WARUM ISLAM UND POLITIK UNZERTRENNBAR SIND UND DER BEGRIFF “POLITISCHER ISLAM” EIN OXYMORON IST

Von Kian Kermanshahi
Da Islamwissenschaftler Islamromantiker, Islamappeaser, Politiker und Massenmedien eine Unterscheidung zwischen Islam und “politischer Islam” treffen, als wären es zwei verschiedene Dinge, muss verdeutlicht werden, was die wirkliche Bedeutung von politischer Herrschaft im Islam bedeutet. Aus irgendeinen Grund täuschen die Islamwissenschaftler uns alle diesbezüglich, so, als wollten sie uns bewusst davon abhalten, die richtigen Schlüsse über diese religiöse Ideologie zu ziehen.
BEGRIFFSERKLÄRUNG “POLITIK” IM ISLAM
Das Wort “Siyaasah” (politische Anschauung) kommt von einer Wurzel “Saasa”, die bedeutet, die Verantwortung zu übernehmen und sich um etwas zu kümmern, das ein Wohlergehen erhält. Der Ausdruck “Sawwasahu al-Qawm” bezieht sich auf Leute, die jemanden ernennen, um ihre Angelegenheiten zu regeln.
Im Quran wird die Shura(Beratung) deutlich erwähnt, die sie unter anderem als eine Methode umreißt, mit der ein Konsens erreicht werden kann, um ideologische Blockaden zu verhindern, und um zu verhindern, das islamische Gesellschaften in Uneinigkeiten geführt werden.
Folgende Quranverse, gelten als Rechtfertigungsgrund für die Installierung von beratenden Gremien(Shurah) und der Idee der islamischen Staatsführung(Khalifat):
“und diejenigen, die auf ihren Herrn hören und das Gebet verrichten, ihre Angelegenheit(en) durch Beratung”(Shurah) untereinander (regeln) und von dem ausgeben, womit Wir sie versorgt haben…”
“Sag: Ich halte mich an einen klaren Beweis von meinem Herrn, während ihr Ihn der Lüge bezichtigt. Ich verfüge nicht über das, was ihr zu beschleunigen wünscht. Das Urteil gehört allein Allah. Er berichtet die Wahrheit, und Er ist der Beste derer, die Entscheiden.
Diese Verse legen (gegenseitige Konsultation/Shurah) als das Grundprinzip fest, das Muslime bei der Abwicklung ihrer nationalen Angelegenheiten leiten sollte. Dieses einfache Wort “Shurah” enthält den Kern einer repräsentativen islamischen Regierungsform. Der Kalifa oder das Oberhaupt des Islamischen Staates ist verpflichtet, sich mit den islamischen Volksvertretern(Gremium aus Konsultierenden Muslimen) zu beraten, wenn er eine Entscheidung von lebenswichtiger nationaler islamischer Bedeutung treffen soll.
Wenn man das Leben Mohammeds studiert, wird schnell ersichtlich, dass Beratung(Shurah) für Mohammed von größter Bedeutung war.
Die zweitwichtigste Quelle nach dem Quran, die 6 sunnitischen Bücher der Aussprüche und Handlungen Mohammeds, erklären es:
*1* Al-Bukhaari (3455) und *2* Muslim (1842) berichteten von Abu Hurayrah, dass der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte: „Die Kinder Israels wurden von den Propheten (tasoosuhum al-Anbiyaa) regiert; Jedes Mal, wenn ein Prophet starb, folgte ihm ein anderer.“
An-Nawawi erklärte den Hadith:
„Sie wurden von den Propheten Regiert“ bedeutet, dass die Propheten sich um ihre Angelegenheiten kümmerten, wie es Herrscher tun, die für das Volk verantwortlich sind. Siyaasah bedeutet also, sich um etwas in einer Weise zu kümmern, die des Menschen Wohlergehen erhält und seinen Interessen dient.”
Ibn Nujaym sagte:
“Siyaasah bezieht sich auf eine Handlung des Herrschers , die er für richtig hält, auch wenn es keine teilweisen Beweise für die von ihm vorgenommene Handlung gibt.”
Quelle: Al-Bahr ar-Raa’iq (5/11).
Ibn Khaldoon definierte as-Siyaasah ash-Shar’iyyah (ÜBERSETZUNG: Siyaasah auf der Grundlage der islamischen Lehren) wie folgt: “Es bedeutet die Menschen in Übereinstimmung mit den Shar’ia-Richtlinien zu führen, in einer Weise, die ihren Interessen im Jenseits dient, as wie auch in dieser Welt, denn ihre Interessen in dieser Welt sind mit ihren Interessen im Jenseits verbunden und können ihren Interessen im Jenseits dienen, weil die islamischen Richtlinien über das Leben dieser Welt mit dem verbunden sind, was den Interessen der Menschen im Jenseits dient. So bedeutet as-Siyaasah ash-Shar’iyyah in Wirklichkeit, anstelle des Gesandten zu handeln, um religiöse Angelegenheiten zu bewachen und sich um weltliche Angelegenheiten zu kümmern.”
Quelle: Schlusszitat von Muqaddimat Ibn Khaldoon (S. 97)
Auf dieser Grundlage ist Siyaasah(islamische Politik) ein unteilbarer Teil des Islam, und daher kann es keine Trennung zwischen Siyaasah (Politik) und Deen (Religion) geben.
Basierend auf dem oben Gesagten und der modernen Verwendung des Wortes Siyaasah kann man feststellen, dass Mohammed die Angelegenheiten des Volkes und die Staatsangelegenheiten auf der Grundlage einer islamischen Politik (siyaasah) leitete , weil er eine Reihe von Gesetzen auf den Weg brachte, die darauf abzielten, das zu erreichen, was im besten Interesse der islamischen Ummah ist.
Auf diese Weise führten auch die 4 Kalifen seine rechtmäßigen Nachfolger, die Angelegenheiten der Ummah(islamischen Gemeinschaft).
Mohammeds Funktion war nicht auf seine Rolle als spiritueller Führer beschränkt, vielmehr war Mohammed ein Macht ambitionierter Mensch. Bei der Eroberung von Mekka, demonstrierte Mohammed, dass er nicht nur ein religiöses Beispiel sein wollte, sondern auch ein politischer Führer. Während seiner Regentenzeit vollzog Mohammed folgende politische Handlungen:
  • – Mohammed erhob Steuern
  • – Mohammed entsandte Botschafter in andere Länder
  • – Mohammed errichtete eine Justiz und setzte Richter ein
  • – Mohammed errichtete eine Armee
  • – Mohammed errichtete ein Wohlfahrtsprogramm für die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft
  • – Mohammed bildete ein Gremium aus Berater
  • – Mohammed war oberster Militärführer
  • – Mohammed handelte Wirtschaftsabkommen aus
  • – Mohammed verfügte über einen Staatshaushalt(Khums & Zakat, Beitul Mal)
  • – Mohammed ernannte einen Nachfolger, im Falle seines Todes
  • – Mohammed verabschiedete Gesetze

 

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FAZIT: Die Shura ist ein integraler Bestandteil nicht nur der islamischen Regierungsführung, sondern auch der sozialen Strukturen, auf denen die islamische Gesellschaft aufbauen soll.
Während die Shura eine zentrale Säule des Islam ist, ist die Endstufe der islamischen Führung das Khalifat, das ohne die Shurah nicht funktionieren kann.
Siehe auch: at-Turuq al-Hukmiyyah von Ibn al-Qayyim (S. 17-20).

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