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Lauterbach: Klinikschließungen überhaupt kein Problem

Berlin – Dieser Mann ist wahrlich nicht von dieser Welt: Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wäre es kein Problem, wenn durch die Umsetzung seiner Krankenhausreform jede fünfte Klinik in Deutschland schließen würde. “Wenn dann nachher 20 Prozent weniger Krankenhäuser da sind und wir haben eine bessere Versorgung, dann ist das aus meiner Sicht richtig, aber das ist nicht das Ziel der Reform”, sagte Lauterbach in der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin”. Er wolle sich aber nicht im Vorfeld auf eine konkrete Zahl festlegen lassen.

“Das Ziel ist eben die bessere Versorgung”, so Lauterbach. Die Größenordnung 20 Prozent hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft selbst vor wenigen Tagen ins Spiel gebracht. Damit auch mit weniger Krankenhäusern die Notfallversorgung vor allem im ländlichen Raum gesichert bleibt, unterstützt Lauterbach die Forderungen nach mehr Rettungshubschraubern.

“Auf dem Land dürfen auch die Krankenhäuser nicht verschwinden in dem Sinne, dass dort dann gar nichts mehr ist”, sagte Lauterbach im “Bericht aus Berlin”. Diese sollten seiner Meinung nach künftig “die kleine Chirurgie” machen, “die kleine Notfallversorgung” und gleichzeitig durch mehr Hubschrauber an die großen Kliniken angebunden sein. Solch eine Reform der Notfallversorgung sei dringend geboten.

Anders als noch zu Jahresbeginn angekündigt, rechnet der Gesundheitsminister nicht damit, noch vor der Sommerpause seinen Gesetzentwurf vorlegen zu können. Bis dahin sollen nun erstmal Eckpunkte stehen. Über den Sommer solle dann gemeinsam mit den Ländern der Gesetzentwurf erarbeitet werden, kündigte Lauterbach an.

Wirklich mehr Hubschrauber? Und wer bezahlt dann die Einsätze? Die Krankenkassen? Wie viele sollen denn dann in der Luft sein? Jedes geschlossene Krankenhaus auf dem Land ist ein geschlossenes Krankenhaus zu viel. Aber wenn man in der Berliner Blase lebt und agiert, kriegt man von der Realität draußen auf dem Land eben nichts mit, oder es ist einem egal.

Die AfD in Sachsen hat schon gekontert:

Nach Lauterbachs „Klinik-Kahlschlag“ könnte z.B. im Vogtland nur das Klinikum Plauen „überlebensfähig“ sein, so steht es in einer Pressemitteilung. Für die Maximalversorgung müssten die Vogtländer teilweise sogar über 100 Kilometer bis nach Chemnitz fahren.

Dazu erklärt Frank Schaufel, gesundheitspolitischer Sprecher der sächsischen AfD-Fraktion:

„Ich fordere SPD-Sozialministerin Petra Köpping dazu auf, den ländlichen Kliniken in Sachsen eine Daseinsgarantie bis zum Jahr 2038 auszusprechen. Denn ich habe den Eindruck, dass Frau Köpping gerade auf Zeit spielt.

Meine Prognose: Sie wird bis zur Landtagswahl 2024 Widerstand gegen Lauterbachs Pläne leisten und danach dem SPD-Bundesgesundheitsminister nachgeben und den Klinik-Kahlschlag mittragen.

Es ist jedoch die Aufgabe des Freistaates Sachsen, eine wohnortnahe Erreichbarkeit von Krankenhäusern mit ununterbrochener Notfallversorgung zu gewährleisten. Wir halten es daher für geboten, eine angemessene Erreichbarkeitsfrist in PKW-Minuten einzuführen.“ (Mit Material von dts)

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