Bei Edeka aussortiert: "Compact”-Verleger Jürgen Elsässer (hier bei einer Demo in Leipzig) (Foto:Imago)

Linke Pressezensur im Supermarkt: Edeka Bautzen verkauft “Compact”-Magazin nicht mehr

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Das denunziatorische Hetzklima in Deutschland hat wieder einmal dazu geführt, dass erneut ein Unternehmen eingeknickt ist und sich der Cancel Culture angeschlossen hat; wobei es in diesem Fall um mehr geht – nämlich darum, missliebige kritische Presseerzeugnisse aus der Auslage zu verbannen und sich somit auf Einzelhandelsebene an aktiver Zensur zu beteiligen: Ein Edeka-Markt in Bautzen hat allen Ernstes den Verkauf des Magazins „Compact“ gestoppt, nachdem es angeblich Beschwerden über die Inhalte gab. Sollte dieses Beispiel eines Medienboykotts Schule machen, werden die ohnehin immer rareren Printtitel mit kritischem Content nicht mehr lange frei erhältkich sein – zumal man davon ausgehen darf, dass auch andere, wenn nicht alle Edeka-Filialen und anschließend dann Mitbewerber im ganzen Land über kurz oder lang nachziehen und dem Bautzener Beispiel folgen werden.

Der Konzernleitung wäre dies jedenfalls ein echtes Anliegen: „Leider können wir aus rechtlichen Gründen bislang nicht verhindern, dass weiterhin einzelne Märkte mit diesem Magazin beliefert werden“, bedauert schon eine Sprecherin. Die jeweiligen regionalen Presse-Grossisten würden die Filialen mit Zeitungen und Zeitschriften in einem von ihnen selbst zusammengestellten Komplettpaket beliefern, ohne dass Edeka Einfluss darauf habe, welche Publikationen genau dazu gehörten. Dennoch wolle man „weiterhin, gemeinsam mit unseren Kaufleuten, alle zulässigen Möglichkeiten ausschöpfen, das Angebot so weit wie möglich einzuschränken“, versicherte sie weiter.

Als “rechtsextremistisch” gelabelt

Natürlich durften auch die üblichen Distanzeritis-Phrasen nicht fehlen: „Zunächst möchten wir betonen, dass der Edeka-Verbund sich klar von rechtsradikalem Gedankengut distanziert und jede Form von Diskriminierung ablehnt.“ Das Magazin wurde vom Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ eingestuft, so wie im Grunde fast alles, was nicht auf Regierungslinie liegt. Die Inhalte seien häufig „polarisierend“ und „hetzerisch“, hieß es. Dies gilt inzwischen jedoch auch für die parteipolitisch gefärbten Verlautbarungen des Verfassungsschutzes. Für Edeka bzw. die angebliche Beschwerde von außen, war der aktuelle Titel „Feindbild Deutsche“ nun der konkrete Stein des Anstoßes. Darauf ist der seit Monaten unter medialem Dauerbeschuss stehende Rammstein-Frontmann Till Lindemann zu sehen.

Schon letzten Monat hatte „Compact“ am Rande eines Rammstein-Konzerts in Berlin Interviews mit Frauen geführt, die nicht dem gängigen Opfer-Klischee entsprachen. Dies hatte bereits Kritik ausgelöst. Dass der durchschnittliche Bautzener Edeka-Kunde sich tatsächlich über das Magazin empört hat, darf man zumindest bezweifeln. Das Ganze klingt daher eher nach einem Vorwand, um sich von einer unliebsamen Publikation zu befreien und ein paar Fleißpunkte bei der woken Blase zu sammeln. (TPL)