Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Als das ukrainische Kind in den Brunnen fiel

Die Russen haben die Ukraine angegriffen. Die Frage ist nun, ob es um die militärische Sicherung der vor wenigen Tagen als souverän anerkannten, „autonomen“ ukrainischen Teilrepubliken zur Vorbereitung eines Referendums geht, mit dem eine Sezession von Luhansk und Donezk herbeigeführt werden soll. Fraglos gab es sowohl in Luhansk als auch in Donezk Freudenfeuerwerke nach ihrer Anerkennung als souveräne Staaten durch Russland. Am Ausgang eines solchen Referendums dürften also kaum Zweifel bestehen. Es würde eine Sezession folgen. Allerdings könnte es auch sein, daß es beim Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine darum geht, die gesamte Ukraine einzukassieren. Spätestens dann hätte sich Putin unter einem völkerrechtlichen Gesichtspunkt schwer ins Unrecht gesetzt, schließlich ist die Ukraine völkerrechtlich betrachtet eine souveräne Nation. Damit könnte man die Diskussion eigentlich schon abschließen. Putin hat das Völkerrecht gebrochen und das geht nicht. Aber ist es wirklich so eindeutig? Ist es wirklich so einfach? Natürlich kann man argumentieren: Wozu hätten wir ein Völkerrecht, wenn sich jeder aussuchen darf, ob er sich daran halten will oder nicht? Das allerdings ist eine Frage, die sich die NATO schon mehrfach selbst hätte stellen können. Da sie das aber offensichtlich nicht getan hat, auf dem Balkan z.B., weise ich die Forderung, es im gegenwärtigen Fall ganz unbedingt zu tun, als eine präferenzutilitaristische Forderung zurück.Schön ist das alles nicht, vor allem für die ukrainische Zivilbevölkerung nicht. Es ist eine Tragödie. Sie wäre vermeidbar gewesen.

Die Ukraine

Spätestens seit dem Untergang der Sowjetunion hätte sich die Ukraine in ein prosperierendes Gemeinwesen verwandeln können, in dem es Wohlstand für alle, Friede, Freude und Eierkuchen für jedermann gibt. Das Land ist größer als Frankreich. Um das Potenzial der Ukraine einmal in ein paar Daten zu verdeutlichen (mit Dank an Bianca Guzzoni für das Material):

– Bodenschätze

  1. Platz in Europa bei den nachweislich förderbaren Reserven an Uranerzen;
  2. Platz in Europa und 10. Platz in der Welt in Bezug auf Titanerzreserven;
  3. Platz in der Welt in Bezug auf die erkundeten Reserven von Manganerzen (2,3 Milliarden Tonnen oder 12% der weltweiten Reserven);
  4. größte Eisenerzreserven der Welt (30 Milliarden Tonnen);
  5. Platz in Europa in Bezug auf Quecksilbererzreserven;
  6. Platz in Europa (13. Platz weltweit) bei den Schiefergasreserven (22 Billionen Kubikmeter)
  7. in der Welt durch den Gesamtwert der natürlichen Ressourcen;
  8. Platz in der Welt bei den Kohlereserven (33,9 Milliarden Tonnen)

– Agrarland

  1. Platz in Europa in Bezug auf die Ackerfläche
  2. Platz in der Welt nach schwarzer Erde (25% des Weltvolumens)
  3. Platz in der Welt bei den Exporten von Sonnenblumen und Sonnenblumenöl
  4. Platz in der Welt in der Gerstenproduktion und 4. Platz in den Gerstenexporten
  5. größter Produzent und viertgrößter Exporteur von Mais in der Welt
  6. größter Kartoffelproduzent der Welt
  7. größter Roggenproduzent der Welt
  8. Platz in der Welt in der Bienenproduktion (75.000 Tonnen)
  9. Platz in der Welt bei den Weizenexporten;
  10. Platz in der Welt in der Produktion von Hühnereiern
  11. Platz in der Welt im Käseexport.

Die Ukraine kann den Nahrungsmittelbedarf von 600 Millionen Menschen decken.

– Industrieland

  1. Platz in Europa in der Ammoniakproduktion;
  2. größtes europäisches und viertgrößtes Erdgasfernleitungssystem der Welt (142,5 Mrd. Kubikmeter Gasdurchsatzkapazität in der EU)
  3. größte in Europa und achtgrößtes Land in der Welt bei der installierten Kapazität von Kernkraftwerken
  4. Platz in Europa und 11. Platz in der Welt in Bezug auf die Länge des Schienennetzes (21.700 km)
  5. Platz in der Welt (nach den USA und Frankreich) in der Produktion von Ortungsgeräten
  6. größter Eisenexporteur der Welt
  7. größter Exporteur von Turbinen für Kernkraftwerke in der Welt
  8. weltweit größter Hersteller von Raketenwerfern
  9. Platz in der Welt im Tonexport
  10. Platz in der Welt bei Titanexporten
  11. Platz in der Welt bei den Exporten von Erzen und Konzentraten
  12. Platz in der Welt bei den Exporten von Produkten der Verteidigungsindustrie
  13. größter Stahlproduzent der Welt (32,4 Millionen Tonnen)

Wenn man sich mit dem Wissen um solche Zahlen allerdings den Lebensstandard der Durchschnitts-Ukrainer anschaut, dann ist der schlicht und einfach ein Skandal. Dafür gibt es Gründe. Dabei müssten dort noch nicht einmal, wie in Deutschland, 83 Millionen Einwohner ihr Auskommen finden, sondern nur gute 44 Millionen.

Der Angriff auf die Ukraine

Der eigentliche Angriff auf die Ukraine erfolgte um die Jahreswende 2013/2014. Das war trotz der Beteiligung einer US-amerikanischen Söldnerarmee für die völkerrechtlich „heiklen Einsätze“ („Blackwater“, heute „Academi“) ein nichtmilitärischer Angriff im Sinne des Völkerrechts, sondern eine der sogenannten Farbrevolutionen. Der Angriff auf die ukrainische Staatlichkeit – nicht den Staat – erfolgte aus dem Inneren heraus und führte zum Sturz des damaligen Präsidenten Janukowitsch. Der galt als russlandfreundlich und hatte sich kurz zuvor geweigert, ein Assoziationsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Es heißt, er habe aus Russland ein lukrativeres Angebot für eine Zusammenarbeit bekommen. Putin damals sinngemäß: „Wir haben ein Freihandelsabkommen mit der Ukraine, das wir kündigen müssten, wenn dieses Assoziationsabkommen mit der EU unterzeichnet wird, weil sonst die Gefahr besteht, daß die EU via Ukraine zollfrei Waren nach Russland exportiert“. Jedenfalls war Janukowitsch dann weg. In dem sehr sehenswerten Film des berühtem US-amerikanischen Regisseurs Oliver Stone mit dem Titel „Ukraine On Fire“ (2016) gibt es ein längeres Interview, das Stone mit Janukowitsch geführt hat. In diesem Interview sagt Janukowitsch, er könne „bis heute“ (2016) nicht verstehen, warum er aus seinem Land fliehen musste. Er sei schließlich allen Forderungen der sogenannten „nationalen Kräfte“ während des Maidans nachgekommen. Nachfolger von Janukowitsch wurde dann Petro Poroschenko, ein Milliardär, Inhaber der Unternehmensgruppe Ukrprominvest, dessen Vermögen sich während seiner Amtszeit laut „Forbes“ von ursprünglich 350 Mio. USD auf 1,6 Milliarden USD vermehrte. Petroschenko wurde wegen der Schokobranche innerhalb seines Konzerns auch der „Schokoladenoligarch“ genannt. 2019 verlor er die ukrainische Wahl gegen den politischen Quereinsteiger Wolodymyr Selenskyj, einen Schauspieler und Regisseur.

Die ARD-Tagesschau berichtete am 17. Januar 2022, Selenskyis Vorgänger Poroschenko drohe eine Festnahme in Kiew. Der Tatvorwurf: Hochverrat. Zwei Tage später hieß es in der „Süddeutschen Zeitung“, Poroschenko bleibe auf freiem Fuß. Schon zu seinen Amtszeiten hieß es, Poroschenko sei für die CIA tätig gewesen. Eine Begebenheit ist in diesem Zusammenhang interessant. Im Jahr 2018 wollte der damalige ukrainische Präsident Poroschenko die russisch-orthodoxe Kirche aus dem Land werfen und eine neue Kirche, die ukrainisch-orthodoxe gründen. Eine Pressemeldung von damals: „Die US-Botschaft beglückwünschte als eine der ersten die Ukraine zu ihrer neuen Kirche. Der Tag der Gründung sei ein „historischer Tag“ für die Ukraine. Zwei Exarchen aus den USA und Kanada saßen zusammen mit Poroschenko bei der Abstimmung am 15. Dezember im Podium. In diesem Zusammenhang erscheint eine Preisverleihung, die nur zwei Tage zuvor stattgefunden hat, als besonders vielsagend. Diese galt Jack Devine, dem Veteranen der Central Intelligence Agency (CIA). Er hat als stellvertretender Direktor für die Operationen der CIA insgesamt 32 Jahre lang gearbeitet. Der auch jetzt noch (2018) beim Nationalen Sicherheitsrat der USA tätige Geheimdienst-Veteran fungierte als Leiter oder Teilnehmer der berüchtigtsten und zynischsten CIA-Operationen weltweit. Diese reichten vom Putsch in Chile, der Iran-Contra-Affäre, der Jagd auf den Drogenbaron Pablo Escobar bis zur Operation „Zyklon“ in Afghanistan.“ – Womit wir beim Punkt wären – bei Wladimir Putin. Der war bekanntlich von Juli 1998 bis August 1999 Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und konnte sich vermutlich sehr schnell einen Reim auf die Vorgänge in der Ukraine 2018 machen. Es ist nicht zu bestreiten, daß sich die ukrainische Staatlichkeit, obwohl die Ukraine bis heute formal ein souveräner Staat nach dem Völkerrecht ist, nach dem CIA-geführten Putsch gegen Janukowitsch (Farbrevolution: „nationale Kräfte“ = „nützliche Idioten der CIA“) bis heute fast völlig aufgelöst hat. Bürgermeister von Kiew ist der in Deutschland beliebte Boxer Vitali Klitschko, der Präsident ein Schauspieler, das Land wird von westlichen Lobbygruppen und Konzernen ausgenommen wie die Weihnachtsgans, die Ukrainer selbst verarmen. Die Korruption blüht in einem schier unvorstellbaren Ausmaß – und das, obwohl es in der Ukraine seit Jahren amerikanische „Unterstützung“ beim Kampf gegen sie gibt.

Wladimir Putin

Ich habe mir am gestrigen Abend stundenlang Videos von Pressekonferenzen und Interviews angesehen, die Putin in den vergangenen vier Jahren gegeben hat. Da waren Videos dabei mit englischen Untertiteln, die in Deutschland noch nie jemand beachtet zu haben scheint. Niemand, wirklich niemand kann behaupten, daß Wladimir Putin nicht jahrelang ganz klar deutlich gemacht hätte, wie er die Situation in der Ukraine einschätzt und daß er Russland für bedroht hält. Und zwar nicht zuletzt deswegen, weil ihm bei sämtlichen Gesprächen, die er mit ukrainischen Regierungsvertretern hätte führen müssen, klar gewesen ist, daß er letztlich mit Marionetten spricht, die im Grunde gar nichts zu melden haben. Auf direkte Gesprächsangebote an die USA sei oftmals nicht einmal eine Reaktion gekommen. Seine Proteste gegen insgesamt fünf Erweiterungswellen der NATO nach Osten, von denen jede einzelne einen Vertrauensbruch bedeutete, da die russische Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung an das Versprechen der USA und des NATO-Mitglieds Deutschland geknüpft war, sich mit der NATO keinen Zentimeter weiter als bis zur Odergrenze nach Osten auszudehnen, wurden einfach ignoriert. Kaltschnäuzig sei er bisweilen gefragt worden, ob er denn ein Papier vorweisen könne, auf dem schriftlich festgehalten ist, daß es eine solche Zusage seitens der NATO gegeben hat. Videodokumente dazu gibt es allerdings auch ohne Papier, hier zum Beispiel. Putin sinngemäß: „Ich verstehe nicht, wieso man im Westen unterstellt, wir Russen wären zu dämlich, um zu begreifen, was da gespielt wird“.

Wladimir Putins gegenwärtiges Kalkül und seine Befürchtungen waren ebenfalls bestens bekannt. Da Amerikaner wegen der komplett erodierten Staatlichkeit des souveränen Staates Ukraine neue Raketen direkt an der Grenze zu Russland stationieren könnten, und weil sie versuchen, ebenfalls in den Besitz solcher Hyperschallraketen zu kommen, über die Russland bereits verfügt, wäre Moskau als Ziel eines Angriffs mit solchen Raketen innerhalb von fünf Minuten zu erreichen. Wenn man die Amerikaner in der Ukraine so weitermachen lasse, sei die Sicherheit Russlands nicht mehr gegeben. Auch wenn sie vielleicht nicht gleich morgen angreifen, dann würden sie es eben übermorgen tun. Was hat Putin in den vergangenen Wochen verlangt? – Sicherheitsgarantien, schriftlich. Hat er sie bekommen? – Nein. Was sagte Putin über seine Gespräche mit Macron? – Sinngemäß das hier: Macron hat mich sechs Stunden lang mit Möglichkeiten, Eventualitäten und Vorschlägen – und jetzt wortwörtlich: „gefoltert“. Es konnte nichts Konkretes mit ihm verabredet werden. Es soll keiner im Westen sagen, er hätte bis zum gestrigen Tag nicht wissen können, was allmählich gebacken war. Die Ignoranz, die Arroganz und die Intriganz, mit der Putin in den vergangenen Jahren abgekanzelt worden war, ist nachgerade eine einzige politische „Straftat“, die ganz allein der Westen unter der Führung der USA zu verantworten hat. Mit „Bruch des Völkerrechts“ braucht Putin auch keiner mehr zu kommen, obwohl er es mit seinem Angriff auf die Ukraine natürlich gebrochen hat. Es ist nur leider so, daß sich da die Falschen beschweren.

Es ist doch sonnenklar: Wenn Putin fürchtet, daß aus einer Ukraine mit ihrer dysfunktionalen Staatlichkeit, die von amerikanischen Gruppen bis hin zur Ernennung von Richtern kontrolliert wird, in vielleicht zwei bis drei Jahren Raketen auf Moskau abgefeuert werden könnten – und daß die Opfer unter der Zivilbevölkerung dann russische Opfer wären – , dann zieht er es natürlich vor, die Opfer nolens volens heute und auf der ukrainischen Seite zu haben. Weitergedacht: Sollte Putin tatsächlich die gesamte Ukraine auf dem Speiseplan haben und nicht nur Luhansk und Donezk, dann deswegen, weil ihm die US-amerikanischen Okkupanten der Ukraine auch an einer neuen „Grenzlinie“ noch gegenüberstünden. Wenn sich die beiden militärischen Machtblöcke, die es übrigens gar nicht mehr zu geben bräuchte (Putin hatte bereits zu Clintons Zeiten höflich um eine NATO-Mitgliedschaft Russlands angefragt), schon direkt gegenüberstehen, dann besser an der polnischen Ostgrenze als an der russischen Westgrenze. Und da stellt sich dann schon die Frage, wie blöd man als Politiker des Westbündnisses eigentlich sein muß, um sich niemals die Mühe zu machen, zu verstehen, wie Putin denkt? Er hat doch kein Geheimnis daraus gemacht!

Die europäische Sicherheit

Es ist gar keine Frage, daß der neue Krieg weit über die Ukraine hinaus eskalieren könnte. Plötzlich sind Bomben auf westeuropäische Hauptstädte denkbar geworden. Was könnte man also tun als verantwortlicher EU-Politiker, als Kommissionspräsident, als Bundeskanzler, als französischer, italienischer Präsident, wenn man wenigstens Eier hätte, anstatt nur keine funktionierende eigene Armee? Was in aller Welt könnte man tun als US-Vasall? Man könnte nach zwei Seiten sprechen. Einmal nach Osten: Jetzt mach‘ mal langsam, Wladimir und höre zu, was wir über den Atlantik funken. Tut uns leid, daß wir für die den Deppen machen müssen. Und dann funkt man über den Atlantik: Entweder, ihr seht jetzt zu, daß ihr einen Zurechnungsfähigen im Weißen Haus sitzen habt, der seine blutegelhaften Drecks-Imperialisten aus der Ukraine zurückpfeift, oder das wars mit der EU in der NATO. Das könnte man aus mehreren Gründen so machen.

  1. Für uns Europäer und Deutsche ist es eigentlich schon egal, für welches von drei Übeln wir uns entscheiden. Das erste Übel wäre die Islamisierung, das zweite Übel wäre die Russifizierung, und das dritte – u.m.E. nach größte wäre die Knechtung durch eine transhumanistische NWO-Elite. Es ist ohnehin eine Illusion, zu erwarten, daß aus den USA noch irgendetwas Positives käme, so lange Brandon im Weißen Haus marodiert und an den Fäden dieser NWO-Elite zappelt.

  2. Man sollte sich vielleicht einmal darüber klar werden, daß es uns im Prinzip gar nicht so viel anders geht als den Ukrainern. Einen Krieg haben wir eben noch nicht im Land. Wir werden von unseren „Vertretern“ aber ganz genauso verraten und verkauft wie die Ukrainer von den ihren, wenn auch real auf einem anderen Niveau. Niemand kann mehr bestreiten, daß wir von unseren „Vertretern“ und ihren Medienbütteln („Pandemie“, „Impfung“, „Maßnahmen“, „Grundrechte“) genauso am Nasenring durch die Arena geführt werden wie die Ukrainer. Was dem Ukrainer seine CIA, das ist dem Deutschen sozusagen sein globalistischer Grüner. Deutschland wird sehr zielgerichtet wirtschaftlich ruiniert und die Deutschen werden sehr zielgerichtet verarmt. Das haben wir mit den Ukrainern gemeinsam.

  3. So, wie die Ukraine formal ein souveräner Staat ist, und so, wie mit dem Angriff auf die Ukraine formal ein Bruch des Völkerrechts vorliegt, so formal ist unsere Regierungsform eine Demokratie. Realiter aber ist die Ukraine schon lange kein souveräner Staat mehr, realiter wurde Putin in diesen Angriff förmlich hineingetrieben und realiter haben wir eine Despotie von lobbyabhängigen Parteiapparatschiks, die längst einem ganz anderen Herren gehorchen, als dem dafür vorgesehenen „Souverän“. (Abgesehen davon fehlen dem inzwischen ohnehin alle Qualitäten, die er als demokratischer Souverän bräuchte).

Allmählich wird es wirklich knapp für uns Europäer mit einer lebenswerten Zukunft in Frieden und Freiheit. Und das ist wahrhaftig nicht die Schuld von Wladimir Putin. Unser größtes Problem ist nicht ein „aggressives Russland“, sondern unser größtes Problem ist die innerwestliche Korruption, die Auflösung einer Staatlichkeit, die bei allem Negativen, das sich über sie sagen läßt, doch immerhin noch der Garant dafür gewesen ist, daß ungefähr das passiert, was diesen Staaten dient. Daß die Bundesrepublik Deutschland als Staat noch immer existiert, steht zwar fest, aber man sollte sich ernsthaft fragen, ob das nicht inzwischen ebenso Fassade geworden ist wie im Fall der Ukraine. Das Völkerrecht ist eine sehr theoretische Angelegenheit. Das Leben findet aber praktisch statt. Sich in diesen Zeiten erneut hinter derselben medialen Propagandamaschinerie zu scharen, die einen seit zwei Jahren in Sachen „Pandemie“ nach Strich und Faden verarscht hat, und nur, um sich erneut zum nützlichen Idioten machen zu lassen, der jetzt eben statt „Solidarität! Ungeimpfte Verbrecher! Impfung! Vulnerable Gruppen! Inzidenz! Neuinfektion! Maske! Lockdown! An und mit oder mit und an!“ eben „Putin-Verbrecher!“ brüllt, ist dermaßen viehisch in seiner ganzen Borniertheit, daß der Untergang des Abendlandes gar nicht mehr bevorsteht, sondern schon fast abgeschlossen ist.

Auf längere Sicht – und man kann nur hoffen, daß diese furchtbare ukrainische Tragödie nicht zu lange dauert – haben die Ukrainer die Perspektive, wenigstens ein den Russen vergleichbares Leben zu führen. Und das ist um Längen besser, als das, was dort „mit Unterstützung des Westens“ seit 2014 herausgekommen ist. Es ist schrecklich, mir bricht es das Herz. Deswegen kann ich aber noch nicht ignorieren, wer es tatsächlich verbockt hat. Und ehrlich: Im Ernstfall scheißen die Brandons dieser Welt auf alles, solange es sie persönlich nichts kostet. Die hocken zwischen Atlantik und Pazifik. Erstrecht machen sie das, wenn sie sich einen Gewinn ausrechnen. Bei Trump wäre das wahrscheinlich anders gewesen.

Themen

AfD
Brisant
Corona
Der Muezzin ruft jetzt in Köln; Bild: Privat
Deutschland
Gender
International
Islam
Corona
Brisant
Linke Nummern
Deutschland
Deutschland
Satire
Ukraine
Politik
Wirtschaft