtzeitig darauf vor, Tipps dazu finden Sie in folgenden Ratgebern auf unserer Website: