Südafrika kommt nicht zur Ruhe – Gewaltaktionen jetzt auch an der beliebten Garden Route

Öffentliche Unruhen und gewaltsame Protestaktionen, die bislang überwiegend den nördlichen Teil Südafrikas heimgesucht haben, breiten sich jetzt auch zunehmend in der Kapprovinz aus.

Von Will Cook

Am heutigen Morgen (29.06.) ist es in der Umgebung von Mossel Bay, einer kleinen Hafenstadt am Indischen Ozean, zu Tumulten und gewaltsam vorgetragenen Protestaktionen gekommen, die eine Sperrung von Zufahrtsstraßen erforderlich machten (s. Video).

Nach bislang unbestätigten Berichten haben die Aktionen mit Brandlegungen auf der Nationalstraße N2 im Powertown-Gebiet begonnen, wobei die Polizei dazu gezwungen wurde, den Verkehr auf Nebenstraßen umzuleiten.

Die Gemeindeverwaltung sah sich angesichts der zunehmend gewaltsamen Protestaktionen veranlasst, Hubschrauber einzusetzen, von denen aus die Polizeiaktionen koordiniert wurden.

Alle Straßen, wo Demonstranten teilweise Amok gelaufen sind, blieben zunächst für den Verkehr geschlossen.

In Dana Bay, einem idyllischen Ortsteil von Mossel Bay, ist die einzige Zufahrtsstraße von den Protestaktionen abgeschlossen worden. Dieser Ort ähnelt inzwischen einer Geisterstadt. Kein Fahrzeugverkehr ist mehr erlaubt und Anwohner trauen sich nur noch aus ihren Häusern, wenn es unvermeidlich ist.

Die Geschäfte wurden zum größten Teil aus Angst vor Plünderungen geschlossen und die örtliche Gemeinschaft der „Nachbarschaftswache“ hat eine Kontroll- und Überwachungsstation an der örtlichen Caltex Tankstelle eingerichtet, wohl auch aus Furcht vor Brandstiftungen.

Der Kommunalmanager Thys Giliomee hat den Anwohnern versichert, dass sich die Stadt Mossel Bay darum bemühe, sobald wie möglich einen alternativen Zugang nach Dana Bay zu öffnen.

Er widersprach Gerüchten, denen zufolge die von der von der Stadtverwaltung beseitigten illegalen Stromanschlüsse die Hauptursache der Protestaktionen sei.

Giliomee bestätigte anderseits aber auch, dass die Gemeinde in dieser Woche gegen illegale Stromanschlüsse vorgegangen ist.

„Die illegale Leistungsabnahme ist die Ursache von häufigen Stromausfällen und steht möglicherweise im Zusammenhang mit Enttäuschungen bei den Betroffenen, die auch zu den Unruhen beigetragen haben könnten.“  

Im Verlauf der Krawalle ist es auch zu Plünderungen von einigen Geschäften gekommen und 15 Personen konnten von der Polizei festgenommen werden.

Gegen Mittag konnte die Lage von den Ordnungskräften weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Ob das für die von der Elektrizitätsversorgung abgeschnittenen Familien, die der Kälte des jetzigen Winters besonders ausgesetzt sind, eine Erleichterung bedeutet, bleibt eine unbeantwortete Frage.

Der Zuzug aus den notleidenden Nachbarstaaten wie Zimbabwe stellt Südafrika vor ein unlösbar erscheinendes Versorgungsproblem. Es hat den Anschein, als würden in der Folge von neuen Häusern, die die Regierung obdachlosen Menschen kostenlos zur Verfügung stellt, noch mehr Flüchtlinge zuwandern, die sich ihrerseits wieder in „informal Settlements“, Barackensiedlungen ohne Wasser und Stromversorgung, niederlassen.

Bislang war dieser Trend in den nördlichen Provinzen festzustellen, aber nunmehr ist es diese Bewegung auch in den südlichen Kap Provinzen zu beobachten, was immer auch zu einem Anwachsen der Kriminalität führt.

Ein Menetekel für Europa, wo man sich in der politischen Führungsschicht noch fest die Augen und Ohren verschließt, um solche Entwicklungen nicht wahrnehmen zu müssen, die zukünftig bei weiterem Zustrom auch im eigenen Bereich stattfinden könnten.

Und dann, und nur dann im Nachhinein, wird man behaupten, man habe von alledem nichts gewusst und auch nicht ahnen können, was sich jeder mit gesundem Menschenverstand schon gegenwärtig unschwer vorstellen kann.

Wenn erst das Sozialsystem zusammengebrochen ist und die Rundumversorgung der Millionen von Neubürgern finanziell nicht mehr gestemmt werden kann, wird es solche Situationen geben, die sich nicht länger ignorieren lassen …

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