Unaushaltbar: Joe Biden - Foto: mark reinstein/Shutterstock

Tagesschau & Joe Biden: Wolle mer’n impeache lasse?

Wer Augen hat um zu sehen und Ohren um zu hören, weiß seit Jahren, daß Joe Biden einer der korruptesten Politiker in der gesamten Westwertwelt ist. Nun geht es in den USA darum, ein Verfahren in Gang zu bringen, mit dem herausgefunden soll, ob ein Amtsenthebungsverfahren gegen Joe Biden eingeleitet werden soll. Der Medien-Mainstream tut überrascht.

von Max Erdinger

Angestoßen hatte die Frage, ob ein Verfahren zum ob oder ob nicht eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Joe Biden anlaufen soll, der Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy von den Republikanern. Eine “Kultur der Korruption” habe er auf einmal entdeckt, so der wackere Kämpfer gegen die Korruption in der amerikanischen Politik. Die ARD-“Tagesschau” aus “Good old Germany”: “Es gebe glaubhafte Anschuldigungen, dass Biden an illegalen Geschäften seines Sohnes Hunter Biden beteiligt gewesen sei, sagte McCarthy in Washington. Es gehe um Vorwürfe des Machtmissbrauchs, der Verschleierung und der Korruption, “sie rechtfertigen weitere Ermittlungen”, erklärte McCarthy. Er habe eine “Kultur der Korruption” entdeckt. Der Republikaner will nun unter den Abgeordneten seiner Partei im Repräsentantenhaus eine Mehrheit für die Aufnahme der Ermittlungen hinter sich bringen. Ob es dazu kommt und ob in einem weiteren Schritt ein sogenanntes Impeachment-Verfahren eröffnet werden könnte, ist offen. Der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, bezeichnete die Ermittlungen als absurd.

Schon Kevin McCarthy mutet an wie ein Dackel, der zur Jagd getragen werden musste. “Kultur der Korruption entdeckt”. Der helle Wahnsinn in der Korruptionskultur. Und der ganze Entdeckergeist erst! Die “Kultur der Korruption” in der amerikanischen Politik war bestimmt nicht so leicht zu entdecken. Damit hat sich Kevin McCarthy unfreiwillig selbst als Kulturbeauftragter für amerikanische Politik empfohlen. Spott & Hohn! Chuck Schumer hat schon recht. Die Ermittlungen sind absurd. Man zeige der Welt bis auf wenige Ausnahmen wie Donald Trump, Jim Jordan oder Rand Paul eine dieser Figuren aus Repräsentantenhaus und Senat, die nicht korrupt wäre. Das ganze System fußt auf Korruption. Niemand, der auf den Kapitolshügel will und nicht von Haus aus mit reichlich Geld gesegnet ist, kommt dort hin ohne eine ganze Reihe von Sponsoren oder einem Großsponsor, der die dafür nötigen Kampagnen finanziert. Für den sind das Investitionen ins eigene Geschäft. Das hat sich gefälligst auszuzahlen. Donald Trump war der erste Präsident seit Jahrzehnten, der seinen Wahlkampf 2015/2016 aus eigenen Mitteln finanziert hatte und dadurch ziemlich unbeeinflußbar geblieben ist. Deswegen wurde und wird er ja auch so angefeindet.

In der Tat: Die Ermittlungen gegen Joe Biden sind absurd. Zumal Joe Biden in einem Interview vor Jahren im Wahn seiner Unangreifbarkeit selbst recht kokett eingeräumt hatte, daß er korrupt ist, weil das schließlich das Normale sei. Alle seien korrupt, deswegen auch er selbst. Anders gehe es gar nicht in Washington. Außerdem war Joe Biden in seinen “Jugendjahren” als Washingtoner für sein Gejammere darüber bekannt, daß er der ärmste aller Kongreßabgeordneten sei. Wer Augen hat zu sehen, der konnte seit Jahren sehen: Die Reichtümer, die Joe Biden sein Eigen nennt, können unmöglich aus den Mitteln finanziert worden sein, die Joe Biden vom amerikanischen Steuerzahler dafür erhält, daß er dessen Interessen vertritt. Ein prächtiges Anwesen in Delaware, ein prächtiges Strandhaus am Atlantik dazu und-und-und. Joe Biden ist Multimillionär. Noch jeder, der nicht als Millionär in die amerikanische Politik gegangen ist, kam auf jeden Fall als Multimillionär wieder heraus. Ein Paradebeispiel sind die Clintons. Aber Kevin McCarthy hat nun eine “Kultur der Korruption” entdeckt. Sagenhaft.

Da nun die US-Demokraten die Mehrheit im Senat haben, sind die “Ermittlungen” gegen Joe Biden gleich nochmal absurd. Aus demselben Grund sind allerdings die “Ermittlungen” gegen Donald Trump keinesfalls “absurd”, sondern bei einer durchpolitisierten Justiz und durchpolitisierten Geheimdiensten samt dem Einfluß aller derjenigen, die Donald Trump nicht sponsern durften, sind die Ermittlungen gegen ihn inzwischen “systemimmanent”. Systemimmanenz wiederum ist etwas anderes als Absurdität.

Tucker Carlson sagte neulich, ihm sei etwas Seltsames aufgefallen. Niemand, der das Geld sucht, gehe nach Washington, sondern eher nach New York, dorthin also, wo die Banken sind und wo die richtigen Geschäfte gemacht werden. Dennoch herrsche in den Vororten der Verwaltungs- und Beamtenstadt Washington eine derartige Villenpracht und eine derartige Fülle an hochpreisigen Luxusgeschäften, daß man sich frage, wie das ganze Geld den Weg nach Washington gefunden hat. Klar: In Washington wird mit Einfluß gehandelt. Treffen mit Kongreßabgeordneten werden für Geld arrangiert. Je einflußreicher ein Kongreßabgeordneter, desto teurer ein “Geschäftsessen” mit ihm. Wenn es zu seinen normalen Arbeitszeiten stattfindet. Ein Dinner mit einem Kongreßabgeordneten wird man sich noch viel mehr kosten lassen müssen, damit er einem sein Ohr für die eigenen Anliegen leiht. Und keiner zahlt, wenn er nicht damit rechnet, daß es sich lohnen wird. Je länger einer auf dem Kapitolshügel zu finden gewesen ist, desto mehr Einfluß hat er auch. Joe Biden marodiert zu seinem eigenen Wohl & Frommen und zum Schaden der restlichen Welt schon seit einem halben Jahrhundert dort umeinander. Der Mann weiß, was er wert ist. Und Kevin McCarthy hat dieser Tage erst die “Kultur der Korruption” entdeckt. Ausgerechnet bei Joe Biden. Überraschung, Überraschung!

The Big Guy

Wenn man die Weltkarte vor sich auf dem Tisch ausbreitet und eine Liste mit dem globalen Korruptionsindex danebenlegt, um als nächstes die Länder auf der Karte zu suchen, in denen des alten Joes ehrenhafter Sohn Hunter mit honoriger “Geschäftstätigkeit” brillierte, wird man feststellen, daß der überaus wohlgeratene Hunter einen großen Bogen um genau die Länder gemacht hat, die auf dem Korruptionsindex ganz weit unten stehen. Die Ukraine hingegen steht ganz oben. Das ideale Land für “Geschäftstätigkeit”. Wegen der dortigen “Kultur der Korruption”.

Devon Archer, einer der “Geschäftspartner” von Hunter Biden, hat vor Wochen bereits ausgeplaudert, daß während der Geschäftstreffen des Burisma-Vorstandes, dem Hunter Biden angehörte – obwohl niemand sagen konnte, aufgrund welcher Qualifikation genau -, mindestens zwanzig Mal das Telefon geklingelt habe und daß es der damalige US-Vizepräsident Joe Biden persönlich gewesen ist, der sich dann über Lautsprecher an der geschäftlichen Konversation beteiligt hat. Und daß alle vom gewaltigen Einfluß und den fiskalischen Freiheiten begeistert waren, in deren Genuß sie über ihr Vorstandsmitglied Hunter gekommen waren. Joe Biden ist während der Obama-Jahre so etwas wie Baracks ukrainischer Prokönig gewesen. Über Messengerdienst hat der alte Joe ebenfalls mitgechattet, erzählte Archer, allerdings nicht unter seinem richtigen Namen. Und dann tauchten auch noch die Listen auf mit den Namen derjenigen, an die Provisionen zu fließen hatten dafür, daß der Energiegigant Burisma unbehelligt tun konnte, was eben zu tun war an ukrainischem Recht und Gesetz vorbei. Einer der regelmäßig wiederkehrenden Begünstigten war der für lange Zeit mysteriös gebliebene “Big Guy”. Inzwischen ist auch dessen Anonymität kein Geheimnis mehr: Es handelte sich um Joe Biden. Es gibt Zeugen über Zeugen, ukrainische und amerikanische – und das alles war bislang nicht sonderlich interessant für die ARD-“Tagesschau”. Wie’s wohl kam?

Beim “Council On Foreign Relations” brüstete sich Joe Biden vor Jahren bereits öffentlich damit, eine amerikanische Finanzspritze für die Ukraine, eine Milliarde Dollar, so lange zurückgehalten zu haben, bis der ukrainische Präsident Poroschenko den Generalstaatsanwalt Shokin in Kiew entlassen hatte. Genau sechs Stunden habe es gedauert, bis Vollzug gemeldet wurde. Shokin hatte es gewagt, wegen diverser Unregelmäßigkeiten gegen Burisma zu ermitteln. Und nun das: Kevin McCarthy hat eine “Kultur der Korruption” entdeckt. Ausgerechnet beim alten Joe, dem man inzwischen eine demenzbedingte Vergesslichkeit viel eher zubilligen muß als dem deutschen Kanzler. Das wird die “absurden Ermittlungen” nicht gerade erleichtern. Es wird schwierig werden, den demokratisch dominierten US-Senat davon zu überzeugen, daß der kultivierte Joe einer “Kultur der Korruption” frönt. Aber ganz ehrlich gefragt: Wer braucht dort schon eine “Kultur der Korruption” zu Ermittlungszwecken, solange man gegen Donald Trump nach rechtsgerechter Herzenslust impeachen & ermitteln kann? – Na eben. Law & Order sind des Amerikaners Lieblingszwilling – und für den taugt Donald Trump als Futter mindestens genauso gut wie der klapprige Joe. “In Bigot We Trust” …

Und weil die Geschichte mit der “Kultur der Korruption”, der unerhörten, erst dieser Tage “entdeckt” worden ist vom findigen Kevin McCarthy – bald vier Jahre, nachdem zum ersten Mal und total aus Versehen “Russian Disinformation” über “Hunter Bidens Laptop” in die Öffentlichkeit geraten war -, gibt es so viel Kultiviertheit in der amerikanischen Politszene wahrscheinlich noch gar nicht so lang. Deswegen sind die US-Wahlen 2020 auch ganz bestimmt noch nach Law & Order gelaufen. Die Kultur kam höchstwahrscheinlich erst danach in der Neuen Welt an. Hundert Pro. Das erklärt auch, warum die deutsche “Tagesschau” aus allen Wolken zu fallen scheint. Es könnte natürlich auch sein, daß es selbst den deutschen Vasallen allmählich ein wenig zu brenzlig wird mit ihrer Gefolgschaft dem “absurd korruptkulturellen” Joe Biden und seinen WestExec-, Albright- und Raytheon-Neocons im Gefolge gegenüber. Da kann dann die “Tagesschau” schon mal ein keckes Artikelchen zur allerneuesten Überraschung aus Amerika schreiben. Zumal man ja auch schneller sein muß als der ukrainische Selenskyj. Der ist stinksauer wegen der neuerdings mangelhaften Unterstützung aus dem Wertewesten und drohte bereits damit, daß sich die geflüchteten Ukrainer im Wertewesten nicht mehr lange zivilisiert benehmen könnten, wenn er nicht bekommt, was er will. Zuletzt würde der Selenskyj auch noch über Biden zu plaudern anfangen in seiner Wut und der ganzen Enttäuschung. Da wäre es zur eigenen Sicherheit ganz gut, wenn man als “Tagesschau” wenigstens schon ein kleines bißchen vorgebaut hätte, nachrichtentechnisch so. Nur ein kleines bißchen. Biden … äh … “McCarthy unter Druck” – ja-ja-ja. Man tut’s ja nur notgedrungen. Kleine Anpassung der Realitätskonstruktion, sozusagen.

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